SBK X im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

SBK X hat sich im Vergleich mit dem Vorgänger deutlich weiterentwickelt und bietet neuerdings auch einen Arcade-Mode.

Milestone und Black Bean, die sich inzwischen nicht nur in Sachen Motorradsimulationen eine Namen gemacht haben, peilen mit SBK X nichts geringeres an, als die Motorradrennspiele auch für Gelegenheitszocker zugänglich zu machen. Aus diesem Grund bietet uns die bisher recht schwer zu meisternde Simulation zusätzlich einen astreinen Arcade-Modus, der es fast unmöglich macht den Fahrer vom Bike zu schmeißen.

SBK X SBK X Grundsätzlich teilt sich das Spiel in drei Teile auf. Den bekannten Simulations-Modus, den neuen Arcade-Mode und den Online-Mode. Simulation und Arcade unterscheiden sich nicht nur im Fahrverhalten der Bikes sondern auch im Aufbau. Im Arcade-Mode wird uns eine schlichte Baumstruktur geboten, welche uns durch die Superstock, Supersport und Superbike Turniere lotst und uns schnell und unkompliziert ein Rennen nach dem anderen anbietet. Je weiter wir fortschreiten, desto mehr Auswahl haben wir, an welchen der gebotenen Rennen wir teilnehmen möchten. Dort sammeln wir die erhofften Trophäen und schalten damit die jeweils nächsten Rennen frei. Dazwischen können wir jederzeit das Team inkl. Bike wechseln.

SBK X SBK X Wie für einen Arcade-Mode nicht anders zu erwarten, ist die Fahrphysik sehr spielerfreundlich eingestellt. Auch wenn wir uns steil in die Kurve legen können wir trotzdem voll Bremsen oder voll Beschleunigen. Ebenso brauchen wir uns nicht darum kümmern, dass unser Bike eigentlich zwei Bremsen, eine Vorne und eine Hinten, besitzt. Dafür gibt es im Arcade-Mode per Tastendruck einen Boost zu aktivieren, der den Wendekreis zwar extrem erhöht aber eben auch für zusätzliche Beschleunigung sorgt. Das erscheint einem auch bitter nötig, denn obwohl einem die Fahrphysik im Arcade-Mode sehr entgegenkommt, sind die computergesteuerten Fahrer, wovon es übrigens bis zu 28 gleichzeitig auf der Strecke gibt, nicht die langsamsten. Somit eignet sich der Arcade-Mode durchaus für Gelegenheitsspieler, da praktisch keine Einarbeitungszeit oder besonderes Geschick von Nöten ist, er bietet aber auch kaum Abwechslung, von den verschiedenen Pisten einmal abgesehen.

SBK X SBK X Anspruchsvoller und abwechslungsreicher fiel da natürlich die Simulation aus, die uns alles bietet was man in diesem Zusammenhang erwarten kann. Hier gibt es Einzelrennen, Zeitrennen und die Meisterschaft, sowie natürlich eine komplette Rennkarriere. Wir "basteln" uns unseren Fahrer ebenso zusammen wie dessen Bekleidung und sein Bike. Es wollen Verträge abgeschlossen werden, die optimale Abstimmung für die einzelnen Rennen gefunden und Rücksicht auf das Wetter will ebenfalls genommen werden. Denn in der Simulation kommt das Evolving Track Feature voll zum Tragen. Das bedeutet, dass sich die Piste mit jeder Runde verändert. Auf der Ideallinie beginnt sich ein dunkler Streifen zu bilden, nach dem Regen trocknet die Strecke an den meist befahrenen Stellen schneller als daneben und der von uns und den Mitstreitern hinterlassene Schmutz sammelt sich an den entsprechenden Stellen an, was zu vermindertem Bodenkontakt führt.

SBK X SBK X Zwischen den Rennen geht es darum die einzelnen Komponenten des Superbikes zu optimieren, wozu uns das Spiel Aufgaben stellt. Da will eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit gehalten oder die Ideallinie möglichst optimal abgefahren werden, damit wir an die besseren Komponenten kommen. Hier können sich Freunde von solchen Simulationen richtig reinsteigern und durchaus Spaß dabei haben, wer dafür aber keinen Nerv besitzt dem wird die ganze Sache ziemlich trocken vorkommen. Den generell muss man sagen, dass trotz der gar nicht so langweiligen Präsentation des Geschehens, sich schnell alles wiederholt was man zu tun hat. Kann man sich daran erfreuen irgendwo ein paar Gramm eingespart, ein halbes PS mehr herausgeholt oder eine viertel Sekunde schneller gewesen zu sein, dann liegt man bei SBK X genau richtig. Ist man aber ein verwöhnter NextGen-Spieler, der permanent belohnt und mit Reizen überflutet werden möchte, setzt das große Gähnen schnell ein.

SBK X SBK X Versteht mich nicht falsch: SBK X ist eine gelungene Simulation und der neu hinzugekommene Arcade-Mode besitzt durchaus das Potenzial auch Gelegenheitszocker für ein paar Runden an den Schirm zu fesseln, trotzdem aber wirkt der gesamte Aufbau des Spiels recht altbacken. Sich einfach von einem Rennen zum nächsten vorzuarbeiten entspricht durchaus dem realen Geschehen, aber wer hält es bitteschön aus einen ganzen Nachmittag damit zu verbringen? Zugegeben, ist man erst einmal auf der Piste, vermittelt SBK X richtigen Rennspaß der auch ganz schön anspruchsvoll sein kann, aber wer moderne Rennspiele und deren Aufmachung kennt, der vermisst in dem Spiel doch so einiges. Unser Team spricht ausschließlich per Standbilder und Textboxen zu uns, eine Sprachausgabe gibt es nicht und außer der animierten und dreidimensionalen Box geschieht fast alles per flacher Textmenüs und "Wegdrücktexte". Das ist schlicht nicht mehr zeitgemäß, wo uns in anderen Spielen die Menüs nur so um die Ohren gehauen werden.

SBK X SBK X Wirklich gelungen hingegen sind die Bikes selbst, sowie der darauf sitzende Fahrer und zugehörige Animationen. Vorbei die Zeiten als beide wie ein Objekt wirkten. Unser Fahrer rutscht von einer Seite zur anderen, beugt das Knie in der Kurve nach außen oder versteckt sich bei höher werdender Geschwindigkeit hinter dem Windschutz. Der Fahrer dreht wirklich am Gashebel oder zieht den Bremshebel, ebenso wie er mit dem Fuß wippt wenn er das Pedal bedient. Setzt der Regen ein beginnt der Asphalt langsam dunkler zu werden während es uns die Regentropfen auf dem Visier entgegentreibt. Doch auch das mitunter zu bewundernde Panorama hat es in sich. Nicht nur die in echtem 3D modellierten Bäume wirken sehr lebensecht, auch die Zuschauer sehen für ein Rennspiel schon verdammt gut aus. Nicht unerwähnt darf man das Schadenssystem lassen, welches sich nicht nur sehr realistisch auf die Fahrzeugleistung auswirkt, sondern auch entsprechende Spuren am Fahrer und dem Bike hinterlässt.

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