Die Evolution der Koop-Spiele: Von den späten 1970ern bis heute

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Die Evolution der Koop-Spiele: Von den späten 1970ern bis heute
Quelle: Electronic Arts

Koop-Spiele haben eine lange Tradition. Doch welche Entwickler legten eigentlich die Grundsteine für diesen bis heute anhaltenden Trend? In welchen Genres kam das Phänomen in den 80er- und 90er-Jahren so richtig ins Rollen? Welches waren die allerersten 6-Spieler-Koop-Erlebnisse? Und wer hat eigentlich den dynamischen Splitscreen erfunden? All das und mehr verraten wir euch in unserem großen Report zur Evolution des Koop-Gaming.

Zusammen spielen statt gegeneinander: Schon in den späten 1970er-Jahren folgen einige Spieldesigner diesem Motto und erschaffen dadurch gänzlich neue Gameplay-Erfahrungen. Eines der ersten Koop-Spiele überhaupt: Ataris Arcade-Automat Fire Truck aus dem Jahr 1978. Programmiert von Howard Delman, haben zwei Spieler hier die Aufgabe, gemeinsam einen Feuerwehr-Leiterwagen durch die kurvigen Straßen einer Stadt zu manövrieren. Spieler A nimmt dafür sitzend in der Fahrerkabine des Trucks Platz und lenkt und beschleunigt, während Spieler B (stehend und mit eigenem Lenkrad ausgestattet) die Steuerung der Räder des angehängten Leiterwagens koordiniert.

Über einen weißen Knopf zu ihrer Rechten dürfen sich beide zudem akustisch bemerkbar machen - Spieler A mit einer Hupe, Spieler B mit einer Glocke. Anschließend gilt: Je weiter das Duo kommt, desto mehr Punkte erhält es. Sind bestimmte Abschnitte erreicht, füllt sich die Tankanzeige ein Stück weit wieder auf. Ist der Tank dagegen leer, endet die Partie.

Fire Truck macht für einige Runden lang durchaus Laune, so richtig große Koop-Wellen schlägt es allerdings noch nicht. Dieses Kunststück gelingt Atari erst mit einem anderen Automaten. Gemeint ist das im November 1979 erscheinende Asteroids, genauer gesagt der dort implementierte Koop-Modus Team Asteroids, in dem zwei Piloten gleichzeitig mit jeweils eigenem Schiff auf Asteroidenjagd gehen. Clevere Idee: Friendly Fire ist in diesem Modus deaktiviert, die Spieler können sich also nicht gegenseitig Schaden zufügen. Außerdem verfügt das Team über einen gemeinsamen Vorrat an Schiffen, der zusätzlich motiviert, an einem Strang zu ziehen. Im Arcade-Automaten Fire Truck (1978) von Atari, dem ersten echten Koop-Spiel, kommt man nur mit Teamwork weiter. Ein Spieler lenkt den Truck eines Feuerwehrfahrzeugs, der zweite die Räder des angehängten Leiterwagens. Quelle: Atari Im Arcade-Automaten Fire Truck (1978) von Atari, dem ersten echten Koop-Spiel, kommt man nur mit Teamwork weiter. Ein Spieler lenkt den Truck eines Feuerwehrfahrzeugs, der zweite die Räder des angehängten Leiterwagens.

Nicht zuletzt durch seinen Koop-Modus erreicht Asteroids damals eine unglaubliche Popularität und führt dazu, dass Atari bis Ende 1980 70.000 Geräte absetzt. Verrückt: Weil Asteroids der umsatzstärkste aller 1980 erhältlichen Arcade-Automaten ist und einige Spielhallenbetreiber mit dem Entleeren der Münzaufbewahrungsbehälter kaum mehr nachkommen, werden eben diese Auffangbehältnisse vielerorts sogar gegen deutlich größere Versionen ausgetauscht.

Zu den allerersten Arcade-Actionspielen mit Koop-Modus zählt darüber hinaus Rip Off von Cinematronics. Die Idee des im März 2020 im Alter von 69 Jahren verstorbenen Spieldesigners Tim Skelly: Statt Himmelskörper zu zerbröseln, müssen zwei Spieler - jeweils an Bord von rudimentär dargestellten Panzern sitzend und mit unendlich Leben ausgestattet - acht Kanister in der Mitte des Bildschirms vor diebischen Angreifern schützen. Schon damals muss man sich ständig absprechen, wer wie vorgeht, da die Benzinräuber einige interessante Tricks draufhaben, die man damaliger KI gar nicht zugetraut hätte. Welche Methoden Skelly dafür einsetzt, könnt ihr übrigens hier im Original nachlesen.

