Order of War im Gamezone-Test

Test BigJim

Wenn Square Enix in den USA und Europa erstmals eine Echtzeit- Strategie rausbringt, schauen wir natürlich ganz genau hin.

Der Zweite Weltkrieg ist ein von Entwicklern immer wieder gern bemühtes und bei Zockern offenbar nach wie vor beliebtes Szenario. Spätestens seit dem ersten PanzerGeneral - gut fünfzehn Jahre ist das jetzt her - hat die Thematik ihren festen Platz im Bereich der Videogames und dominiert inzwischen weite Teile des heiß umkämpften Strategie-Genres. Order of War ist ein Gemeinschaftsprojekt der weißrussischen Spieleschmiede Wargaming.net ("Massive Assault") und Square Enix ("Final Fantasy"). Der Verpackungstext verspricht eine "epische Kriegsführung" und stellt die reißerische Frage "Hast Du das Zeug zum Kommandieren"? Gegenfrage: Hat Order of War das Zeug zu einem guten Strategiespiel? Man wird sehen.

Grande Finale

Order of War Order of War Order of War behandelt das vorletzte Jahr, die sogenannte Endphase des Zweiten Weltkrieges, welche im Sommer 1944 begann. Die Würfel sind zu diesem Zeitpunkt schon gefallen, das große Finale hat begonnen. Insbesondere für Deutschland, das sich spätestens ab diesem Zeitpunkt in der Defensive wähnt und unter Einsatz seiner noch verbliebenen Divisionen nur noch hinhaltend operieren kann. Kernstück der WW2-Strategie sind zwei Kampagnen mit jeweils neun Missionen. Dort kämpfen wir auf deutscher Seite gegen die Russen oder als alliierter Oberbefehlshaber gegen die Wehrmacht. Im deutschen Feldzug geht es darum, den Gegenangriff der Sowjets an der Ostfront zu stoppen. Als Truppenführer der Alliierten besteht unsere Aufgabe darin, die deutschen Armeen an der Westfront aus dem von Hitler besetzten Europa zu verjagen. Außerhalb der Kampagnen erwarten den Spieler noch mehrere einzelne Gefechte (kurze und kompakte Schlachten gegen computergesteuerte Gegner), Einzelszenarien (bereits einmal erfüllte Kampagnenmissionen, nur hier eben separat) ein Multiplayerteil für bis zu vier Teilnehmer und ein Tutorial, welches uns mittels schlichter Textbotschaften mit den taktischen Grundlagen und der eigentlich recht benutzerfreundlichen Steuerung vertraut macht.

Auf zu den Fahnen!

Order of War Order of War Ähnlich wie Blitzkrieg & Co. verzichtet Order of War auf den Bau von Basen und die Einbeziehung klassischer Produktionsfaktoren wie Arbeit, Boden, Kapital. Dennoch ist die Gewinnung von Ressourcen außerordentlich wichtig. Im Prinzip geht es darum, bestimmte Kontroll- bzw. Flaggenpunkte (letztere sind auf einer Mini-Map am unteren linken Bildschirmrand eingezeichnet) zu erobern und anschließend zu sichern. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um strategisch wichtige Ziele wie Straßenkreuzungen, Anhöhen oder Brückenübergänge, die dem feindlichen Nachschub dienen bzw. die Versorgung der eigenen Verbände gewährleisten. Wer im Besitz der Mehrzahl aller Kontrollpunkte ist, hat gleichzeitig die Oberhand auf dem Schlachtfeld. Einen Sieg erlangt man allein dadurch jedoch nicht. Die Mission gilt erst dann als beendet, wenn sich eine Partei sämtliche Flaggenpunkte unter den Nagel gerissen oder aber alternativ alle feindlichen Einheiten vernichtend geschlagen hat. Mit jedem hinzugewonnen Sektor wachsen unsere Ressourcen, die uns ebenfalls auf dem Monitor angezeigt werden und welche den Spieler in die Lage versetzen, Verstärkungen in Form von Soldaten und Gerät bzw. Artillerieschläge, Bomber oder Luftlandetruppen (Fallschirmjäger) anzufordern. Je größer also die Anzahl der von uns kontrollierten Flaggenpunkte, desto umfangreicher der Nachschub an frischem Material, desto größer die Armee und umso höher die Kampfkraft.

Order of War Order of War Für erfolgreich bewältigte Missionen winken dem Spieler als Belohnung sogenannte Siegpunkte, die sich in Upgrades für Panzerung, Zielgenauigkeit, Sichtweite usw. investieren lassen. Um möglichst viele dieser Punkte zu bekommen, sollte man die eigenen Verluste aber gering halten, auf dem Schlachtfeld also eine gewisse Umsicht walten lassen und die eigenen Truppen - so weit es geht - schonen. Unsere Leistungen werden in einer Abschluss-Statistik nach Ende der Schlacht zusammengefasst. Dort erhalten wir auch eine Gesamtbeurteilung und ggf. militärische Auszeichnungen, wie etwa das Eisernes Kreuz 1. Klasse.

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