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Rygar: The Battle of Argus im Gamezone-Test

Lange vermisst und nun wieder da! Die Jagd nach einer entführten Prinzessin. Antik oder reanimiert? Wir haben es herausgefunden!
Alexander Winkel
Rygar: The Battle of Argus

Antik und verstaubt

Rygar: The Battle of Argus Rygar: The Battle of Argus Die prachtvollen Bauten der Römer dienen aber nicht nur der Besichtigungstour antiker Gemäuer, denn sobald Rygar mit seinen Widersachern abgerechnet hat, dürfte das halbe Levelinventar zu Bruch gegangen sein. Von Töpfe bis hin zu kleinen Mauerwerken wird alles kurz und klein gehackt, um versteckte Items und begehrte Sammlerobjekte zu finden. Abseits des Hauptpfades finden sich aber auch zahlreiche Klettermöglichkeiten sowie Pfade, die mitunter wahre Schätze verbergen. Das großläufige Terrain lädt daher zu ausgiebigen Erkundungstouren ein, wobei viele kleine Rätsel auch im Zusammenhang mit unterschiedlichen Bewaffnungen den Spielfluss auflockern.

Rygar: The Battle of Argus Rygar: The Battle of Argus Eine dicke Staubschicht dient aber nicht nur der Leveldekoration - auch wenn diese mit tollen Partikeleffekten einiges hermacht - doch leider ist auch die Spielmechanik mittlerweile gewaltig in die Tage gekommen. Der gute Mann auf der Suche nach seiner Prinzessin wirkt ziemlich eingerostet, obwohl die Entwickler den alten römischen Haudegen mit einem aufmüpfigen Hüpfer ersetzt haben. Schwerfällig trabt dieser durch die Landschaft und kommt nur mit Mühen über gähnende Abgründe hinweg. Die Kamera präsentiert dabei das Geschehen aus sehr eigenwilligen Perspektiven und lässt sich nach wie vor nicht manuell nachjustieren. Vor allem knifflige Plattformpassagen leiden unter dieser antiquierten Technik, aber auch Raumwechsel sorgen mitunter für sehr ärgerliche Steuerungsverwirrungen. Außerdem ist seine Kampfhaltung alles andere als dynamisch. Vielleicht hätte der neue Weißhaarige doch bei den Kollegen wie dem Prinzen aus Persien oder Kratos mal vorbeischauen sollen, um bei den wirklich modernen Haudegen in Lehre zu gehen. Dieser aber wirft sein Schild der Nase nach aus und kümmert sich nicht um die Gegnerschar, die gern ausweicht und ihm in den Rücken fällt. Schon der flinke spitzohrige Link beherrschte die Technik des Anvisierens und erschuf damit einen rasanten, aber zielsicheres Kampfstil!

Rygar: The Battle of Argus Rygar: The Battle of Argus Das Leveldesign überzeugt aber nach wie vor aufgrund ausgefallener Ideen und abwechslungsreicher Welten. Zahlreiche kleinere Rätsel sorgen mitunter für Spielspaß und lockern das actionlastige Geschehen ordentlich auf. Episch und vor allem extrem aufwendig ist zudem der gelungene Soundtrack, der auf der Wii noch einen Tick schöner und klarer aus den Boxen dröhnt. Vor allem die Trennung zwischen der berauschenden orchestralen Musik und den Soundeffekten ist auf der neuen Konsole deutlich besser gelungen. Das Rauschen des Wasserfalls sowie das Klirren der Waffen wird deutlicher wahrgenommen. Rundum kann auch die Wii-Version präsentationstechnisch überzeugen, obwohl die Grafik doch einen Tick schwammiger über den Bildschirm flimmert und irgendwie nicht mehr so schön wie auf der PS2 aussieht. Dank einiger Einstellungen mehr in den Optionen kann die Optik aber noch individuell angepasst werden.

Vom Eroberer zum Gladiator

Rygar: The Battle of Argus Rygar: The Battle of Argus Als römischer Held durch seine Eroberungstaten gefeiert, muss sich Rygar auch dem neuen Gladiatormodus stellen. Im Gegensatz zum Hauptspiel, welches in nur wenigen Stunden den Abspann präsentiert, kommen in den Arenen die Bewegungssensoren deutlicher zur Geltung. Das Knöpfchendrücken wird durch kräftige Schwünge der Wii-Remote ersetzt, welche den Feinden den Diskarmor um die Ohren hauen. Der Gladiatormodus kann als Überlebenskampf interpretiert werden und bietet euch 30 Herausforderungen, deren Abschluss eine entsprechende Punktewertung einbringt. Dabei gilt es pro Ebene alle Gegner auszuschalten, wobei hin- und wieder auch die riesigen Bosse des Hauptspiels auf der Speisekarte des Diskarmors stehen. Kein sonderlich leichtes Unterfangen und durchaus ein unterhaltsamer Spielmodus, der aber gewaltig auf die Arme gehen kann und nicht überzeugend genug ist, um die Schwächen des Hauptspiels zu überbügeln.

Meinung
  • Avatar Alexander Winkel Autor Seinerzeit überzeugte Tecmos Interpretation eines uralten Klassikers unter dem Namen „Rygar – The Legendary Adventure“ auf der Playstation 2, fand aber eher weniger Beachtung bei den Endkunden. Vielleicht ist genau dies der Grund, warum der einstige Held gegen einen aufmüpfigen Hüpfer ausgetauscht wurde, welcher aber so gar nicht das Gesamtbild einer antiken Mythologie passt. Cool und fesch verträgt sich eben nicht mit muskelbepackten römischen Gladiatoren. Die Neuauflage „Rygar – The Battle of Argus“ bietet zwar einige Änderungen, die aber einerseits viel zu wenig Neues für Kenner bieten und andererseits das angestaubte Gameplay nicht überzeugend renovieren, um Neulinge begeistern zu können. Denn sowohl die Dynamik, als auch der Spielfluss ist aus heutiger Sicht überholt und gehört runderneuert. Ein richtiges Remake mit ordentlich angepasster Steuerung bzw. ein komplett neues Spiel wäre auf jeden Fall wünschenswerter gewesen. Aufgrund mangelnder Konkurrenz ist „Rygar“ aber sicherlich dennoch eines Blickes wert.

Rygar: The Battle of Argus (Wii)

Wertung:

7.0/10
Pro & Contra
Umfangreiche und schön inszenierte römische mythologische Weltden Diskarmor als Waffe und Benutzungsobjektverwinkelte und mit vielen Geheimnissen gespickte Weltenabwechslungsreiche Szenarienneue und unterschiedlicherer Gegnermehr Abwechslung als im Original
Die Optik des neuen Helden passt einfach nicht in das Ambiente des Spielsauch der neue Held bewegt sich behäbigangestaubte Steuerung und Spielmechanikantiquiertes Gameplayoptisch wirkt die Wii Fassung gegenüber dem Original nicht mehr ganz so knackig

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