Wir haben eine weit, weit entfernte Galaxie auf Herz, Nieren und Wookiedichte untersucht.
SWTOR - Star Wars: The Old Republic
Wenn einem der Sinn nach Spiel mit anderen Menschen steht, das nebenbei auch besonders viel Erfahrungspunkte bringt, macht man sich an eine der Gruppenaufgaben, die einem auf jedem Planeten zufallen. Die Mitspieler muss man sich klassisch im Chat zusammensuchen, Luxustools wie Dungeon- oder Raidermittler wie bei der MMORPG-Konkurrenz gibt es (noch) nicht. Nachdem der Umgangston auf den Servern bislang sehr erwachsen und freundlich ist, fällt das zusammenstellen einer Questgruppe aber kein Problem dar. Wer mit mehr als einer handvoll Mitspieler in den Kampf ziehen möchte, lässt sich vom Imperium oder von der Republic für Raids, pardon, hier heißen sie "Flashpoints" und "Operationen" anheuern. Hier geht es dann richtig zur Sache.
SWTOR - Star Wars: The Old Republic
Wer sich dort mit wem auf die Hucke hauen kann, hängt natürlich auch von der Wahl des Servertyps ab, auf dem man sich einrichtet - von PvE (Spieler kloppen nur Monster) bis RP-PVP (Rollenspieler hauen sich gegenseitig in sogenannten Kriegsgebieten
auf den Klonkriegerhelm) ist alles geboten. Für die PVP-Instanzen gibt es auch eigene PVP-Ausrüstung, die günstig erworben werden kann, außerdem kann man sich seine Figur temporär auf Höchstlevel heben lassen. Empfehlenswert ist das aber nicht, da trotz hohen Levels etliche Fähigkeiten fehlen und vor allen Dingen die Spielerfahrung. Klassisches PVP ist in SW:TOR den Spielerveteranen empfohlen, mit Level 15 einzumarschieren und sein Soldatenglück zu suche, führt eher zu Frustrationen.
SWTOR - Star Wars: The Old Republic
Während man seiner persönlichen Hauptquest folgt und mit seinem privaten Raumschiff, bemannt mit seinen Party-NPCs durchs Weltall düst, darf man auch Marken sammeln, die man später für besondere Dinge eintauschen kann. Natürlich gibt es auch epische Waffen und Rüstungsgegenstände, die die Sammlerherzen auf die Farm locken. Zur Auflockerung zwischen den Planetenbesuchen hat Bioware ein Minispiel eingebaut, bei dem man mit seinem Schiff an Raumschlachte teilnehmen kann, nachdem man es gegen Credits getuned hat. Erwartet aber nicht zuviel von diesem Spielabschnitt -wie im Uralt-CD-Rom-Spiel Rebel Assault werdet ihr an einem unsichtbaren Faden durch eine Weltraum-Szeanrio gezogen, weicht feindlichen Schüssen aus und ballert auf markierte Ziele, was die Bordkanonen hergeben. Ein paar mal ganz witzig, aber durchaus ausbaufähig, das ganze.
Wer als Forschernatur die einzelnen Planeten genau durchsucht und in jede Wookie-Höhle guckt, hat die Chance, sogenannte Datacrons zu finden - die erweitern den Kodex im Spiel (der die Lore der StarWars-Spielwelt sammelt) und erhöhen permanent gewisse Charakterwerte - eine tolle Sache für Spürhunde.
SWTOR - Star Wars: The Old Republic
Auf die übliche Statistik der einzelnen Charakterklassen möchten wir an dieser Stelle nicht eingehen - dafür gibt es wesentlich detailliertere Informationsquellen. Nur soviel sei gesagt: Vom Jedi, dem Sith, dem Kopfgeldjäger bis zum imperialen Agenten ist alles vorhanden, was sich der Star Wars-Freak erträumt. Die Klassen sind ausgezeichnet ausbalanciert. im Vergleich zu anderen Rollenspielen nicht ganz so spezialisiert - man kann seine Figur sehr universell einsetzen. Auf dem Weg zum Skillcap von Level 50 dürfen wir Punkte in einem Talentbaum vergeben, der die Spielmöglichkeiten des eigenen Helden sehr start beeinflusst - hier kann zum Beispiel der Bounty Hunter entscheiden, ob er lieber offensiv als Damage Dealer auf die Gegner eindrischt oder als Tank in der ersten Schlachtreihe den Teamkameraden die Monster, pardon, Aliens vom Hals hält. Wer ins virtuelle Gras beisst, büsst mit zerbeulter Rüstung, die im späteren Spielverlauf teuer zu reparieren ist. Die ersten paar Male kann man sich bei seiner Leiche wiederauferstehen lassen, nach drei Toden ist allerdings die Wartezeit schon bei zehn Minuten, weshalb man sich besser zur Wiederauferstehung zum nächsten Medi-Bot beamen lässt. Ansonsten gibt es keine "Penalities" für den Bildschirmtod. War man erfolgreich, kann man überflüssigen Kram im Auktionshaus verticken, dessen Bedienung allerdings zur Zeit noch mit der lockeren (und im Bioware-Forum in diesem Zusammenhang gerne verwendeten) amerikanischen Floskel "it's a pain in the ass" am besten beschrieben ist.
Einige Spieler, die bereits auf Level 50 angekommen sind, beschweren sich mit Recht bezüglich mangelndem Endcontent. Dieser Vorwurf ist sicherlich begründet. Wer allerdings alle Klassen hochspielt und die damit verbundenen unterschiedlichen Stories durchspielt, sollte noch lange nicht mit dem Problem konfrontiert werden, nichts zu tun zu haben.
Ach ja, und bevor wir's vergessen: Spieler der alten Single-Player RPGs "Knights of the old Republic" finden viele Quests und Querbezüge zu den alten Abenteuern, die wir Anfang der Nuller-Jahre erlebt haben - lädt immer wieder ein zum Schmunzeln.
