Playerunknown's Battlegrounds: So spielt sich die Version 1.0 - Update: Ersteindrücke der Live-Version
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PUBG ist wohl die größte Spieleüberraschung des Jahres 2017. Am 20. Dezember wollen Brendan Greene und sein Team bei PUBG Corporation die Battle-Royale-Gefechte aus der Early-Access-Phase entlassen. Wir haben uns die Inhalte von Version 1.0 angeschaut und sagen euch, was in die Neuerungen bewirken und wie gut uns das Spiel zum "offiziellen Start" gefällt. Update: Ersteindrücke der Live-Version.
Seit gerade einem knappen Jahr in Entwicklung und schon ein gigantischer Erfolg: Mit PUBG hat die koreanische PUBG Corporation in Zusammenarbeit mit Brendan Greene für die größte Spiele-Überraschung des Jahres 2017 gesorgt. Dank der äußerst beliebten Early-Access-Phase auf Steam hat der Battle-Royale-Shooter bereits mehr als - sage und schreibe! - 20 Millionen Spieler angesammelt und es scheint immer noch viel Luft nach oben zu geben - vor allem jetzt, da die sehnsüchtig erwartete Version 1.0 ihren Release feiert. Wir haben uns die neuen Inhalte der zwar bestimmt nicht letzten, aber von den Entwicklern als fertig deklarierten Fassung auf dem Test-Server angeschaut und sagen euch, weshalb wir kaum mit den spannenden Partien aufhören können, was die größten Unterschiede zur Early-Access-Phase sind und wo wir noch Verbesserungsbedarf sehen.Lesetipp - PUBG: Release-Version 1.0 - Genauer Starttermin, Server-Downtime vor Start
Update: Seit heute um 8 Uhr ist die Version 1.0 erhältlich und spielbar. Wir haben uns die Live-Fassung angeschaut und berichten über unsere Ersteindrücke am Ende des Artikels.
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PUBG ist ein Phänomen, das nicht jeder Shooter-Fan so recht nachvollziehen kann. Insbesondere die technischen Mängel wie etwa der riesige Hardware-Hunger trotz eher durchschnittlicher Optik oder die Cheater- sowie Serverprobleme haben bei alteingesessenen Genre-Enthusiasten für entsetzte Gesichter gesorgt. Ebenso scheint Playerunknown's Battlegrounds (jetzt kaufen ) auf dem Papier nicht gerade viel Abwechslung in petto zu haben. In der EA-Phase konnte man zum Beispiel nur auf einer - zugegebenermaßen riesigen - Map den ultimativen Kampf ums Überleben mit bis zu 100 Spielern bestreiten. Ebenso herrscht in puncto Spielmodi auch nicht gerade die höchste Vielfalt. Im Grunde genommen bietet PUBG weiterhin nur die Möglichkeit, dass ihr euch entweder alleine oder mit zwei oder vier Mitstreitern in die Battle-Royale-Gefechte schmeißt. Erst etwas später in der Testphase kam noch ein Variante hinzu, in der wir die Kämpfe statt wie üblich aus der Verfolgeransicht aus der Ego-Perspektive erleben. Zudem fehlten in der Early-Access-Version noch viele wichtige Features, die seit mehreren Jahren zum Genrestandard gehören - etwa die Möglichkeit, richtige Sprünge zu machen oder an Wänden und anderen Hindernissen hochzuklettern. Um die lange Liste an Mängeln an dieser Stelle abzuschließen, sei noch erwähnt, dass PUBG im Gegensatz zu anderen beliebten Online-Shootern auf ein richtiges Progressionssystem verzichtet. Ihr könnt zwar Kleidungsstücke durch erfolgreiche Partien freischalten, sammelt aber keine Waffen oder andere Ausrüstungsgegenstände für die nächsten Kämpfe.
PUBG Version 1.0 im Check: Spannung pur!
Doch trotz der langen Liste an Problemen, die PUBG tatsächlich hatte und wohl zum Teil auch weiterhin haben wird, hat das Spiel unserer Meinung nach den Erfolg redlich verdient. Es fällt aber schwer, jemandem die Faszination der Battle-Royale-Kämpfe zu erklären, der sie selbst nicht gespielt hat. Die höchste Motivation scheint zumindest die Spannung zu sein, die in den Gefechten ab der ersten Minute herrscht. Wenn man ganz ohne Ausrüstung auf einer riesigen Insel landet und augenblicklich ums Überleben kämpft, gerät man nun mal leicht ins Schwitzen. Traue ich mich nur mit einer Machete in der Hand ein Gebäude zu stürmen, damit ich eventuell eine Schusswaffe bekomme? Sollte ich wirklich über ein weites Feld ohne Helm und Panzerweste laufen, damit ich zu den nächsten Häusern und damit zum nächsten Loot gelange? Solche und ähnliche Fragen stellt man sich innerhalb einer Partie im Minutentakt. Wenn dann obendrein hinter jeder Ecke ein Gegner auf einen lauern könnte, wird man zudem auch leicht paranoid - hinter jedem Schussgeräusch, auch wenn aus weiter Ferne, könnte eben eine Kugel stecken, die uns gilt. Doch das Gefühl der Erhabenheit, wenn man zu den letzten Überlebenden gehört oder gar eine Partie gewinnt, ist unbeschreiblich schön. Zu einem guten Teil hängt das damit zusammen, dass unserer Meinung nach kaum ein anderer Online-Shooter so viel taktisches Geschick von den Spielern abverlangt und obendrein so viele unterschiedliche Wege zum Erfolg führen können.
