Wer eine Motorradsimulation sucht, die den Namen auch wirklich verdient, sollte sich SBK 2011 mal näher ansehen.
Was beim Autorennsport die DTM, ist beim Motorradrennsport die FIM World Superbike Championship, kurz die SBK. Beide Serien müssen sich gegen einen hochgerüsteten Konkurrenten - Formel1 bzw. MotoGP - durchsetzen und beide Serien versuchen dies durch den Ansatz als Basis Serienautos bzw. -maschinen zu benutzen. Und gerade dieser Ansatz hat sowohl der DTM, aber eben auch der SBK eine nicht gerade geringe Zahl an Fans beschert. Seit Anfang Mai können sich diese Fans nun wieder auf den virtuellen Rennstrecken der Superbike-Weltmeisterschaft ihr Können beweisen, denn da erschien von Black Bean / Milestone das aktuelle SBK 2011. Wir hatten jetzt die Gelegenheit auch die beiden Next-Gen-Versionen für PS3 und Xbox360 zu testen. Also ab auf den flimmernden Asphalt...
Spielerisch bleibt sich SBK treu
SBK 2011
Spielerisch wird euch nach wie vor genau das geboten, was man von der SBK-Serie seit Jahren bereits gewohnt ist: Eine fordernde Motorradsimulation, die von seinem Benutzer durchaus erwartet, sich intensiver mit dem Titel zu beschäftigen - zumindest dann, wenn man alle Facetten des Rennsportes spüren will. Kaum ein anderes Spiel mit derselben Thematik bietet euch, bei entsprechender Übung, diese enormen Möglichkeiten euer Bike absolut realistisch, aber eben auch absolut präzise über die Rennstrecke zu.
SBK 2011
Fordernde Simulation? Im ersten Moment wird sich der ein oder andere davon etwas abschrecken lassen. Zu Unrecht, wie wir hier gleich klarstellen müssen. Denn wie bereits vom direkten Konkurrenten MotoGP bekannt, gibt es auch bei SBK 2011 die Möglichkeit die spielerischen Anforderungen an sein eigenes Leistungs- bzw. Spielvermögen anzupassen. Gelöst wurde dies beim Racer von Black Bean / Milestone über die so genannten Simulationslevel. In der Stufe 1 übernimmt hierbei die CPU praktisch alle relevanten Elemente, d. h. es wird automatisch gebremst, falsches Beschleunigen hat kaum eine Auswirkung und selbst kleinere Fehler beim Kurvenansteuern werden ausgeglichen. Neueinsteiger und Gelegenheitsspieler werden damit ganz sicher ihre wahre Freude haben. In der höchsten Stufe allerdings dann, wird von euch schon alles an fahrerischem Können abverlangt. So muss manuell geschaltet werden, Verbremser werden durchaus mit dem ein oder anderen Abflug ins Kiesbett bestraft, ein dosierter Umgang mit dem Gas ist absolute Pflicht, Witterungseinflüsse, wie etwa eine nasse Fahrbahn, haben nun direkte Auswirkung aufs Fahrverhalten und auch die Steuerung gibt sich sehr sensibel, verzeiht also nicht mehr so ohne weiteres alle Fahrfehler. Genau das richtige also für die Hardcoregamer unter euch oder für all jene die sich als Motorrad- und Spielefans bezeichnen. Insgesamt bietet das Gameplay von SBK 2011 also genau das, was man von so einem Titel eigentlich auch erwartet: Zum einen die oberflächliche, leichte Zugänglichkeit mit dem gewissen Arcardeansatz, zum anderen das absolut realistische Simulationsfeeling.
SBK 2011
Das nun trotzdem nicht die absolute Begeisterung ausbricht, liegt nicht zuletzt auch daran, dass die KI der computergesteuerten Motorradgegner zu keinem Zeitpunkt wirklich gut implementiert wurde. Obwohl vom Entwickler eine verbesserte Intelligenz versprochen wurde, sieht man davon auf dem Asphalt der Rennstrecke nur wenig. Schön zwar, dass sich die weit über 20 Mitstreiter durchaus fordernd geben, man also bereits nach wenigen Minuten im Spiel um seine Platzierungen wirklich kämpfen muss, schlecht, dass das vor allem durch eine zu fehlerfreie Fahrweise und eine enorme Ideallinien Besessenheit der CPU-gesteuerten virtuellen Bikes erkauft wird. Auch die berühmte und bei Rennspielen so gehasste Aufreihung a la Perlenschnur ist öfters als einem lieb sein kann zu sehen.
