Perfect Dark im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Ein solider Arcade-Titel für Retrofans, an dem der Zahn der Zeit aber seine deutlichen Spuren hinterließ.

In den Jahren 1995/1996 wurde die Gründung eines heute äußerst populären Entwicklerstudios gefeiert. Mit unterhaltsamen Markengesichtern wie Banjo und Vogeldame Kazooie, der wuschelige Rüpel Conker oder auch Verwandlungskünstlerin Kameo. Die ist natürlich von den Jungs und Mädels von Rare. Die Projekte dieser kreativen Köpfe bestanden aber nicht nur aus charakterstarken Fabelwesen, sondern nahmen zum Teil auch sehr erfolgreich Menschengestalt an. Seit dem 17. März kann ein Meilenstein der Firmengeschichte per Xbox Live auf die heimische Festplatte gesaugt und ausgiebig gezockt werden. "Perfect Dark" sorgte 2000 mit seiner guten Spielbarkeit für Staunen unter der Fachschaft und den Besitzern eines Nintendo 64. Wie wird sich der "Instant Classic" jedoch zehn Jahre nach seinem Höhepunkt auf dem Bildschirm machen? Wer wären wir, wenn wir das nicht schon längst wüssten!

Komplex im Dunkeln

Perfect Dark Perfect Dark Die gesamte Geschichte rund um die talentierte Jungagentin Joanna Dark an dieser Stelle zu beschreiben würde euch zum einen die ganze Überraschung nehmen und zum anderen auch in ein mehrseitiges Exzerpt ausarten. Deshalb möchte ich die Story hier nur als Aufschnitt abhandeln. Aus heutiger Sicht genau 13 Jahre in der Zukunft schlüpft ihr in den mehrfarbigen Anzug der Agentin Joanna Dark - dem heißesten und besten Agenten-Newcomer des Carrington-Instituts. Euer erster Auftrag besteht darin in den Hauptsitz der dataDyne Corporation einzudringen und den dort gefangen gehaltenen Dr. Caroll zu befreien. Dieser Wissenschaftler mischte sich einmal zu forsch in die Firmenpolitik ein und wurde kurzer Hand eingebuchtet. Beim Doktor angekommen müsst ihr aber feststellen, dass ihr einen Laptop statt eines Menschen retten müsst. Mit der künstlichen Intelligenz im Carrington-Institut angekommen, kommt die Story erst so richtig ins Rollen. Eine große Verschwörung, welche neben dem Präsidenten der Vereinigten Staaten auch Individuen beinhaltet deren Geburtsurkunde keinen Platz auf Erden vorweist. Die Handlung entwickelt sich spannend, wendungsreich und kann heute immer noch begeistern.

Alt wird noch älter

Perfect Dark Perfect Dark Als "Perfect Dark" vor mittlerweile zehn Jahren seinen Weg in die heimischen N64 fand, waren die Spielermassen begeistert und von den Bildschirmen nicht mehr weg zu reißen. Die Steuerung überzeugte mit exzellenter Bedienbarkeit und einer noch nicht da gewesenen Spielgeschwindigkeit. Zudem durfte nicht nur mit einer, sondern eben auch mal mit gleich zwei Waffen gleichzeitig dem Ziel entgegen geprescht werden. Zudem hat Joanna einige ausgeklügelte Gadgets im Gepäck, die direkt aus Qs Werkstatt stammen könnten. Grafisch wurde das Spiel von heute natürlich deutlich aufgepeppt und wartet mit schöneren Texturen, glatteren Kanten und netten Lichteffekten daher. Der ursprüngliche Soundtrack war und ist immer noch eine Ohrenweide. Passend zu jeder Spielsituation werden eure Taten mit orchestralen wie auch rockigen Musikstücken untemalt. Allein die Melodie im Hauptmenü geht euch bestimmt einige Tage lang nicht mehr aus dem Kopf. Aber irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass grafisch die einzigen Verbesserungen für den Arcade-Titel stattgefunden haben. Durch das Training - oder sollte man eher von Drill sprechen? - heutiger Shooter ist man dem Gameplay von damals selbst als ungeübter Spieler um Welten voraus. Die Reaktionsgeschwindigkeit hat sich innerhalb eines Jahrzehnts mindestens verdoppelt.

Perfect Dark Perfect Dark Da sich das Spiel aber so gut Steuern lässt wie heutige Ego-Shooter wird die Luft für die Feinde hauchdünn. Gegner haben gegen euch so selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad keine Chance. Ebenso wird euch mühsam gesammeltes Waffenmaterial nach jeder Mission wieder genommen. Zwar ist das kein allzu großer Minuspunkt, sich aber die geliebte Maschinenpistole immer wieder nehmen zu lassen ist auf die Dauer durchaus nervig. Die Schwierigkeitsstufen sind zunächst auf drei Einstufungen begrenzt, können aber noch um "Perfect Dark" erweitert werden. Dabei gilt die Devise: Je höher der Schwierigkeitsgrad desto knapper Energie und Munition und zahlreicher die Gegner. Große Spielspaß-Garanten sind jedoch die Spielmodi in denen ihr auf menschliche Spieler trefft. Neben dem überragend spaßigen Koop-Modus, geht es im "Counter-Operative"-Modus nach wie vor erfrischend anders zur Sache. Die Spieler befinden sich immer auf den entgegengesetzten Seiten - sprich: Gut gegen Böse. Im Stile eines Agenten arbeiten die beiden gegen einander bis es zum Aufeinandertreffen kommt. Böses Blut unter Freunden und haufenweise Adrenalin sind vorprogrammiert. Und dabei ist es völlig gleich, ob ihr über eine Internetverbindung oder per Split-Screen am Fernseher hängt.

Meinung

Wertung zu Perfect Dark (X360)

Wertung:

7.2 /10
Pro & Contra
Grafisch gut aufbereitetjederzeit passende musikalische Untermalungimmernoch exzellente Steuerungviele Gadgetsüberraschende Story
zu oberflächliche Aufbereitungjederzeit unterlegene GegnerKI-Aussetzerjedes neue Level mit Waffen-Reset
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