Wenn die Vorfreude ausbleibt: Sollten Sony und Microsoft die Next-Gen-Konsolen auf 2021 verschieben?

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Wenn die Vorfreude ausbleibt: Sollten Sony und Microsoft die Next-Gen-Konsolen auf 2021 verschieben?
Quelle: Sony

Coronakrise, Verschiebungen und lange Zeit jede Menge Unklarheiten über PS5 und Xbox Series X: Ist der Winter 2020 wirklich der perfekte Zeitpunkt für Playstation 5 und Xbox Series X?

Kennt ihr dieses Kribbeln im Bauch? Dieses Gefühl, wenn eine neue Konsole auf den Markt kommt? Ich liebe diese Ungeduld und diese Vorfreude auf neue Hardware. Eine neue Konsolengeneration sollte eigentlich etwas Besonderes sein. Etwas, dem jeder Spiele-Fan entgegenfiebern sollte. Doch wenn ich an die bevorstehende Winter-Gaming-Saison denke, dann kommen mir zuerst Cyberpunk 2077, Assassin's Creed: Valhalla und Call of Duty Black Ops Cold War in den Kopf. Erst nach einigen Momenten fällt wieder der Groschen: Ach ja, da kommen ja auch Playstation 5 und Xbox Series X.

Obwohl die Marketing-Maschinerien von Sony und Microsoft langsam anlaufen, will bei mir einfach keine Next-Gen-Stimmung aufkommen. Vielleicht liegt es an den für mich bisher fehlenden großen Exklusiv-Spielen, vielleicht an der bislang schwachen Inszenierung beider Konsolen. Oder vielleicht auch an einfach an der heutigen Zeit?! Es stellt sich die Frage, ob die Next-Gen nicht vielleicht auch bis nächstes Jahr warten kann.

Wann, wie und wo?

Ich schreibe diesen Artikel Anfang September 2020. Da gab es den Leak der Xbox Series S und dann die anschließende Bestätigung durch Microsoft. Die putzige, aber offenbar etwas schwachbrüstige Minikonsole kostet 299 Euro und erscheint am 10. November 2020. Das Premium-Modell dagegen schlägt mit 499 US-Dollar (beziehungsweise Euro) ein deutlich größeres Loch in den Geldbeutel.

Bei Sonys Playstation 5 herrschte Anfang September noch mehr Unklarheit. Kein Preis, kein Release-Zeitraum - frei nach Nena: "Irgendwie, irgendwo, irgendwann." Natürlich kann jedes Unternehmen derartige Details mit nur einem Tweet oder einem Stream raushauen. Aber schürt man so den Enthusiasmus vor dem Launch? Nicht wirklich!

Wochenlang rankten sich Gerüchte darum, wann endlich Vorbestellungen möglich sein werden. Vielleicht käme damit dann endlich so etwas wie Stimmung auf. Schließlich steckt doch in jedem von uns ein kleiner Jäger, der seine Beute ... äh, seine Konsole rechtzeitig Zuhause haben möchte.

Zu wenig Kaufanreize
Fest steht: Bislang gelang es weder Sony noch Microsoft, die Stärken ihrer neuen Aushängeschilder ausreichend in Szene zu setzen. Sony verlässt sich auf die eigene First-Party-Dominanz, Microsoft setzt dagegen auf den Game Pass und Abwärtskompatibilität. Sieht aber so der nächste Evolutionssprung aus?
Auch Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2 kommt jetzt erst 2021. Als Begründung gab Entwickler Hardsuit Labs das weitere Finetuning des Action-Rollenspiels an. <br> &nbsp; Quelle: Paradox Interactive Auch Vampire: The Masquerade – Bloodlines 2 kommt jetzt erst 2021. Als Begründung gab Entwickler Hardsuit Labs das weitere Finetuning des Action-Rollenspiels an.
 

Der Wegfall von Messen wie der E3 oder der Gamescom im Jahr 2020 schmerzt in diesem Fall doppelt. Nicht nur, weil das alljährliche Klassentreffen fehlte. Auch die ersten Berührungen mit der neuen Hardware fielen weg. Keine glänzenden Augen vor den Messeständen von Sony und Microsoft. Keine platt gedrückten Nasen an den Schaukästen der neuen Konsolen. Keine Proberunden mit Ratchet & Clank: Rift Apart oder mit Halo: Infinite. Oh ... zu früh?