Space Invaders: Auf Konsole mit Koop

Im März 1980 geht außerdem ein anderes Spiel komplett durch die Decke: Space Invaders für den Atari VCS. Ein Grund für den Erfolg ist dabei die Tatsache, dass die VCS-Fassung im Vergleich zur bereits seit 1978 erhältlichen Automatenversion erstmals über einen Koop-Modus verfügt, in dem die Spieler zusammen mit jeweils eigenen mobilen Laserkanonen Heerscharen von Aliens aufs Korn nehmen. Space Invaders vervierfacht die Installationsbasis des Systems und verhilft der Atari-Heimkonsole endgültig zum Durchbruch. Werbe-Flyer für Ataris Koop-Hit Gauntlet (1985): Sehr gut zu erkennen sind die vier Farbflächen auf der Vorderseite, in denen jeweils ein Joystick und zwei Aktionstasten eingelassen sind. Quelle: Atari / The Arcade Flyer Archive Werbe-Flyer für Ataris Koop-Hit Gauntlet (1985): Sehr gut zu erkennen sind die vier Farbflächen auf der Vorderseite, in denen jeweils ein Joystick und zwei Aktionstasten eingelassen sind.

Während Spieler in allen bisher genannten Koop-Urvätern stets in irgendeiner Art von futuristischem Fahrzeug Platz nehmen, rücken in Joust im Juli 1982 flugtaugliche Fantasy-Vogelstrauße in den Fokus. Auf dem Rücken dieser gilt es, Wellen feindlicher Ritter in die Flucht zu schlagen. Zwar bietet auch Joust einen Solo-Modus, so richtig populär wird der Spielhallenklassiker allerdings erst aufgrund seines 2-Spieler-Koop-Modus, in dem die Straußenreiter koordiniert wesentlich effizienter vorankommen und dafür obendrein Bonuspunkte kassieren. Ein cleverer Schachzug von Entwickler John Newcomer, der die Attraktivität des Automaten nochmals erhöht. Insgesamt 26.000 Einheiten kann US-Hersteller Williams Electronics damals absetzen, was später wiederum zu einer Fülle an Portierungen führt. Interessante Retro-Anekdote in diesem Zusammenhang: Die NES-Umsetzung stammt von Satoru Iwata, dem vierten, 2015 leider schon im Alter von 55 Jahren verstorbenen Nintendo-Präsidenten.

Mehr Spieler = Mehr Umsatz

Die frühen 80er-Jahre markieren nicht nur den Anfang der goldenen Ära der Arcade-Spiele, sondern auch den Aufstieg der ersten 8-Bit-Heimcomputer. Zu diesem Zeitpunkt arbeitet der junge MIT-Student Jack Palevich gerade an seiner Bachelorarbeit, die er in Form eines Spiels Schon in Midways Arcade-Automaten Wizard of Wor aus dem Jahr 1980 mussten sich zwei Spieler in labyrinthartigen, einen Bildschirm großen Levels als Team gegen immer neue Gegnerhorden behaupten. Quelle: Moby Games Schon in Midways Arcade-Automaten Wizard of Wor aus dem Jahr 1980 mussten sich zwei Spieler in labyrinthartigen, einen Bildschirm großen Levels als Team gegen immer neue Gegnerhorden behaupten. namens Thesis of Terror abliefern möchte. Das auf dem Pen-and-Paper-Rollenspiel Dungeons & Dragons basierende Konzept sieht vor, dass vier mit Pfeil und Bogen ausgestattete Atari-Nutzer gemeinsam ein Kerkerszenario meistern, dessen Aufbau und Gegner durch einen fünften Spieler - dem Dungeon Master - von einem anderen Computer aus koordiniert werden. Letztgenanntes Feature erweist sich jedoch als sehr komplex und zeitraubend in der Umsetzung, weshalb Palevich den Server letztendlich nur dafür nutzt, neue Karten für die zugeschalteten Atari-Rechner bereitzustellen.

