Auf der E3 in Los Angeles stellte Ubisoft erstmals einen nicht-kompetitiven Spielmodus für Rainbow Six: Siege vor. In Terrohunt misst man sich mit vier Freunden im Koop gegen eine angeblich richtig knackige KI. Wir haben das ausgetestet.
Ein Online-Spiel, in dem man immer nur gegeneinander antritt, kann auf Dauer langweilig werden. Aus diesem Grunde gibt es Kampagnen – oder eben einen Koop-Modus, wie im Fall von Rainbow Six. Auf der E3 2015 kündigte Ubisoft den PvE-Modus Terrohunt für Siege an. Bis zu fünf Spieler treten darin gegen eine Armee von KI-Soldaten an. Entweder als Angreifer oder als Verteidiger müssen sie Aufgaben meistern – zumeist Geiselbefreiungen oder Bombenentschärfungen.
Die Gegner, das versprechen die Macher in einer Präsentation, sollen schlau agieren. Sie gruppieren sich, gehen in Deckung, nutzen Höhenvorteile aus. Wenn die Spieler einen Raum halten müssen, werden sie nicht nur versuchen durch die Türen zu kommen, sondern auch durch Fenster reinklettern oder Wände und Decken sprengen.
Teamplay und Taktik
Quelle: PC Games
Taktik ist King: Rainbow Six setzt Strategie und Teamplay voraus.
Wie im kompetitiven Online-Modus zählt in Terrohunt vor allem eins: Taktik und Teamplay. Das fängt schon bei der Wahl der Spielfigur an. Jeder Charakter trägt einzigartige Gadgets mit sich herum: Einer kann mit einer Drohne Häuser erkunden, ein anderer Sprengfallen setzen, der nächste einen Schild tragen.
Die Schildträger erweisen sich vor allem in richtigen Feuergefechten als nützlich. Sie können in solchen Momenten zwar selbst nur ihre Sekundärwaffe tragen, dafür kann sich das Team gut hinter ihnen in Deckung begeben. Aufgeteilt auf zwei Feuerteams mit je einem Schildträger kann man Gegner in großen, ausladenden Räumlichkeiten beispielsweise flankieren.
Quelle: Ubisoft
Cops gegen Verbrecher: In Terrohunt jagen wir im Koop angeblich superschlaue KI Soldaten.
Bei unserer Hands-On Demo erweist sich die superschlaue KI jedoch noch als Finte. Wie in jedem anderen Shooter rennen uns Gegner vor die Flinte. Oft hapert es einfach an der Wegfindung der Kameraden: Sie versuchen zu dritt oder viert durch eine Tür zu gehen und verfangen sich dort. Ansätze der schlauen KI sind aber dennoch erkennbar. So sprengen Feinde wirklich manchmal eine komplette Wand ein – sie gehen dabei nur nicht taktisch vor.
Knackig wird die Situation nur an zwei Stellen: Unser Ziel ist es, in einem Botschaftsgebäude voller Feinde eine Bombe zu entschärfen. Um dort hinzugelangen, versuchen wir so leise wie möglich vorzugehen. Damit keiner der Feinde die anderen Wachen alarmieren kann, schalten wir sie mit Schalldämpfer aus. Doch am Entschärfungsort angekommen ist es soweit: Die Geiselnehmer wissen Bescheid! Sobald wir den Entzünder (einen automatischen Computer) platzieren, werden sie aufgeschreckt. Wir müssen den Raum dann eine Minute halten – sonst ist die Mission verloren.
Zerstörung wohin das Auge blickt
Quelle: Ubisoft
Abwechslungsreich: Die Missionen wechseln von Angriff zur Verteidigung.
In solchen Feuergefechten geht es nicht zimperlich zu. Beide Teams feuern aus allen Rohren – da geht schon einiges zu Bruch. In einem Großraumbüro zerbersten beispielsweise die Trennwände der Cubicals in tausend Einzelteile. Was eben noch wie ein guter Sichtschutz aussah, kann gleich schon ein zerlöcherter Käse sein. Auch verbarrikadierte Fenster und dünne Wände sind kein guter Ort um dahinter in Deckung zu gehen. Sie gehen schnell zu Bruch und legen die eigene Flanke offen.
Siege Generator
Für einen gewissen Wiederspielwert soll der sogenannte Siege Generator sorgen. Der wählt an einem der elf verschiedenen Orte zwischen vier Spielmodi und baut zufallsgenerierte Befestigungen ins Level. Mal wird ein Raum also komplett versperrt sein, mal eine Treppe vermint, mal ein Fenster nur barrikadiert. Spieler sollen dadurch bei jedem Spiel etwas Neues vorfinden. Ob diese Variation wirklich ausreicht, ist aber leider noch nicht absehbar.
