Shadow: Der leistungsstärkste Spiele-Streamingdienst? - Ausprobiert & nachgefragt!
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Google Stadia, Microsoft xCloud, Playstation Now und Co. - man könnte meinen, der Spiele-Streamingmarkt gehört nur den großen Unternehmen. Aber halt! Ein kleiner Anbieter aus Frankreich hat sich dem Ziel verschrieben, einen Streamingdienst anzubieten, der auch Hardcore-Gamer und Business-Kunden überzeugt: Shadow. Wir haben den Service ausprobiert und uns außerdem mit Florian Giraud von Shadow getroffen, der uns Rede und Antwort stand.
Spiele-Streaming: Man könnte aktuell durchaus den Eindruck gewinnen, dass es in der Welt der Videospiele kaum ein größeres Thema gibt. Dem ist natürlich nicht wirklich so, denn seien es The Game Awards, politische Debatten um den Einfluss von Games oder (ganz klassisch) die neuen heißen Titel, es passiert auch ganz viel Anderes. Mit dem Start von Stadia im November 2019 hat das Thema Streaming aber neuen Auftrieb bekommen und überhaupt erstmal die Möglichkeit dieser Technik vielen Leuten nähergebracht, die davon zuvor noch keine Ahnung hatten. Und siehe da, schon jetzt gibt es eine ganze Auswahl an Anbietern, die alle unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
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Mit PS Now hat Sony schon seit Jahren einen solchen Dienst im Repertoire, der zugleich eine Spiele-Flat beinhaltet und Playstation-exklusive Titel erstmals auch (auf offiziellem Weg) auf PCs bringt. Das bereits erwähnte Stadia von Google wiederum sieht neben wenigen im Pro-Abo enthaltenen Free-Titeln den Einzelkauf von Spielen zum Vollpreis vor, ist davon abgesehen dann mit der Basis-Version bald auch grundsätzlich kostenlos verfügbar. Microsoft wiederum integriert 2020 xCloud in seine günstige und gut gefüllte Spiele-Flat namens Game Pass und bietet dann auch das Streamen der darin enthaltenen Games an.
Neben all diesen Big-Playern ist Blade ein kleines und unscheinbares Unternehmen. Blade? Die französische Firma bietet den Streaming-Dienst mit dem Namen Shadow an. Der gibt seinen Nutzern deutlich mehr Freiheiten als die gesammelte Konkurrenz und eignet sich nicht nur zum Spielen, sondern auch fürs Arbeiten. Wir haben Shadow in verschiedenen Settings ausprobiert und uns außerdem mit Florian Giraud getroffen, seines Zeichens Head of Strategy Marketing & Sales bei Shadow, der uns bei allen Fragen Rede und Antwort stand und außerdem vorstellte, was das Unternehmen alles für die Zukunft bereits in Arbeit hat.
Was ist Shadow?
Doch erstmal ganz langsam: Was ist Shadow eigentlich? Um den Dienst zu nutzen, müsst ihr in jedem Fall ein Abo abschließen, dabei gibt es drei Stufen mit unterschiedlicher Leistung und verschiedenen Preisen. Das liegt daran, dass ihr bei Shadow per Internet Zugriff auf einen Windows-10-PC in der Cloud bekommt, im Fall von Deutschland in einem Rechenzentrum in Amsterdam. Was ihr dann mit diesem PC anstellt, ist komplett euch überlassen, ihr bekommt vollen Zugriff auf den Desktop und könnt installieren, was ihr wollt. "Bring your own games" ist das Motto bei Shadow, ihr könnt also zum Beispiel eure Steam-Games auf dem Cloud-Rechner installieren und spielen, oder Titel aus dem Epic Games Store, ihr könnt natürlich auch alle anderen Quellen nutzen. Das gleiche gilt natürlich ebenso für jede andere Software und ist nicht nur auf Spiele beschränkt; wenn ihr wollt, könnt ihr Shadow zum Beispiel für Videoschnitt nutzen oder zum Bearbeiten von Bildern, Produzieren von Musik und so weiter. Gelegentlich bekommt ihr bei Shadow als Abonnent auch mal ein Game gratis, das gehört aber nicht zum ständigen Standard-Angebot des Dienstes.
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Was kostet Shadow?