Quelle: PC Games
Es gibt in PUBG fast unendlich viele Wege zum Erfolg. Sich in einem Hochhaus zu verstecken, kann aber auch daneben gehen.
PUBG Version 1.0 im Check: Die neue Map
Die Version 1.0 bringt einige sehr wichtige Neuerungen. Vor allem die frische Wüstenkarte namens "Miramar" sorgt dafür, dass erfahrene PUBG-Spieler vor neue Herausforderungen gestellt werden. Wo etwa die besten Spots für den besten Loot und wo es Fahrzeuge zu kapern gibt, gilt es im Laufe der Partien herauszufinden. Unserer Erfahrung nach haben die Entwickler dabei vor allem das Balancing bedacht und so dafür gesorgt, dass alle Areale auf der Karte Vor- und Nachteile haben. Zum Beispiel gibt es am oberen rechten Kartenrand von "Miramar" eine verlassene
Quelle: PC Games
In der Militärbasis oben rechts am Kartenrand findet man richtig viel Loot. Doch der Weg von dort in die Kartenmitte ist weit.
Militärbasis namens "Campo Militar", in der es haufenweise Sturm- sowie Scharfschützengewehre gibt. Allerdings ist der Bereich stark umkämpft (einige unserer Versuche ließen uns in weniger als 30 Sekunden sterben) und liegt zudem weit abseits der Mitte, wo in vielen Partien die letzten Kämpfe stattfinden. Doch im Vergleich zu der Militärbasis der alten Karte liegt die Festung immerhin nicht auf einer separaten Insel und so sind die Überlebenschancen, wenn man denn als Sieger aus den harten Duellen um den Militär-Loot hervorgeht, deutlich höher - schließlich muss man nun nicht über eine der zwei langen Brücken zur Hauptinsel gelangen. Uns hat aber die "Hacienda Del Patron" von allen Bereichen am besten gefallen. In der Villa eines Mafiabosses gibt es sehr viel Loot zu holen und zudem ist sie ziemlich mittig auf der Map gelegen. In den von uns gespielten Partien kam es eher selten vor, dass mehr als zwei Spieler entschieden haben, von dort aus den Überlebenskampf anzufangen. Für weitere gute Spots hilft die von Webdestroya erstellte interaktive Karte von Miramar.
PUBG Version 1.0 im Check: Wir können springen!
Die zweite große Neuerung der Version 1.0 betrifft das nun eingeführte Kletter- und Sprungsystem. Obwohl die Möglichkeit Hindernisse zu überwinden in einem modernen Online-Shooter eigentlich selbstverständlich sein sollte, kommen PUBG-Spieler erst jetzt in den Genuss. Dank des Features gibt es nun viele früher nicht erreichbare, höher gelegene Stellen auf der alten Karte, von denen aus es sich herrlich Snipern lässt. Für die neue Map hat man das Feature hingegen schon bei der Erstellung bedacht und so gibt es nun so gut wie immer die Möglichkeit, auf ein Dach eines Gebäudes zu steigen und von dort aus in aller Ruhe auf die Feinde zu schießen. Zudem gilt es nun deutlich öfter als auf der alten Karte über kleine Hecken, Zäune und andere Hindernisse zu springen.
Quelle: PC Games
In den neuen Pickups finden bis zu vier Spieler Platz.
Neben der Karte und dem Sprungsystem haben die Entwickler den Partien auch viele neue Ausrüstungsgegenstände beschert. Nun steht euch zum Beispiel mit dem R45 ein moderner Revolver zu Verfügung, der zwar nur sechs Schuss in der Trommel hat, dafür aber zielgenau ist und sich recht schnell nachladen lässt. Für die Profi-Spieler gibt es hingegen ein Winchester-94-Gewehr, auf das man keine Aufsätze oder Visiere setzen kann, aber dafür sehr viel Schaden pro Schuss austeilt. Neu sind auch insgesamt drei Fahrzeuge im Spiel. Mit dem frisch eingeführten Jet-Ski könnt ihr euch nun auch schnell über das Wasser bewegen. Der neue Pickup ist hingegen für das felsige Gelände der Wüstenkarte wie geschaffen und für die Squad-Spieler gibt es einen Van, in dem sechs Personen Platz finden.
