Rogue Legacy 2 im Test: Die Fortsetzung lässt uns nicht mehr los

Test Felix Schütz
Rogue Legacy 2 im Test: Die Fortsetzung lässt uns nicht mehr los
Quelle: Cellar Door Games

Schöner, größer und rundum verbessert: Rogue Legacy 2 hängt seinen beliebten Vorgänger in jeder Hinsicht ab. Mit neuem Klassensystem, zig Upgrades, schicker Grafik und vielfältigen Helden sorgt das Rogue-lite im Test für Langzeitmotivation.

Seit es Videospiele gibt, zieht sich ein unsichtbarer Leitfaden durch die Industrie: Wo ein Erfolg war, muss ein Nachfolger her, am besten möglichst schnell. Oft sind es aber gerade die zweiten, dritten, vierten Teile, die ihre Fans enttäuschen und einfach nicht mehr die Magie des Erstlings entfachen. Und dann gibt es noch Spiele wie Rogue Legacy 2 - eine Fortsetzung, wie sie im Buche steht. So rund und gleichzeitig unverfälscht, dass sie den Vorgänger überflüssig macht. Und das will was heißen, schließlich war das erste Rogue Legacy vor neun Jahren ein waschechter Überraschungshit! 2013 zählte es zur Speerspitze der sogenannten Rogue-lites, die eng mit den Rogue-likes verwandt sind. Auch diese "Lites" ließen euch nach jedem Bildschirmtod wieder ganz von vorne beginnen. Ihr großer Unterschied war jedoch, dass man bei ihnen dauerhafte Upgrades freischalten durfte. Dadurch wurde eure Spielfigur im Laufe der Zeit immer stärker und die Spiele mit jeden Durchgang ein wenig leichter. Rogue Legacy stülpte dieses Konzept beherzt über einen sympathischen Action-Hüpfer in Retro-Optik - und wurde damit über Nacht zum Kassenschlager.

Vorhang auf für Rogue Legacy 2: Seit August 2020 durfte das Spiel im Early Access reifen, mittlerweile hat es die Versionsnummer 1.0 erreicht. Damit ist es offiziell fertig - und präsentiert sich im Grunde genauso wie sein Vorgänger. Klar, die Optik ist schöner, das Gameplay flüssiger, die Vielfalt größer. Doch am Konzept ändert sich nix. Ein Glück!
Ein Bosskampf ist euch noch zu schwer? Dann spielt einfach noch ein paar Runden und schaltet mehr Upgrades frei. Quelle: PC Games Ein Bosskampf ist euch noch zu schwer? Dann spielt einfach noch ein paar Runden und schaltet mehr Upgrades frei.

Der Tod ist erst der Anfang

Genau wie im ersten Rogue Legacy erkundet ihr mit eurem Helden eine zufallsgenerierte Spielwelt. Die besteht nun nicht mehr aus vier, sondern aus sechs verschiedenen Biomen, außerdem gibt's nun wesentlich mehr Räume, die der Zufallsgenerator nach Lust und Laune zusammensetzt. Das simple Ziel des Spiels: Ihr sollt mehrere Bossgegner besiegen, damit sich die Pforte zum letzten Gefecht öffnet. Also hüpft, flitzt und schlägt sich euer Ritterlein aus der Seitenansicht durch die vertrackten Levels, die von oben bis unten mit Gegnern, Fallen und Schätzen gespickt sind. Das geht ausgezeichnet von der Hand, denn die Steuerung ist präzise und wunderbar geschmeidig - so machen 2D-Plattformer Spaß! Der Schwierigkeitsgrad ist allerdings nicht von schlechten Eltern. Anfangs genügen schon ein paar Treffer oder Fehltritte, schon ist es passiert - euer Held kippt aus den Latschen. Also Game Over? Von wegen! Denn nun dürft ihr mit einem brandneuen Erben losziehen und einen weiteren Anlauf starten. Und damit geht der Spaß erst so richtig los.

Family first

Genau wie im ersten Teil können eure Nachkommen wieder verschiedenste passive Merkmale haben. Manche davon sind nützlich, andere schädlich, andere völlig bescheuert: Es gibt zum Beispiel farbenblinde Helden, die großartig springen, aber kaum Treffer aushalten. Ihr könnt aber auch einen tollpatschigen Vampir mit tödlichen Blähungen erwischen. Oder eine kleinwüchsige Veganerin, die bei jedem Treffer vor Schreck die Augen zusammenkneift.
15 Klassen, Waffen, Talente, Zauber und eine Riesenladung passiver Merkmale: Bei der Heldenauswahl ist für Abwechslung gesorgt. Quelle: PC Games 15 Klassen, Waffen, Talente, Zauber und eine Riesenladung passiver Merkmale: Bei der Heldenauswahl ist für Abwechslung gesorgt. Für bestimmte Merkmale bekommt ihr als Ausgleich einen saftigen Goldbonus. Der ist nicht zu verachten, denn genau wie im Vorgängerspiel benötigt ihr Unmengen an Gold, um eure Heldenfamilie zu verbessern: Wie schon im ersten Rogue Legacy nutzt ihr euren Reichtum, um nach und nach ein prächtiges Schloss aufzubauen. Mit jeder Kammer, jedem Turm, jedem neuen Detail werden wichtige Upgrades freigeschaltet, die sich dann auf all eure Nachkommen auswirken. Es gibt ein riesiges Angebot an einfachen Statusverbesserungen wie mehr Angriffskraft, Heilung, Abwehr oder verbesserte Dropchancen. Vor allem schaltet ihr hier aber 15 spielbare Klassen für eure Sippe frei - und die haben es in sich!

Für Abwechslung ist gesorgt

Rogue Legacy 2 führt ein neues Klassensystem ein, wodurch die Helden nicht nur unterschiedliche Werte, sondern auch besondere Waffen und Vorteile mitbringen. Als schwer gepanzerter Drachenritter schwingt ihr beispielsweise eine Lanze, mit der ihr eine fliegende Stoßattacke ausführen könnt. Oder ihr schnappt euch einen Pistolenschwinger, der kräftig aus der Ferne austeilt, aber händisch nachladen muss. Walküren blocken Geschosse mit ihrer Wirbelattacke ab und Magier feuern auf kurze Distanz sogar durch Wände hindurch. Köche verursachen mit ihrer Bratpfanne Feuerschaden oder kloppen Geschosse auf ihre Feinde zurück. Und Piraten klemmen sich einfach eine Bordkanone unter den Arm, die gleichzeitig als Nahkampfwaffe dient. Alle Klassen verdienen auch noch Erfahrungspunkte und steigen in Rängen auf, dadurch erhaltet ihr weitere nützliche Boni. Kurzum: Das neue Heldensystem bringt eine Vielfalt ins Gameplay, von der das erste Rogue Legacy nur träumen konnte.

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