Palevich investiert viel Zeit in Benutzerfreundlichkeitstests und streicht später unter anderem die Möglichkeit, dass sich Spieler gegenseitig angreifen können. Ganz einfach, weil daraus meist Deathmatch-ähnliche Situationen entstehen, die für einige Spieler mit Frust einhergehen. Auch der Ansatz, dass verstorbene Helden bis zum Ende einer Partie nicht mehr mitspielen dürfen, wird aus Balancing-Gründen schnell verworfen. Als Ersatz implementiert der Jung-Designer ein durch Beschuss aktivierbares Herzsymbol, das verstorbene Mitspieler zurück ins Match holt. Der Vorläufer der Wiederbeleben-Funktion, wenn man so will!

Nach dem Abschluss seines Studiums verschlägt es Palevich in die Forschungsabteilung von Atari, wo er die Entwicklung von Thesis of Terror in seiner Freizeit fortsetzt und diverse Änderungen vornimmt. So entfernt er unter anderem noch die Server-Komponente sowie die Option, in bereits besuchte Levels zurückzukehren. Dandy, so der finale Name, erscheint 1983 und wird zum ersten, kommerziell verfügbaren sowie zu viert spielbaren Dungeon Crawler. Was Palevich damals nicht ahnt: Schon bald würde Ed Logg - der Miterfinder von Atari-Hits wie Asteroids und Centipede - die Idee von Dandy aufgreifen und darauf basierend einen eigenen 4-Spieler-Dungeon-Crawler mit Top-Down-Perspektive namens Gauntlet erschaffen. Dandy (1983) für Atari 8-Bit-Heimcomputer gilt als der erste zu viert spielbare Dungeon Crawler. Grafisch war das Gebotene für damalige Verhältnisse durchaus passabel. Quelle: Moby Games Dandy (1983) für Atari 8-Bit-Heimcomputer gilt als der erste zu viert spielbare Dungeon Crawler. Grafisch war das Gebotene für damalige Verhältnisse durchaus passabel.

Der Automat erscheint im November 1985, erntet hervorragende Kritiken und dient als Vorbild für viele andere, ähnlich gestrickte Koop-Crawler. Und wie reagiert Palevich? Der droht Atari mit einem Rechtsstreit, weil man ihn nicht als Erfinder des ursprünglichen Konzepts nennt. Mit Erfolg! Wenig später erhält er als Wiedergutmachung einen nagelneuen Gauntlet-Automaten - kostenlos, versteht sich. Außerdem wird er bis 1986 in den Credits erwähnt. Gauntlet hingegen bleibt extrem populär und obendrein sehr profitabel. Kein Wunder, schließlich müssen alle Mitspieler je 25 Cent für eine Partie zahlen.

Die ersten Koop-Beat'em-Ups

Dass Koop-Modi Spielautomaten deutlich profitabler machen, erkennen in den Folgejahren auch viele andere Hersteller. Bally Midway etwa bringt 1986 das beliebte Rampage auf den Markt, in dem drei Monster gemeinsam Stadtbezirke in Schutt und Asche legen. Ein Jahr später landet Technōs Japan mit Double Dragon einen echten Koop-Volltreffer. Double Dragon wiederum legt das Fundament für das Subgenre der kooperativ spielbaren Beat'em-Ups. Zur Erinnerung: In allen zuvor erhältlichen Prügespielen gab es zwar auch schon einen 2-Spieler-Modus, dort wechselten sich die Spieler jedoch in der Regel ab, statt gleichzeitig loszuziehen. In Double Dragon jedoch vermöbeln die Martial-Arts-Profis Billy und Jimmy Lee Straßengangster und andere Störenfriede gleichzeitig. Das zu dritt im Koop spielbare Fantasy-Hack’n’Slay Golden Axe (1989) war Segas Antwort auf das damals immens erfolgreiche, jedoch nur zu zweit spielbare Double Dragon (1987) von Publisher Taito. Quelle: Moby Games Das zu dritt im Koop spielbare Fantasy-Hack’n’Slay Golden Axe (1989) war Segas Antwort auf das damals immens erfolgreiche, jedoch nur zu zweit spielbare Double Dragon (1987) von Publisher Taito.