"Boost", das günstigste Angebot, gibt es für 14,99 Euro monatlich (12,99 Euro im jährlichen Abo). Euer Cloud-Rechner verfügt dann über eine GTX 1080, 4 CPU-Kerne mit jeweils 3.4 GHz, 12 GB Ram sowie 256 GB SSD-Speicher. Zusätzlichen HDD-Speicher könnt ihr gegen Aufpreis dazubuchen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn ihr mehrere große Spiele gleichzeitig installiert haben wollt, denn dann kommt ihr angesichts der Größe heutiger vieler Titel mit 256 GB nicht sehr weit. Das häufige Deinstallieren und Neuherunterladen ist aber durchaus ebenfalls eine Option, denn euer Cloud-Rechner bei Shadow verfügt über eine 1-Gbps-Anbindung an das Internet. Beispielsweise von Steam könnt ihr damit Games beeindruckend schnell herunterladen.
Quelle: Shadow
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Das mittelteure Angebot nennt sich "Ultra" und kostet 29,99 Euro monatlich, 24,99 Euro bei jährlichem Abonnement. Hier gibt es dafür eine RTX 2080 und damit auch 4K und Ray-Tracing, "Boost" bietet maximal Full HD. Die CPU hat auch hier 4 Kerne, allerdings mit einer Taktung von 4 GHz. Der RAM wächst auf 16 GB, der Speicher auf 512 GB, ebenfalls wieder gegen extra Geld upgradebar. Für das teuerste und leistungsstärkste Angebot namens "Inifinite" werden monatlich 49,99 Euro fällig, 39,99 Euro, wenn ihr gleich ein ganzes Jahr abonniert. Da werkelt dann eine Titan RTX, es gibt 6 CPU-Kerne mit jeweils 4 GHz, 32 GB RAM und 1 TB Speicher, auch hier ist ein weiteres Speicher-Upgrade gegen Aufpreis möglich.
Für Hardcore-Gamer am interessantesten ist sicher das Infinite-Angebot. Hierbei ist der Anspruch des Anbieters, Hardware zu bieten, welche bei den neusten Games genügend Leistung für 4K und bestmögliche Grafikqualität bereitstellt. Daraus ergibt sich dann auch gleich die Frage nach Upgrades für die Systeme. Shadow erneuert die genutzte Hardware, also beispielsweise Grafikkarte, Prozessor und Co., immer dann, wenn das Infinite-Angebot diesem Anspruch nicht mehr gerecht wird.
Was brauche ich für Shadow?
Schön und gut, das klingt sicher alles fein, aber was wird für die Nutzung neben einem Abo benötigt? Nun, Internet natürlich, das muss gar nicht extrem flott sein, aber vor allem zuverlässig. Wir haben beim Ausprobieren mit der Bandbreite gespielt und diese mal mehr, mal weniger stark beschränkt. Tatsächlich funktioniert Shadow auch noch mit 5 Mbps, darunter leidet aber das Bild. Gut nutzbar ist der Dienst ab etwa 10 Mbps, für höhere Auflösung sind wenigstens 20 Mbps notwendig, ab etwa 30 Mbps und aufwärts ist für das bloße Auge kaum mehr ein Unterschied feststellbar. Die Latenz ist in allen Fällen gering und kaum zu spüren beziehungsweise je nach Spiel und Setup auch gar nicht bemerkbar. Ideal ist eine LAN-Verbindung, aber auch per Wlan funktioniert Shadow gut. Bei der kabellosen Verbindung solltet ihr aber unbedingt einen leistungsstarken Router und Wlan-ac auf 5 GHz verwenden. Auf der 2,4-GHz-Frequenz ist im Normalfall einfach zu viel los, was die Qualität des Streamings beeinflusst.
Wo läuft Shadow?
Ihr könnt Shadow auf vielen verschiedenen Geräten und Systemen nutzen. Der Anbieter unterstützt Windows, Mac OS, Linux, Android sowie iOS mit jeweils eigenen Apps. Im Browser läuft Shadow derzeit nicht und auf Nachfrage konnte man uns auch nicht sagen, ob an einem solchen Feature schon bald gearbeitet wird. Rechnet also in nächster Zeit erstmal nicht damit. Heißt: Chromebooks fallen flach, ansonsten gibt es aber eine ganze Fülle von Laptops, Smartphones, Tablets und Co., mit denen Shadow funktioniert. Alternativ bietet das Unternehmen für rund 100 Euro auch selbst ein kleines Gerät namens Shadow Ghost an, mit dem der Service auf beliebigen Bildschirmen per HDMI läuft.
Quelle: Shadow
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Wie gut ist Shadow?
