25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler
Special
Von The Nomad Soul bis Star Wars: Eclipse: Quantic Dream um Kreativkopf David Cage hinterließ seine Fußstapfen in der Gaming-Historie. In unserem Report blicken wir zurück auf Entstehung, Erfolge und Fehlschläge des französischen Entwicklerstudios.
Im Jahr 2022 gehört Quantic Dream trotz Übernahmegerüchten zu den erfolgreichsten unabhängigen Studios der Welt. Gründer David Cage und seine Philosophie der Spiele-Entwicklung sind längst zu einer Marke erwachsen. Das in Paris ansässige Unternehmen blickt auf eine nunmehr 25-jährige Geschichte zurück. Heavy Rain, Beyond: Two Souls oder Detroit: Become Human: Die bekanntesten Quantic-Dream-Werke sind nicht unumstritten, aber mindestens ebenso bekannt. Gleiches gilt für David Cage, den Gründer des Unternehmens. Der am 9. Juni 1969 unter dem bürgerlichen Namen David De Gruttola in Mulhouse geborene Franzose begann seine Laufbahn als Musiker und Komponist, merkte jedoch bereits in jungen Jahren, dass er trotz fehlender Programmierkenntnisse viel lieber in die Spieleentwicklung wollte.
Mit dem PC durch London
Wir reisen zurück ins Jahr 1994. Der damals noch junge David Cage arbeitete damals als Komponist. Er schrieb Musik für andere Künstler, Werbespots und sogar kleinere Videospiele. Zu diesem Zeitpunkt verdiente er gut und hatte sich ein Netzwerk aufgebaut. Trotzdem wollte er etwas anderes.
In diesem Artikel
- Seite 1 25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 1
- Seite 2 25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 2
- Seite 3 25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 3
- Seite 4 25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 4
- Seite 5 Bildergalerie
Quelle: Quantic Dream
David Cage (links), mit bürgerlichem Namen David De Gruttola, gründete Quantic Dream im Mai 1997. 2003 stieß Guillaume De Fondaumière als Chief Operating Officer und Co-Geschäftsführer zum Unternehmen hinzu.
"Ich habe für andere Musikunternehmen in meinem Studio jeden Tag gearbeitet. Ich hatte es irgendwann satt. Ich besaß eine Leidenschaft für das Schreiben und ich liebte Videospiele. Also beschloss ich, das Spiel zu schreiben, das ich schon immer wollte", erklärte er in einem Interview mit dem Branchenmagazin MCV UK.
In den folgenden Monaten arbeitete er in seiner Freizeit an einem Konzept und an einem Skript zu The Nomad Soul (in Nordamerika: Omikron: The Nomad Soul). Das Ergebnis: 200 handschriftliche Seiten. Seine ersten Ideen teilte er mit einigen Kontakten aus der Videospielszene, die er über seine bisherige Arbeit aufgetan hatte. Das Feedback war positiv.
Quelle: Moby Games
Popstar David Bowie verkörperte in The Nomad Soul gleich zwei NPCs und steuerte den Soundtrack zum Open-World Actionspiel bei.
Getreu dem Motto "alles oder nichts" tat sich Cage 1997 mit fünf Freunden zusammen und startete mit der Entwicklung eines Prototyps. Das Budget reichte allerdings nur für sechs Monate. In den letzten Wochen ging er dann auf die Suche nach einem Publisher und Geldgeber. In London ergatterte er einen Termin bei Eidos.
Mit einem PC samt Demoversion im Gepäck schleppte er sich schwitzend in deren Büros - und hatte bereits am Tag drauf einen fertigen und vor allem französischen Vertrag vor sich liegen. "Eidos war damals fantastisch. Sie waren Rock 'n' Roll. Sie machten wirklich verrückte Dinge in einer interessanten Zeit unserer Industrie. Sie gaben uns das Geld für das Projekt und stellten als einzige Bedingung, dass wir noch in diesem Monat anfangen sollten", führte Cage im Interview aus.
Mit diesem ersten Vertrag war auch die Zukunft gesichert: Quantic Dream wurde am 2. Mai 1997 gegründet. The Nomad Soul erschien schließlich 1999. Es war kein herausragendes oder gar fehlerfreies, wohl aber ein ungewöhnliches Spiel. David Cage beschreibt es gerne als "Science-Fiction-GTA".
Tatsächlich bewegt ihr euch frei durch die Spielwelt, löst Rätsel, kämpft und könnt vor allem die Hintergründe des futuristischen Settings herausfinden. Für Hollywood-Flair sorgte die Kooperation mit Musik-Ikone David Bowie, die zwei Nebencharaktere vertonte und nebenbei den Soundtrack beisteuerte. Das Spiel verkaufte sich rund 600.000-mal - kein Mega-Hit, aber genug, um Eidos zufriedenzustellen.
Aufstieg der digitalen Geschichtenerzähler
Aus Cages Liebe zum Schreiben entstand auch das Skript seines nächsten Projekts. Der kreative Kopf hinter Quantic Dream wollte die Medien Film und Computerspiel miteinander verschmelzen. Heraus kam Fahrenheit, das auf dem Papier ein klassischer Mystery-Thriller mit starkem Story-Fokus war. Die Inszenierung, die Geschichte und vor allem die Entscheidungsfreiheiten machten das Spiel zu etwas Besonderem.
- Seite 1 25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 1
- Seite 2 25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 2
- Seite 3 25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 3
- Seite 4 25 Jahre Quantic Dream: Streitbare digitale Geschichtenerzähler - Seite 4