PUBG Version 1.0 im Check: Trotz Problemen empfehlenswert
Die anderen wichtigen Neuerungen der Version 1.0 betreffen Anti-Cheat-Maßnahmen. So seht ihr dank einer Killcam, wie euer Gegner euch erwischt hat. Wenn euch das Gesehene merkwürdig vorkommen sollte, könnt ihr den Spieler mit einem einfach Klick melden. Ob das System tatsächlich bei der Cheater-Problematik richtig greift, ist aber schwer vorauszusagen. Bei den von uns gespielten Partien funktionierte die Killcam nämlich nur sporadisch. Zudem könnte es gut sein, dass verärgerte Spieler Leute melden, die sich einfach gut angestellt haben und nie zu irgendwelchen Aimbots oder anderen
Quelle: PC Games
Die neue eingeführte Killcam funktionierte bei den von uns gespielten Partien nur sporadisch.
unfairen Tools gegriffen haben. Eine weitere Problematik, die PUBG voraussichtlich auch die nächsten Monate begleiten wird, sind die hohen Latenzen in den Partien. Die Entwickler haben wohl nicht mit einem so gigantischen Erfolg gerechnet und so macht sich die zu geringe Bandbreite der zur Verfügung stehenden Server des Öfteren bemerkbar. Vor allem am Anfang einer Partie sind die Verzögerungen mitunter so stark, dass Schießereien eher eine Glücksache sind. Wir hoffen, dass PUBG Corporation diese Problematik in den Griff bekommt. Der unglaubliche Erfolg hat dem Studio sehr hohe Gewinne beschert, die man unserer Meinung zu allererst für die Aufrüstung der Serverfarm verwenden sollte.
Abseits der Cheater- und Server-Probleme müssen wir aber sagen, dass Playerunknown's Battlegrounds zurecht der Überraschungs-Hit des Jahres ist. Obwohl der Umfang und die Abwechslung auf dem Papier auch mit den nun zwei verfügbaren Maps nicht gerade riesig sind, spielt sich jede Partie dank des zufälligen Loots anders. Dazu gibt es so viele unterschiedliche Taktiken, dass man auch nach mehr als hundert Gefechten noch neue Vorgehensweisen findet. Wer sich also für kompetitive Online-Shooter interessiert, sollte PUBG unbedingt im Auge behalten - an Spannung sind die Battle-Royale-Gefechte kaum zu schlagen! Ob sich aber der Kauf tatsächlich lohnt, werden wir erst im nächsten Jahr sagen können, sobald wir genügend Live-Erfahrung mit der Version 1.0 gesammelt haben.
PUBG Version 1.0 im Check: Ersteindrücke nach dem offiziellen Start
Heute am 21. Dezember um 8 Uhr deutscher Zeit hat PUBG seine Early-Access-Phase verlassen! Wir haben nun rund zehn Partien mit der Version 1.0 auf dem richtigen Server gespielt und fassen unsere Ersteindrücke hier zusammen. Inhaltlich ist die jetzt erhältliche offizielle Verkaufsversion identisch mit der beschrieben Fassung auf dem Testserver. Technisch haben wir ebenfalls keine großen Unterschiede feststellen können. So ist die Performance weiterhin sehr bescheiden; für die gebotene Grafikqualität bleiben die Hardware-Anforderungen enorm. Dazu hatten wir auch mit der Verkaufsversion in den rund drei Spielstunden einen Crash - sprich das Spiel stürzt ähnlich häufig ab wie während der Early-Access-Phase. Dazu scheint es - wohl aufgrund des aktuell großen Andrangs - viele Server-Probleme zu geben und auch das Matchmaking funktioniert nicht immer. Wir konnten uns zum Beispiel erst nach mehrmaligen Start des Spiels überhaupt auf den Server einloggen und erlebten zudem starke latenzbedingte Ruckler zu Anfang unserer Partien. Die Server-bedingten Probleme nehmen aber unserer Erfahrung nach im Laufe der Partien ein wenig ab. Trotzdem: Insgesamt können wir der Verkaufsversion vom technischen Standpunkt aktuell keine gute Note vergeben. Spielerisch, wenn eine Partie denn technisch keine allzu großen Schwierigkeiten bereitet, ist PUBG wiederum höchst spannend und macht so richtig Laune. Ergo: Wer die Geduld aufbringt und Spaß an Online-Shootern hat, kann schon jetzt zugreifen. Alle anderen sollten lieber noch ein wenig warten, bis die Entwickler die Server- und Performance-Probleme gelöst haben.
