Fantastische Atmosphäre, gelungenes Gameplay: Mit Reanimal kommt Gruselspaß auf uns zu

Special Michael Grünwald
Fantastische Atmosphäre, gelungenes Gameplay: Mit Reanimal kommt Gruselspaß auf uns zu
Quelle: THQ Nordic

Die Little-Nightmares-Macher sind zurück: Reanimal bietet einen genialen Mix aus Horror und Koop-Abenteuer. Wir konnten es bereits spielen.

Ferrari gegen Mercedes, Messi gegen Ronaldo, Breze gegen Croissant und nun Little Nightmares 3 gegen Reanimal: Ja, es herrscht definitiv ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Titeln. Außerdem sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich, wenn wir sie nebeneinander laufen lassen würden und doch unterscheiden sich die Horrorabenteuer aber in einigen Punkten. Reanimal ist das neue Spiel der Entwickler von Little Nightmares 1 und 2, während sich der dritte Teil der kleinen Albträume mittlerweile bei Supermassive Games in der Mache befindet.

Schon in den ersten Trailern sah Reanimal (jetzt kaufen 35,88 € / 39,99 € ) düsterer und erwachsener als der Konkurrent aus und genau das ist auch das Ziel von Tarsier Studios. "Sweet Horror" bezeichnen die Entwickler liebevoll ihr intern kreiertes Genre und unserer Meinung nach trifft das sehr gut auf das Abenteuer zu. Spielwelt und Charaktere haben immer wieder etwas Knuffiges an sich und zwischendurch schlägt plötzlich der knallharte Grusel zu. Wir hatten auf der Gamescom nun endlich die Möglichkeit, selbst ein Kapitel zu spielen.

Gemeinsam durch die Dunkelheit

Solo konnten wir zwar noch keinen Run starten, aber an einem lauschigen Stand der Messe ging es im Couch-Koop-Modus zusammen mit einem Kollegen durch einen Abschnitt des Spiels. Womit wir schon beim wohl größten Gamechanger angekommen sind. Wer Lust auf Couch-Koop hat, der muss bei Reanimal bleiben, denn Little Nightmares 3 kommt ohne das Feature daher.

Die Schauplätze und manche Gegnertypen wirken realer als in Little Nightmares 1 und 2. Groteske Wesen sind aber auch mit von der Partie. Quelle: THQ Nordic Die Schauplätze und manche Gegnertypen wirken realer als in Little Nightmares 1 und 2. Groteske Wesen sind aber auch mit von der Partie. Beim Online-Koop gibt's außerdem die Möglichkeit, über Crossplay mit Freunden zu zocken. Spielen wir allein, bekommen wir einen KI-Begleiter an die Hand, der uns unterstützt. Sich gemeinsam in das Abenteuer zu stürzen, ist definitiv sehr spaßig, denn schon in unserer Session mussten wir häufiger zusammenarbeiten, um im Level voranzukommen.

Da braucht es mal eine Räuberleiter, eine helfende Hand oder gemeinsames Knöpfchendrücken, um den nächsten Weg freizuräumen. Am meisten Spaß machen solche Dinge vielen Leuten zusammen in einem Raum, aber auch Solo-Spieler sollen eine ähnliche Spielerfahrung erhalten.

Auch das Wetter passt sich der düsteren Stimmung an. Ob wir in Reanimal jemals die Sonne sehen werden? Quelle: THQ Nordic Auch das Wetter passt sich der düsteren Stimmung an. Ob wir in Reanimal jemals die Sonne sehen werden?

Dunkel war's, der Mond schien helle

Wir schlüpfen in Reanimal in die Haut eines Geschwisterpärchens, das auf der Suche nach seinen Freunden ist. In einer trostlos wirkenden Spielwelt halten die beiden Waisenkinder zusammen und ziehen ihre Hoffnung aus kleinen Erfolgen, die wir gemeinsam mit ihnen zwischendurch feiern.

Das ist gar nicht so einfach, denn in den Weg stellen sich den beiden gruselige und abstruse Monster, vor denen wir uns meistens verstecken oder wegrennen sollten. Das Gegnerdesign sieht fantastisch aus und hebt sich von der Little-Nightmares-Reihe ab.

"Bewaffnet" waren wir in unserer Session nur mit einer Lampe, mit der wir ein wenig Helligkeit ins Dunkle bringen konnten. Die ist auch nötig, denn es gibt einige sehr düstere Ecken im Spiel. Die Atmosphäre kann damit unter anderem durch Schattenspielereien schnell überzeugen.

Reanimal Quelle: THQ Nordic Jetzt ganz leise sein: Heimliches Vorgehen nimmt einen großen Teil des Gameplays ein.

Keine Innovationen, trotzdem spaßig

Wer die ersten beiden Teile von Little Nightmares gespielt hat, wird sich in Reanimal sofort zurechtfinden. Die Steuerung geht leicht von der Hand und ist intuitiv. Nachdem das Zusammenspiel mit dem Mitspieler oder dem KI-Begleiter im Mittelpunkt steht, reicht ein einfacher Tastendruck häufig aus, um der anderen Figur zu helfen.

So lösen wir im Verlauf der Geschichte immer wieder Umgebungsrätsel, suchen Schlüssel und umgehen Feinde - zumindest so gut es eben geht. Die Entwickler erfinden das Rad nicht neu und setzen weiterhin auf die gelungene Little-Nightmares-Formel. Genau das ist aber okay, schließlich hat Tarsier das Prinzip erfunden.

Meinung

Ein paar Kleinigkeiten sind aber neu: Die Figuren sprechen beispielsweise immer wieder kurz miteinander. Es bleibt bei kurzen, knappen Sätzen, aber knuffig klingen die Charaktere schon. Eine deutsche Sprachausgabe erwarten wir nicht, lassen uns aber gerne zum Release überraschen.

Ein exaktes Veröffentlichungsdatum kennen wir ebenfalls noch nicht, doch der Titel soll noch ein wenig reifen. Im Jahr 2026 steht dem Release aber nichts mehr im Weg und es wird spannend zu sehen sein, wer am Ende das Rennen macht, oder ob Little Nightmares 3 und das neue Tarsier-Abenteuer ganz einfach parallel koexistieren können. Reanimal erscheint für PC, PS5, Nintendo Switch 2 und Xbox Series X/S.

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