Wie bereits erwähnt ist die Latenz normalerweise gering, ein entsprechend gutes Setup sowie ein leistungsstarker und zuverlässiger Internetanschluss vorausgesetzt. Auch bei der Bildqualität gibt es keinen besonderen Grund zur Beanstandung. Natürlich kommt derzeit kein Streaming-Dienst beim Bild an die Fähigkeiten eines leistungsstarken lokalen Gaming-PCs heran. Das liegt ganz einfach daran, dass das Bild für die Übertragung per Internet immer komprimiert werden muss. Bei VoD-Diensten wie YouTube, Netflix und Co. ist das dank Buffering nicht nur schon grundsätzlich simpler umsetzbar; die Entwickler der Unternehmen optimieren die Prozesse und die Komprimierung für die Übertragung bereits seit teils Jahrzehnten. Beim Spiele-Streaming gibt es neue Herausforderungen, die erst noch gemeistert werden müssen. Auf Nachfrage verriet uns das Unternehmen, dass man intensiv mit Netzbetreibern wie der Telekom zusammenarbeite, um die Übertragung von Shadow via Internet kontinuierlich zu verbessern.
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Im Gegensatz zu so manchem Konkurrenten funktioniert Shadow übrigens auch im mobilen Netz, für eine brauchbare Qualität muss es aber unbedingt LTE sein. Mit 3G oder gar 2G ist das Erlebnis kein Schönes. Auch hier gilt wie beim Festnetzanschluss: Die Geschwindigkeit ist gar nicht mal extrem wichtig, insofern sie ein gewisses Minimum bietet. Vielmehr geht es für gute Qualität auch hier um die Latenz und die Zuverlässigkeit. In Großstädten dürfte Shadow mobil in vielen Fällen ganz gut nutzbar sein. Auf dem Land kann es je nach Region und Netzbetreiber natürlich ganz anders aussehen.
Spiele bei Shadow?
Über die angebotenen Spiele wollen wir hier nur ganz wenige Worte verlieren, denn: Shadow selbst bietet ja gar keine Games an. Wie bereits erwähnt gilt es, die eigenen Spiele mitzubringen. Bei Shadow abonniert man keinen Katalog an Titeln, sondern einen je nach Abo unterschiedlich leistungsstarken PC in einem Rechenzentrum, über den man uneingeschränkt verfügen kann. Das geht übrigens mit einem weiteren Vorteil einher, den sonst derzeit keiner der anderen großen Anbieter in petto hat: die Nutzung von Mods. Das ist bei Shadow möglich, da ihr ja vollen Zugriff auf das Windows-System habt und nach Belieben Veränderungen vornehmen könnt.
Lohnt sich Shadow?
Derzeit hat Shadow weltweit rund 70.000 zahlende Kunden. Das französische Unternehmen beschäftigt an seinem Hauptsitz in Paris etwa 150 Mitarbeiter, weitere 50 arbeiten in San Francisco für den besonders großen und wichtigen nordamerikanischen Markt am Streamingdienst. Viel Unterstützung bekommt das Unternehmen schon seit einiger Zeit durch einige reichweitenstarke Persönlichkeiten und kein Wunder: Shadow unterscheidet sich deutlich von der Konkurrenz und bietet so viele Freiheiten und damit Möglichkeiten wie derzeit kein anderer großer Anbieter.
Quelle: Shadow
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Gerade die Möglichkeit, den Dienst auch beruflich und für produktives Arbeiten zu nutzen, ist ein interessanter Ansatz. Das B2B-Geschäft will man daher auch weiter ausbauen, so Shadow auf Nachfrage. Ebenso ist die Freiheit der Spielwahl und vor allem Wahl der Quelle der Spiele ein Pluspunkt. Zudem konnte uns der Dienst beim Ausprobieren von seiner Qualität überzeugen, wenn auch selbstredend Shadow nicht fehlerfrei und ohne Aussetzer funktioniert. Das gilt aber für alle derzeit angebotenen Services.
Ein Manko hat Shadow aber derzeit noch für alle, die jetzt Interesse haben und den Dienst ausprobieren möchten. Derzeit sind nur Vorbestellungen möglich, Zugriff auf den eigenen Cloud-PC bekommen neue Kunden erst ab April 2020. Das liegt daran, dass der Anbieter das neue Abo-Modell mit drei Stufen gerade erst eingeführt hat und gleichzeitig aufgrund großer Zuwächse bei den Nutzerzahlen erst noch die nötigen Kapazitäten aufbauen muss. Die Wartezeit dürfte sich aber unseren bisherigen Eindrücken nach lohnen.
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