Das vorläufige Scheitern von Microsofts Vorzeige-Exklusivspiel war ein Schlag in die Magengrube aller Xbox-Fans und schürte viele Zweifel in Bezug auf Abwärtskompatibilität und den gleichzeitigen Release des Spiels für Xbox Series X und Xbox One. Irgendwie stolpert die nächste Konsolengeneration gerade eher auf den Markt, als dass sie einen triumphalen Einzug vollzieht.

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Verschoben
Wo wir gerade bei Thema Verschiebungen sind: Auch hier schlägt die Coronakrise gnadenlos zu. Halo: Infinite? Verschoben. Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2? Verschoben. Deathloop? Ebenfalls verschoben. Und ob Cyberpunk 2077 nun wirklich am 5. November 2020 erscheinen wird, glaube ich erst, wenn ich es in den Händen halte.

Soll heißen: Die Launch-Lineups für Playstation 5 und Xbox Series X sind dünner als jemals zuvor. Dass gerade zum Start einer neuen Konsole nicht immer die größten Geschütze aufgefahren werden, ist spätestens seit der Playstation 3 und der Xbox One bekannt. Aber diesmal ist es anders. Klar, Ratchet & Clank oder auch Spider-Man: Miles Morales werden sicherlich Top-Spiele. Doch reicht das wirklich aus? Wo sind die großen System-Seller?
Spider-Man: Miles Morales ist aktuell eines der heißesten Pferde im PS5-Stall. Insomniacs Superhelden-Epos dürfte spielerisch wenig Neues bieten, erreicht aber mit der Marke und der vorhandenen Produktqualität sicherlich die breite Masse. <br> &nbsp; Quelle: Sony Spider-Man: Miles Morales ist aktuell eines der heißesten Pferde im PS5-Stall. Insomniacs Superhelden-Epos dürfte spielerisch wenig Neues bieten, erreicht aber mit der Marke und der vorhandenen Produktqualität sicherlich die breite Masse.
 

Da kann Sony noch so oft die Vorteile des DualSense-Controllers in Hightech-Trailern präsentieren. Wenn niemand das Teil ausprobieren kann, trifft der Kaufanreiz ganz sicher nicht die breite Masse. Derzeit verkaufen uns Sony und Microsoft noch die Katze im Sack. "Freut euch auf die nächste Generation, sie ist ... toll!", scheint man der potenziellen Kundschaft zuzurufen. Doch abseits von Highspeed-SSD-Festplatten, Smart Delivery und anderen kryptischen Tech-Formulierungen fehlten mir bislang bei nahezu allen Showcases noch die Aha-Momente.

Next-Generation? Wann anders!
Viele Freunde fragten mich in den vergangenen Wochen, ob ich Playstation 5 oder Xbox Series X vorbestellen würde. Zumeist bejahte ich dies, hatte aber Probleme, die Investition von geschätzten 500 Euro pro Plattform zu verargumentieren. Na gut, es ist Jahresende, und ich kann die Anschaffungskosten von der Steuer absetzen. Und ich mag neue Spielzeuge. Aber eigentlich lüge ich mir hier selbst in die Tasche. Denn weder Microsoft noch Sony haben es bislang geschafft, treffende Argumente FÜR ihre neuen Produkte zu liefern.

Jeder muss sich fragen, ob sie oder er in Zeiten einer globalen Pandemie, verbunden mit Kurzarbeit, Unsicherheit und vielen anderen Problemen, wirklich neue Konsolen braucht. Und manchmal scheint es so, als wüssten die beiden großen Hardware-Hersteller selbst nicht, wieso sie gerade jetzt die Konsolen auf den Markt bringen.
Die Xbox Series S wurde zunächst geleakt und dann offiziell bestätigt. Die kompakte Konsole ohne physisches Laufwerk erscheint im November 2020 und kostet 299 Euro. <br> &nbsp; Quelle: Microsoft Die Xbox Series S wurde zunächst geleakt und dann offiziell bestätigt. Die kompakte Konsole ohne physisches Laufwerk erscheint im November 2020 und kostet 299 Euro.
 

Vielleicht wäre auch die Verschiebung die bessere Lösung: Mit Titeln wie (hoffentlich) Cyberpunk 2077, Assassin's Creed: Valhalla oder auch Outriders überwintern - und dann 2021 einen neuen Anlauf starten. Wunschdenken? Ja. Denn das wird natürlich nicht passieren. Aber manchmal denke ich, es wäre in diesem verkorksten Jahr 2020 die klügere Alternative. Oder andersrum: Sony und Microsoft, überzeugt mich bitte endlich!

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