Der Playstation Plus Titel Rocket League ist ein verrückter, sehr chaotischer Mix aus Fußball, Stock Car Rennen und Physikspiel. Und er hat es unserem Autor angetan: So viel Spaß hatte er schon lange nicht mehr mit einem "Sportspiel".
Ich mag keinen Fußball. Als Kind habe ich zusammen mit meinem Bruder im örtlichen Verein angefangen. Aber im Gegensatz zu ihm, hat mich nie wirklich interessiert, was auf dem Platz passiert. Stattdessen bin ich bei unserem ersten Junioren-Turnier auf dem Platz hin und her gewatschelt und habe mich über die vielen Blumen auf dem Rasen gewundert. Ich glaube, ein paar habe ich sogar gepflückt und meiner Mutter an den Spielfeldrand gebracht. Mein Vater ließ mich danach vom Trainer auswechseln, es war ihm zu peinlich. In den kommenden 20 Jahren hat sich mein Interesse an Fußball nicht merklich gesteigert. Über die letzte WM habe ich mich vor allem deshalb gefreut, weil während Deutschland-Spielen all Menschen vom Isarstrand verschwanden und ich meine Ruhe hatte.
Quelle: PSYONIX
Das runde muss ins Eckige: Rocket League ist Fußball auf Crack.
Nun, mehr als 20 Jahre nach dem Blümchen-Vorfall (es gibt eine VHS-Kasette, die wir uns an Weihnachten manchmal angucken und über mich lachen!) hat es ein Spiel geschafft, mich für Fußball zu begeistern. Und es hat nichts - NICHTS - mit Fußball am Hut! Rocket League von Psyonix ist eher ein Mix aus Fußball, Stock Car Rennen und einer wilden Jump and Run Orgie. In Matches mit maximal 8 Spielern treten zwei Teams gegeneinander an. Die Spielfelder sind spiegeldiagonal und haben auf der jeweils eigenen Seite ein Tor. In der Mitte steht ein Ball. Die Regeln sind einfach: Der Ball muss ins Tor. Viele Möglichkeiten ihn präzise da rein zu befördern hat man nicht. Man kann die übergroße Kugel nur ins Tor bugsieren, wenn man mit hoher Geschwindigkeit darauf zu fährt und sie rammt.
Krudes Physikspiel
Quelle: PSYONIX
Rocket League Autos können springen und lassen sich in der Luft noch steuern - verrückte Physikspiele sind möglich!
Die Engine ist nicht besonders, das Spielprinzip auch nicht - und trotzdem ist Rocket League ein riesiger Spaß! Die Physikengine ist anfangs zwar noch etwas unberechenbar, doch mit der Zeit lernt man, damit umzugehen. Man gewöhnt sich mit den wenigen Steueroptionen (Gas, Bremse, Boost und Sprung) umzugehen, die vier zu kombinieren. Und gerade weil Rocket League immer ein bisschen unberechenbar bleibt, macht es so Spaß. Jeder Angriff aufs gegnerische Tor ist ein chaotischer Vorstoß. Autos fahren ineinander, hüpfer wild durch die Gegend. Manchmal rammt man sich, manchmal versucht man, den Ball zu treffen. Und plötzlich schrammt man die Kugel ins Tor! Was für ein Gefühl! Gefeiert wird das in Slow-Motion Rückblenden, wie im echten TV-Fußball.
Spielzüge planen kann man zwar, vor allem wenn man in einer Gruppe spielt. Doch an den Gedanken, das Pläne schnell schief gehen, muss man sich gewöhnen. FIFA ist sozusagen zweidimensional - da muss man nur den Spieler zum Ball bringen und abdrücken. Doch Rocket League ist dreidimenaional: Mal fährt man unterm Ball weg, mal springt man zu weit drüber - und plötzlich ist der Plan dahin. Auf diese Physik-Spielerei muss man sich einlassen - und sie genießen. Ernst nehmen sollte man ds Spiel jedenfalls nicht.
Upgrades und Meta
Quelle: PSYONIX
Die großen Karren bieten mehr Schussfläche - doch sie sind auch sehr bullig.
Am meisten Spaß macht Rocket League natürlich mit Freunden im Online-Multiplayer. Üben kann man aber auch allein an einer Konsole, dann übernimmt die KI. In beiden Fällen schaltet man eine Menge Kram frei: Autos lassen sich mit neuen Reifen, einem neuen Booster und natürlich einer Menge verschiedener Farben pimpen. Auch die Form der Fahrzeuge kann entscheidend sein. Große, flache Wagen haben zwar mehr Fläche, mit der sie vorne den Ball berühren können. Sie sind jedoch weniger windschnittig. Die kleinen Wagen hingegen können größere von der Straße fegen. Sie wirken manchmal fast wie eine Rampe! Viel Auswirkung auf das Gameplay haben die Verbesserungen aber nicht: Skill und ein gutes Auge sind wichtiger als die Wahl des Motorblocks.
