Außer der Tatsache, dass man ein hübsches Babe auf Monster werfen kann, hat der Gears-Klon nicht ein Alleinstellungsmerkmal.
Die Veröffentlichung von Quantum Theory stand unter keinem guten Stern, da das Spiel bereits im Vorfeld als japanischer Gears of War-Klon ohne jegliche Eigenständigkeit bezeichnet wurde. Hinzu kam noch, dass der Shooter von Tecmo Koei immer wieder verschoben wurde. Nun ist Quantum Theory endlich da. Und falls es sich tatsächlich um eine Kopie der Epic-Ballerei handelt, kann man immer noch damit argumentieren, dass gut kopiert oft besser ist als schlecht selbst gemacht.
Die Welt am Abgrund
Quantum Theory
In der Zukunft hat es die Menschheit nicht leicht, da plötzliche unheilbringende Türme auftauchen und sich eine Krankheit namens Diablose ausbreitet und die letzten Überlebenden tötet. Abgesehen davon, dass allerlei hässliche Monstrositäten über die Erde wandeln. Als mysteriöser Kämpfer Syd, der ebenfalls an die Schränke aus Gears of War erinnert, erklettert man einen dieser Türme, um dem Geheimnis der Krankheit auf die Spur zu kommen. Zu Beginn des Spiels schießen wir uns mit anderen Soldaten durch die Ruinen einer Stadt, die, wie soll es auch anders sein, an die Areale aus Gears of War erinnert. Hier kämpft man sich von Deckung zu Deckung und gibt immer wieder Feuerstöße gegen den Feind ab, der zwar nicht all zu clever reagiert, aber immerhin ganz gut in Deckung gehen kann. Manchmal lässt die Treffererkennung jedoch zu wünschen übrig.
Quantum Theory
Als Waffen stehen uns zwar zahlreiche exotisch aussehende Gerätschaften zur Auswahl, maximal drei darf der gute Syd mit sich führen, doch im Endeffekt haben wir nichts anderes als MGs, Schrotgewehre oder Raketenwerfer in Händen. Das Problem dabei ist, dass die Hälfte der Schießprügel einfach nicht zu gebrauchen ist und quasi nur eine Alibifunktion aufweist. Irgendwann erreicht man also den Turm und kämpft sich fortan durch merkwürdig aussehende Innenbereiche, die jeglicher Kreativität beraubt wurden. In vielen Cover-Shootern erhält man zumindest teilweise den Eindruck, dass die Deckungsmöglichkeiten, (Autos, Trümmer, Mauern usw.) zufällig dort liegen. Bei Qunatum Theory wirkt das Leveldesign zu künstlich darauf angelegt. Man bekommt das Gefühl, dass der gesamte Turm nur dazu gebaut wurde, um sich darin Feuergefechte zu liefern.
Ein Monster nach dem anderen
Quantum Theory
Nach zwei bis drei Stunden Spielzeit fragt man sich dann doch, ob das Spiel endlich loslegt und Spannung aufkommt. Doch bis auf 08/15 Schießereien dürft ihr in den rund 7-8 Stunden Spielzeit nichts mehr erwarten. Bis auf die Tatsache, dass man den Eindruck hat, eine Mischung aus Gears of War und einem japanischen Fantasy-Metzler zu spielen (z.B. Devil May Cry), hat Quantum Theory absolut kein einziges Alleinstellungsmerkmal. Ach so, da gibt es doch etwas: In rund der Hälfte der Spielzeit begleitet uns eine hübsche Frau namens Filenna, die wir, und so ist es auch richtig, auf die Gegner werfen können. Dabei wird ein mächtiger Angriff ausgeführt, der die meisten Feinde sofort erledigt. Zudem lassen sich Komboangriffe ausführen. Leider reagiert das Fräulein nicht sonderlich clever und ist uns in den seltensten Fällen hilfreich, außer man kloppt sie manuell in Richtung des Feindes.
Quantum Theory
An den Feuergefechten selbst lässt sich auf den ersten Blick kaum etwas aussetzen, es ist halt ein mittelmäßiger Shooter mit einem soliden Deckungssystem, das zwar einige Aussetzer hat und nicht mit der Genrespitze mithalten kann, doch es gibt weitaus schlimmere Probleme zu vermelden. Die Zielerfassung ist ein Graus. Bewegt sich der Feind ein wenig, kann man ihn kaum noch im Fadenkreuz halten und verballert unnötig ein gesamtes Magazin ins Leere. Feinjustierungen helfen kaum. In Verbindung mit der nicht immer sauber funktionierenden Kamera stellt sich viel Frust ein. Ein weiteres Problem ist die Sprintfunktion, die exakt wie bei Gears of War funktioniert, nur nicht ganz so gut. Dumm: Wenn man sich schnell zurückziehen will, lehnt man sich beim Rennen automatisch an die Deckungsmöglichkeiten und verreckt dadurch viel zu oft.
Gute Ansätze, großes ABER
Quantum Theory
Quantum Theory ist ohnehin von zahlreichen unfairen Stellen geprägt, die auf die missratene Steuerung und das fürchterliche Gamedesign zurückzuführen sind. An einigen Punkten muss man sich über Minuten gegen spawnende Feinde erwehren, um dann doch zu sterben und die Quälerei von vorne zu beginnen. Hinzu kommt noch, dass Speicherpunkte viel zu weit auseinander liegen und das Gefühl der künstlichen Spielzeitstreckung in den Sinn kommt. Auf dem leichtesten der drei Schwierigkeitsgrade ist Quantum Theory noch spielbar, obwohl auch hier viel Frust aufkommt. Während des Spielverlaufs habe ich mich immer wieder gefragt, was ich mir hier eigentlich antue. Wut, Hass und der ganze Kram, Emotionen, die bei Quantum Theory oft zum Einsatz kommen. Abgesehen davon, dass man sehr schlecht vor Feinden fliehen kann, braucht der gute Syd elendig lange, um sich wieder aufzurichten. In dieser Zeit werden wir weiter aufs Korn genommen und eventuell von einer weiteren Granate umgeworfen, was dazu führt, dass man keine Chance hat überhaupt aufzustehen und zu reagieren. Lange Nachladezeiten der Waffen und zu kleine Magazine sorgen für weitere Schweißausbrüche und wenn die Entwickler uns wieder einen Haufen flinker Feinde entgegen werfen und man aufgrund der Steuerung kein Scheunentor trifft, mögen nah am Wasser gebaute Spieler in Tränen ausbrechen.
