Planet Coaster 2 ist ein toller Baukasten mit markanten Problemen - Test!
Test
Freizeitpark-Vergnügen mit Kreativoptionen oder mühsamer Baukasten mit Handling-Chaos? Die Wahrheit liegt bei Planet Coaster 2 irgendwo dazwischen.
Kaum zu glauben, aber Bullfrogs Theme Park wurde 2024 bereits stolze 30 Jahre alt. Von der zuckersüßen Grafik über den witzigen Parkaufbau bis hin zum Mikromanagement: Der Urvater der Freizeitpark-Simulatoren setzte schon damals Standards, die bis heute Gültigkeit haben.
Schließlich steckt hinter der Gute-Laune-Fassade der Genre-Vertreter immer noch eine Wirtschaftssimulation. Planet Coaster von Frontier Developments avancierte nach seinem Launch im Jahr 2016 zum Publikumsliebling. Allerdings weniger wegen des knallharten Management-Teils, sondern vielmehr wegen der genialen Gestaltungsoptionen. Der seit dem 06. November 2024 erhältliche Nachfolger baut dieses Erfolgsrezept weiter aus, krankt zum Start aber noch an einigen Komfortproblemen.
Die Karriere: Nett, aber belanglos
Die Karriere dient in Planet Coaster 2 (jetzt kaufen 44,99 € ) als erweitertes Tutorial. In insgesamt fünf Kapiteln und 18 Missionen schickt uns der Freizeitpark-Manager durch eine Reihe von Szenarien: Zum Beispiel müssen wir in einem Wikinger-Themenpark den Bifröst wieder aufbauen. Damit ist natürlich nicht die magische Regenbogenbrücke gemeint, sondern eine ganze Reihe bunter Wasserrutschen, die es zu restaurieren gilt.
Zur Motivation gibt es - wie schon im Vorgänger - Medaillen für erledigte Aufgaben. Für einen stetigen Fortschritt sorgen die Forschungsoptionen. Durch das Erfüllen der Aufgaben erhalten wir Forschungspunkte, mit denen wir wieder neue Möglichkeiten freischalten.
Die Karriere bereitet uns gut auf den umfangreichen Sandbox-Modus vor. Allerdings hätten wir uns gerade zu Beginn noch mehr Führung und Hinweise gewünscht - trotz der integrierten Hilfetexte. Nervig sind zudem die pseudo-witzigen Nebencharaktere, die durch die rudimentäre Geschichte führen.
Vom überdrehten, nervösen Nerd bis zum coolen Surfer-Dude ist alles dabei, was man auf Neudeutsch wohl als "Cringe" bezeichnen würde. Wenig überraschend spielen wir die Karriere nicht wegen der Story, sondern wegen der witzigen Szenarien und vielleicht, um Medaillen und Achievements freizuschalten.
Quelle: Medienagentur plassma / Olaf Bleich
Freizeitpark-Manager nach Maß
Und damit wären wir auch schon beim Gameplay. Ganz wichtig: Erwartet von Planet Coaster 2 bitte keine Hardcore-Wirtschaftssimulation! Das wollte schon der Vorgänger nicht sein. Ja, das Spiel bietet jede Menge Mikromanagement, aber Tabellen und Zahlenberge gibt es kaum. Stattdessen stehen die Kreativität beim Bauen und das Beobachten der eigenen Schöpfung im Mittelpunkt.
Dafür ist der Sandbox-Modus sicherlich die beste Spielwiese. Denn hier können wir nicht nur das Setting bestimmen, sondern auch die Grundvoraussetzungen. Wie viel Geld soll in der Kasse sein? Welche Bedürfnisse oder Vorlieben haben unsere Parkbesucher? Und wie viele sollen überhaupt auf das Gelände kommen?
Hier können wir auch bereits vor dem Abschließen der Karriere sämtliche Fahrgeschäfte ausprobieren. Wer es ganz entspannt mag, deaktiviert einfach das Spielerbudget und hat unendlich viel Geld auf dem Konto. Kurzum: Es gibt zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten - von butterweich bis bockschwer.
Während wir in der Karriere meist einen bereits bestehenden Park vorfinden, starten wir im Sandbox-Modus auf einem freien Feld. Und so spielt sich Planet Coaster 2 zunächst wie die meisten anderen Park-Manager auch: Wir ziehen einen Hauptweg vom Eingang, platzieren die ersten Fahrgeschäfte, stellen Imbissbuden, Mülleimer oder Toiletten auf und heuern Personal an, das nach dem Rechten sieht.
Im Gegensatz zum Vorgänger kümmern wir uns in Planet Coaster 2 auch um die Strom- und Wasserversorgung. Für die Pool-Landschaften kaufen wir Pumpen und Filteranlagen.
Bildergalerie
Um die Gebäude mit Energie zu versorgen, bauen wir entweder Generatoren oder Solarzellen sowie entsprechende Verteiler und ziehen Leitungen. Das System ist relativ einfach, aber zeitaufwendig. Denn auch Generatoren und Pumpen gehen mit der Zeit kaputt und müssen entsprechend ersetzt oder gewartet werden.
