Es gibt einfach keine Ruhe für Persona 5, obwohl es sich die Phantomdiebe langsam verdient hätten: Mit The Phantom X ist kürzlich das nächste Spin-off erschienen. Wir haben das Gacha-Spiel in unserem Test unter die Lupe genommen.
Die Phantomdiebe sind zurück! Dieses Mal sind sie aber nicht hinter euren Herzen her, sondern hinter eurem Geld. In einem neuen Gewand samt anderen Charakteren scheint Persona 5: The Phantom X auf den ersten Blick ein klassisches Spin-off zu sein, jedoch mit einem Twist.
Das Mobile-Game, das ebenfalls für PC verfügbar ist, setzt auf ein Free-to-Play-Modell mit Gacha-Systemen. Wir haben uns ins Metaverse begeben und uns genauer angeschaut, was euch in dem kuriosen Ableger erwartet, und verraten euch, ob sich der Abstecher für Persona-Fans lohnt.
Neue Geschichte mit vielen Parallelen
Alles an The Phantom X schreit nach Persona 5. Das ist auch kein Wunder, schließlich handelt es sich nicht um einen eigenständigen Ableger der Reihe, sondern um eine Art Parallelgeschichte zu genau diesem Spiel.
Die Phantomdiebe der Herzen treten zwar ebenfalls in Erscheinung, spielen hier aber keine große Rolle. Stattdessen schlüpft ihr in die Rolle des neuen Protagonisten namens Wonder, der wie Joker im Original durch Zufall ins Metaverse stolpert.
Dort muss er sich natürlich nicht allein durchschlagen. Anstelle von Morgana steht ihm eine kleine Eule namens Lufel zur Seite, die ihm auf Schritt und Tritt folgt und ihn sogar in die Schule begleitet. Das kennen wir doch irgendwo her ...
Eure Aktivitäten als Phantomdieb müssen allerdings bis zum Nachmittag warten, schließlich habt ihr als Jugendlicher die Schulbank zu drücken. Ihr geht zwar nicht auf dieselbe Schule wie in Persona 5, dennoch sieht alles sehr vertraut aus - sogar etwas zu sehr.
Und das betrifft nicht nur die Bildungseinrichtung: Euer Haus dürfte euch ebenfalls verdächtig bekannt vorkommen, von Shibuya mal ganz zu schweigen. Auch der Velvet Room ist mit von der Partie, allerdings haben sich die Entwickler hierfür immerhin ein anderes Thema einfallen lassen.
Doch die recycelten Assets und der bekannte Soundtrack, der euch ebenfalls in The Phantom X erwartet, sind nicht das Einzige, was Einzug in den Mobile-Ableger gefunden hat. Auch die Handlung blieb nicht von der Kopier-Aktion verschont, zumindest einige Elemente davon.
Achtung, Spoiler: Nicht nur die Herzen gestohlen
Wir kommen an dieser Stelle nicht um Spoiler herum, also überspringt lieber die nächsten Absätze, wenn ihr ohne irgendwelche Vorkenntnisse in das Spiel einsteigen wollt. Denn es scheint fast so, als hätten sich die Entwickler eine Art Checkliste mit Dingen erstellt, die in der Handlung von Persona 5 vorkommen, und sie dann in ihre Geschichte integriert.
Allerdings geschieht dies sehr plakativ und ohne größeren Zusammenhang. Da The Phantom X selbst keine Content-Warnung ausspricht, tun wir es an dieser Stelle: Ihr werdet schon früh sehr unvermittelt mit dem Thema Suizid konfrontiert. Die Situation wird dann auch nicht weiter aufgelöst, sondern ihr fahrt einfach mit eurem Tagesprogramm fort, als wäre nichts gewesen.
Der erste Palast, den ihr als frischgebackener Phantomdieb angehen dürft, ist außerdem sehr stark an den ersten Bösewicht aus Persona 5 angelehnt. Vom Sportthema über körperliche Angriffe auf Frauen bis hin zu dem Erwachen eurer neuen Teamkollegin wirkt es mehr als nur inspiriert von Kamoshidas Palast.
Bildergalerie
Wir hatten den Eindruck, dass vieles so gemacht wurde, weil "es sich für Persona 5 so gehört". Leider fehlt in dem Mobile-Ableger aber viel Kontext, der die Handlungsstränge im Original nicht nur spannend, sondern vor allem nachvollziehbar gestaltet hat. Seht es also am besten nicht als neue Geschichte in derselben Welt, sondern wirklich als eine alternative Variante der bekannten Erzählung. Wir waren von der Story, die ja eigentlich das Kernelement der Reihe darstellt, insgesamt ziemlich enttäuscht.