Double Dragon schlägt ein wie der Uppercut eines Boxweltmeisters und setzt eine wahre Flut an seitwärts scrollenden Koop-Beat'em-Ups in Gang, darunter auch Capcoms zu zweit spielbares Final Fight (Dezember 1989), Segas zu dritt spielbares Golden Axe (Mai 1989) und Konamis zu viert spielbares Teenage Mutant Ninja Turtles (1989). Den Arcade-Automaten-Mitstreiter-Rekord knackt Konami allerdings erst 1992 mit X-Men. Dieser wahrlich wuchtige, aus zwei miteinander gekoppelten CRT-Bildschirmen konstruierte Spielhallenautomat trumpft mit sage und schreibe sechs Joysticks für ebenso viele Spieler auf. Cyclops, Colossus, Wolverine, Storm, Nightcrawler und Dazzler können sich also gleichzeitig in die Schlacht stürzen, um den apokalyptischen Machenschaften von Bösewicht Magneto Einhalt zu gebieten. Tipp für Retro-Fans: Bei Archive.org könnt ihr den Klassiker direkt im Browser spielen - allerdings nur in der 4-Spieler-Variante.

Viele dieser Koop-Erfolge starten als Arcade-Spiele, die später auf weitere Systeme umgesetzt werden. Mit dem Aufkommen der ersten 16-Bit-Konsolen drehen viele Hersteller den Spieß dann allerdings um und konzentrieren sich zuerst auf die Konsolenversion. So auch im Fall von Segas Streets of Rage 1 und 2 oder Capcoms Final Fight 2 und 3.

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Koop-Spaß mit Shoot'em-Ups

Doch nicht nur Kampfspiele stehen bei Koop-Liebhabern der 80er- und frühen 90er-Jahre hoch im Kurs, sondern auch Shoot'em-Ups. Zu den bekanntesten Vertretern dieser Zunft zählt sicherlich Konamis kunterbuntes TwinBee (Mai 1985). Der Koop-Twist hier: Schon beim allerersten Ableger für Arcade-Automaten können Spieler ihre Schiffe nebeneinander anordnen, woraufhin sie von einem besonders durchschlagenden Kombo-Manöver profitieren.

Aber auch Konamis Salamander (in Nordamerika besser bekannt als Life Force) aus dem Jahr 1986 und Capcoms Fantasy-Ballerei Legendary Wings (1986) kommen bei den Spielern sehr gut an. Nicht zu vergessen Contra, das am 20. Februar 1987 in der Spielhalle das Licht der Gaming-Welt erblickt und sich dank abwechslungsreichem Leveldesign, erfrischenden Perspektivwechseln, zackigem Spielfluss und forderndem Schwierigkeitsgrad in Rekordzeit in die Herzen von 2D-Koop-Kriegern in aller Welt ballert. Spannend aus Gamedesign-Sicht: Schon damals implementieren die Macher in vielen Levelbereichen mehrere Ebenen, die den Bandana tragenden Ballerhelden Bill und Lance etwas mehr Platz zum Navigieren geben und die Übersicht im Koop-Modus fördern. Contra entpuppt sich als wahrer Münzfresser, nimmt dank einer gelungenen NES-Umsetzung (1988) nochmal richtig an Fahrt auf und wird eine der beliebtesten und am häufigsten nachgeahmten Koop-Action-Reihen aus dem Hause Konami.
Mit der Veröffentlichung des NES-Four-Score-Adapters erschienen erste 4-Spieler-Abenteuer für Nintendos 8-Bit-Konsole.  Quelle: Wikipedia / Evan Amos Mit der Veröffentlichung des NES-Four-Score-Adapters erschienen erste 4-Spieler-Abenteuer für Nintendos 8-Bit-Konsole. 
Ihr seid auf der Suche nach weiteren Shoot'em-Up-Koop-Klassikern jener Epoche? Dann werft unbedingt auch mal einen Blick auf Segas mit Acht-Wege-Scrolling ausgestattetem Run and Gun Alien Syndrome (1987) sowie Tecmos Horizontal-Shooter Silkworm (1988). Stichwort Silkworm: Hier lebt der Koop-Gedanke vor allem von der Idee, dass man in unterschiedlichen Fahrzeugen unterwegs ist. Spieler eins klemmt sich hinter den Steuerknüppel eines Kampfhubschraubers, während Spieler zwei am Boden mit einem Jeep unterwegs ist. Klingt simpel, erfordert aber jede Menge Zusammenarbeit, da der Jeep dem Helikopter immer wieder den "Rücken" freihalten muss. In solchen Situationen kann das Geschütz des Geländewagens dann allerdings nicht nach vorne feuern, weshalb auch der Jeep-Fahrer Feuerschutz von oben braucht.

