Auf der E3 hat Ryse: Son of Rome viele enttäuscht. Auf der Gamescom will Crytek nun das Image als absolutes Xbox One Must-Have wieder glattbügeln. Wir haben uns die Schlachtplatte erneut angeschaut und blicken nun doch optimistisch in die Zukunft: In LA haben die Macher das Spiel einfach nur falsch präsentiert.
Auf der E3 haben wir Ryse: Son of Rome noch als viel zu einfache Schnetzel-Action abgetan: Weil man nicht sterben oder epische Exekutionen vermasseln konnte und keiner der Entwickler etwas dazu gesagt hat, gingen kollektiv alle davon aus, dass Ryse ein viel zu einfacher Casual-Titel wird, der zu einem puren Quick Time Event wird. Auf der Gamescom sind die deutschen Entwickler von Crytek deshalb bemüht gewesen, das Image glattzubügeln. Und sie haben sich die Kritik der E3 zu Herzen genommen: Von eingeblendeten Tasten ist weit und breit keine Spur mehr. Stattdessen zeigt Ryse nun einem bei einer Exekution durch eine farbige Aura an, was der Spieler drücken muss. Wer nicht zeitig trifft, kann den Finisher-Move auch versemmeln.
Quelle: Crytek
Ryse: Son of Rome für Xbox One in der Vorschau (2)
Ein weiterer Kritikpunkt war vor zwei Monaten das stark vereinfachte Gameplay. Damals zeigte Crytek eine stark geskriptete Mission, in der uns nur selten mal mehr als ein Gegner gegenüber stand. Die Gamescom-Fassung ist nun viel komplexer. Feinde umkreisen unsere Spielfigur und arbeiten richtig gut zusammen. Sie sind immer in Bewegung und versuchen uns in ihrer Mitte festzunageln. Wenn sie das schaffen, gibt es fast kein Entkommen mehr: Dann schlagen sie zu, und zwar hart! Wer sich umzingeln lässt, hat schlechte Karten. Deshalb muss man immer wieder per Hechtsprung ausweichen und selbst in Bewegung bleiben. Mit einem Schild parieren wir außerdem die Hiebe der Feinde und warten auf den richtigen Moment. Timing ist nämlich alles in Ryse: Son of Rome.
Wenn eine Exekution nicht reicht: Double Executions!
Quelle: Crytek
Ryse: Son of Rome für Xbox One in der Vorschau (3)
Den größten Schauwert bieten in Ryse die Exekutionen. Ja, das sind genau die brutalen Kills, die auf der E3 noch wie ein Quicktime-Event wirkten. Jetzt taucht über dem Kopf eines angeschlagenen Gegners ein Totenkopfsymbol auf, das anzeigt: Hier kann ich innerhalb der nächsten Exekution ausführen. Dann saust zum Beispiel euer Schwert von vorn oder hinten durch den Hals des Opfers oder teilt erst Arme und Beine vom Rumpf ab, bevor auch der Kopf wegfliegt. Ihr könnt auch die Umgebung miteinbeziehen, einen feindlichen Schädel zum Beispiel auf eine Mauer schlagen oder euer Opfer in einen Speerstand stoßen.
Und wenn eine Exekution mal nicht reicht, macht man einfach zwei: Wer zwischen zwei angeschlagenen Gegner steht, kann auf Knopfdruck beide in einem beeindruckend brutalen Move zerstückeln. Wie in Call of Duty erhaltet ihr durch Killcombos Perks, mit denen ihr zum Beispiel eure Energie auffrischt oder eure Schläge durchschlagskräftiger macht. Je nachdem wie pünktlich und flüssig ihr eure Hiebe timet, werden Exekutionen dann in vier Stufen bewertet. Rekruten-Schlag ist dabei der niedrigste, Veteran der höchste.
Im Koop die Arena zum Kochen bringen
Quelle: Microsoft
Ryse: Son of Rome für Xbox One in der Vorschau (6)
Nachdem wir auf einer grünen Wiese mehrere Angriffswellen überstanden haben, zeigt uns Crytek den Koop-Modus in einer Gladiatoren-Arena. Davon wurde gestern bereits ein Video veröffentlicht, das ihr euch bei uns unbedingt anschauen solltet, denn zu zweit macht Ryse mindestens so viel Spaß wie alleine. Wir sagen nur Koop-Kills! Wenn zwei Spieler eng zusammenarbeiten, können sie einen gemeinsamen FInisher starten. Das sieht besonders imposant aus.
Aber auch sonst ergänzen sich die Fähigkeiten beider Spieler. Zu Beginn jedes Matchs wählen sie nämlich einen Gott aus, dem sie huldigen. Je nachdem welchen sie wählen, bekommen sie bestimmte Perks, die sich auch auf den anderen Spieler auswirken. Mars gibt zum Beispiel zwei zusammenarbeitenden Gamern einen Schadensbonus, Jupiter, Diana und Apollo geben schnellere Gesundheitsregenerierung, mehr Fokus und mehr Agilität.
Booster Packs und Technik
Quelle: Crytek
Ryse: Son of Rome für Xbox One in der Vorschau (5)
Wer nicht auf indirekte Perks steht, kann auch mit Elixieren und Tränken für Gesundheitsnachschub sorgen. Die lassen sich als Booster Pack im Spiel erwerben – entweder mit Ingame-Währung oder durch den Einsatz von barer Münze.
Optisch macht Ryse dank CryEngine3-Power auf der Xbox One einiges her. Der Look wirkt mit beeindruckenden Licht-Schatteneffekte herrlich natürlich und die Bewegungen von Held und Gegnern sind wie aus einem Guss. Es ist einfach schön anzuschauen, wie die Rüstung in der Sonne funkelt und der Kamm auf dem Helm aus vielen einzelnen Härchen besteht. Unschärfen, Zeitlupen und Zooms machen die Inszenierung zudem ungemein cineastisch. Besonders gut gefallen haben uns aber die knalligen Farben der neuen Demo: Während auf der Gamescom eher Grau- und Brauntöne vorherrschten, war es diesmal ein sattes Grün mit dem knalligen Rot der römischen Rüstung. Das war ein klasse Kontrast, der den Dynamikbereich von Ryse ganz hervorragend unter Beweis stellt.
