Wir haben eine weit, weit entfernte Galaxie auf Herz, Nieren und Wookiedichte untersucht.
Was ist das lange erwartete Star Wars: The Old Republic (kurz SW:TOR) nun für ein Spiel geworden: Ein lahmes World of Warcraft mit Lichtschwertern oder - nicht zuletzt dank der "Macht" - endlich eine spannende Innovation bei den Onlinerollenspielen? Gut einen Monat haben wir uns nun intensiv in der berühmtesten "weit, weit entfernten Galaxis" herumgetrieben und das Spiel für Euch auf Herz, Nieren, Wookiedichte und Huttenschwanzlänge getestet.
SWTOR - Star Wars: The Old Republic
Seit vierzehn Jahren, genauer gesagt seit dem erscheinen des Klassikers Everquest, präsentiert uns die Spieleindustrie unter dem Genrenamen "MMORPG - Massively Multiplayer Online Roleplaying Game" einen lauwarmen Aufguss der Everquest-Spielmechanik nach dem anderen. Sicher, es gibt immer wieder kleine Fortschritte - Dark Age of Camelot brachte Massenschlachten und World of Warcraft war als erstes Quest-gesteuert und machte das Genre zugänglich. Trotzdem: Aufgrund der gigantischen Entwicklungskosten eines Onlinerollenspiels entwickeln die Studios bei MMORPGs so konservativ wie bei keiner anderen Spielegattung, um ja nicht von der Industrienorm abzukommen und damit vielleicht die potentiellen Spieler, oder noch schlimmer, Geldgeber vor den Kopf zu stoßen. Aufgrund dieses ewigen Gleichschritts haben viele Rollenspiel-Veteranen mittlerweile dieser Art von Spielen den Rücken zugewendet. Besonders wer nicht mehr bereit ist, einen Großteil seiner Freizeit in ein einziges Spiel zu investieren und Teile seines Privatlebens um die Schlachtzugtermine herum zu planen, und wen das "farmen" und die "daily quests" eher an einen repetitiven Bildschirmarbeiterjob, als an fantastische Unterhaltung erinnern, wird an bislang am Markt erschienenen Produkten wenig Freude finden.
SWTOR - Star Wars: The Old Republic
Nun wirft sich der Kult-Entwickler Bioware, mittlerweile unter Flagge des Unterhaltunssoftwaretitanen Electronic Arts segelnd, in den Ring, um den Onlinespielen endlich wieder Innovationen und neue Spielmechaniken einzuhauchen. Genauso spannend wie eines der hochgelobten Singleplayer-RPGs á la Dragon Age sollte die Neuentwicklung werden, erweitert um die spannenden sozialen und kompetitiven Möglichkeiten eines Internetspiels. Damit nichts schief gehen kann, schnappte man sich das hauseigene "Star Wars: The Old Republic"-Universum, das bekanntlich bereits zwei hochgelobte Einzelspielerabenteuer hervorgebracht hat. Die Star Wars Lizenz alleine ist bereits Garant für Aufmerksamkeit von den weltweit Millionen Fans eines der berühmtesten Film-, Fernsehen und Spiele-Franchaise der Welt - dazu addiere man geistig die unbestrittene Kompetenz von Bioware bei Rollenspielen - da verfiel die Gamer-Community schon bei der Ankündigung des Titels in seelige feuchte Träume.
SWTOR - Star Wars: The Old Republic
Analysten der Spielindustrie schätzen die einmaligen Entwicklungskosten von SW:TOR auf über 200 Millionen Dollar. Damit wäre das Spiel eines der teuersten Unterhaltungsprodukte der Welt - Bioware konnte also aus dem vollen Schöpfen, was die Mittel betrifft. Das verwendete Star Wars-Settiung "The Old Republic" ist zeitlich übrigens nicht parallel zu den berühmten Kinovorlagen angesiedelt, sondern viele tausend Jahre vorher - dieser Umstand ist der künstlerischen Freiheit geschuldet, sprich der Gefahr, ansonsten mit der Story der Movies zu kollidieren.