Der Aufstieg der Koop-Plattformer

Keine Frage, Beat'em-Ups und Shoot'em-Ups geben in den 80ern im Koop-Sektor den Ton an. Bisweilen sorgt jedoch auch der ein oder andere Plattformer für Aufsehen. Allen voran Nintendos im Juli 1983 veröffentlichtes Mario Bros. aus der Feder von Gamedesigner-Ikone Shigeru Miyamoto und Gunpei Yokoi, dem späteren Erfinder des Game Boy. Darin müssen Klempner Mario und sein Bruder Luigi allerlei Getier aus der New Yorker Kanalisation vertreiben. Am besten klappt das wie zu erwarten, wenn sie zusammenarbeiten. Allerdings ließen es sich die Entwickler nicht nehmen, jedem Spieler einen eigenen Punktestandzähler zu spendieren. Koop-Action und Wettbewerb werden also schon bei diesem Oldie auf schlaue Art und Weise kombiniert. Lohn für Nintendo: 3800 verkaufte Arcade-Automaten und mehr als 1,63 Millionen abgesetzte Module der NES-Umsetzung. Konamis Vertikal-Shooter TwinBee ließ die Herzen von Koop-Liebhabern bereits 1985 höherschlagen. Spielmechanisch interessant ist der Super Blast, den TwinBee und WinBee nur dann abfeuern können, wenn sie sich Hand in Hand vereinen. Quelle: Moby Games Konamis Vertikal-Shooter TwinBee ließ die Herzen von Koop-Liebhabern bereits 1985 höherschlagen. Spielmechanisch interessant ist der Super Blast, den TwinBee und WinBee nur dann abfeuern können, wenn sie sich Hand in Hand vereinen.

Weitere frühe Plattformer mit Koop-Elementen sind Nintendos Ice Climber (1984) und Taitos Bubble Bobble (1986), wobei Letzteres zwei knuffige, Blasen verschießende Drachen mit 100 Plattform-Herausforderungen konfrontiert. Was viele nicht wissen: Fukio Mitsuji entwickelte Bubble Bobble ursprünglich für Paare, die eine Spielhalle besuchen, um dort gemeinsam eine gute Zeit zu haben. Dass er letztendlich ein echtes Koop-Kleinod erschaffen würde, das sich noch heute in vielen Retro-Top-100-Listen tummelt, dürfte ihn umso mehr gefreut haben.

Mit Jump Bug von Alpha Denshi erscheint in Dezember 1981 außerdem der erste seitwärts scrollende Plattformer. Auch hier gibt es bereits einen 2-Spieler-Modus. Von so etwas wie Koop-Gameplay kann allerdings nicht die Rede sein, da sich die Spieler lediglich abwechseln und um einen besseren Highscore wetteifern. Ganz anders beim Sega-Spielautomaten Alex Kidd: The Lost Stars aus dem Jahr 1986: Bereits hier kann sich ein zweiter Spieler in der Rolle von Protagonistin Stella einklinken und das Abenteuer simultan miterleben.

Sega-Konkurrent Nintendo wiederum will bereits für Super Mario Bros. 2 seitwärts scrollende Koop-Simulatan-Action umsetzen, scheitert jedoch an den technischen Limitierungen des NES. Bis Nintendo ein von Grund auf Koop getrimmtes Mario auf den Markt bringt, dauert es tatsächlich noch bis November 2009, als New Super Mario Bros. für die Wii erscheint. Mit mehr als 30,3 Millionen abgesetzten Exemplaren wird es dann allerdings zum absoluten Verkaufsschlager, der obendrein ein bis heute vielfach kopiertes Feature salonfähig macht.

Gemeint ist die schwebende Blase, in die man im Koop-Spiel nach dem Verlust eines Bildschirmlebens verbannt wird. Um nun zurück ins Match zu kommen, muss ein anderer Spieler die Blase zunächst zum Platzen bringen. Vorteil: Kommen Einsteiger mal an einer Passage nicht vorbei, bleiben sie einfach in der Blase und lassen sich erst nach Überwinden der Problemstelle befreien.

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