Das Spiel mit der Zeitmanipulation ist ein gelungener Zeitvertreib für den Sommer, aus dem man aber mehr hätte machen können.
Eine Zeitreise ist gar nicht schön
Singularity
Leider lassen sich mit dem ZMG nur vorgegebene Gegenstände in der Zeit verschieben. Neben Schlössern zählen dazu auch diverse Deckungen, hinter denen sich der Feind versteckt. Die Soldaten verhalten sich eigentlich durchaus clever und sind kein gewöhnliches Kanonenfutter, die dümmlichen Mutanten rennen hingegen hirnlos auf uns zu. Aus diesem Grund muss man sein Vorgehen stets ändern. Singularity ist ein strikt linearer Ego Shooter, bei dem man durch die unheimlichen Orte der Insel gejagt wird. Immer wieder reist unser Held allerdings auch durch Zeitverschiebungen in das Jahr 1955, um den Weg in der Gegenwart freizuräumen. Das sorgt für genügend Abwechslung. Teilweise entstehen dadurch äußerst spektakuläre Szenen, da man unter anderem eine riesige Brücke durch Zeitmanipulation zusammensetzt oder ein Schiff aus dem Grund des Meeresbodens hebt.
Singularity
Obwohl die Handlung genügend Spannung und Abwechslung verspricht, haben es leider nur zwei, eher wenig spektakuläre Bosskämpfe ins Spiel geschafft. Einer davon erinnert stark an Lost Planet: Hier ballern wir einem Akriden auf die orangenen Schwachstellen, gähn. Spielerisch wenig fordern fällt zudem das Ende aus. Immerhin sind drei Abschlüsse der Story vorhanden. Da die finale Entscheidung über den weiteren Zeitverlauf kurz nach dem letzten Speicherpunkt ansteht, kann man sich alle drei Enden bequem anschauen und dazu noch die jeweilige Gamerscore bzw. die Trophäen abstauben. Singularity ist übrigens derart oldschool, dass sich die Healthanzeige nicht automatisch regeneriert. Diese muss mit Medipacks wieder auf Vordermann gebracht werden.
Kleine Waffenkunde
Singularity
Nathaniel Renko kann grundsätzlich zwei Waffen mit sich tragen, an einigen Stellen sogar noch einen dritten Schießprügel. Neben den üblichen Pistolen, MGs oder Pumpguns darf man auch ein Gewehr benutzen, mit dem man die Kugel manuell und in cooler Zeitlupe selbst steuern darf. Ansonsten fällt das Arsenal eher konventionell aus. Mit den Möglichkeiten von E99 wäre sicherlich mehr drin gewesen. Dafür lassen sich alle Waffen in drei Kategorien (Schaden, Magazingröße und Nachladezeit) in jeweils zwei Stufen aufrüsten. Dazu müssen die entsprechenden Waffenupgrades in den Abschnitten gesucht werden. Zusätzlich können auch die Fähigkeiten des Helden optimiert werden, und zwar mit E99-Technologie, die man in Kisten und an eher dezent versteckten Ecken findet. Damit lässt sich die Lebens- oder ZMG-Energie erhöhen, der Schaden minimieren, den man erleidet, oder die Effektivität des ZMG verbessern. Kleinere RPG-Elemente sind demnach vorhanden, doch leider haben sie keinen all zu großen Einfluss auf den weiteren Verlauf. Aufgerüstet wird an Waffenschränken, die man immer wieder findet. Hier dürfen wir auch Munition kaufen und die Waffen wechseln.
Singularity
Singularity ist ein recht kurzes Unterfangen. Nach rund sechs bis sieben Stunden ist der lineare Shooter wieder vorbei. Immerhin wurde man in dieser kurzen Zeit recht gut unterhalten, während Längen kaum vorkommen. Dennoch hätte man sich etwas kreativere Ideen oder gar Fahrzeugsequenzen gewünscht. Raven Software weiß, wie man solide Ego Shooter entwickelt, mehr aber auch nicht. Der Multiplayer-Modus geht übrigens auch in Ordnung, doch nach meiner Einschätzung wird er nicht sehr lange von all zu vielen aktiven Spielern begleitet. In Extermination und Creatures vs. Soldiers gehen sich bis zu 12 Spieler an die Gurgel. In Extermination müssen drei Punkte auf der Karte erobert werden, während das andere Team versucht dies zu verhindern. Während Soldaten aus der Ego-Perspektive kämpfen, sind die Monster aus der Third-Person-Ansicht unterwegs. Als Mutant fühlt man sich wie in einem Brawler. Dennoch haben beide Seiten verschiedene Klassen und abwechslungsreiche Fähigkeiten. Für ein kurzes Match ist Singularity durchaus geeignet.
Singularity
In der Singleplayer-Kampagne wird übrigens automatisch gespeichert, auch auf dem PC. Die Savepoints sind allerdings fair gesetzt und die drei Schwierigkeitsgrade laden auch Anfänger ein. Die Steuerung ist sowohl auf dem Gamepad als auch mit der Maus präzise ausgefallen. Hier hat Raven Software genügend Erfahrung gesammelt. Dennoch wirkt sie ein wenig überladen, da das ZMG recht viele Funktionen aufweist. Die deutsche Fassung von Singularity wurde leicht gekürzt. Der Blutgehalt wurde zurückgeschraubt, allerdings nicht komplett entfernt, während man Menschen keine Körperteile mehr abtrennen kann. Bei den Mutanten, die mehr als nur leicht an die Kollegen aus Dead Space erinnern, ist dies jedoch weiterhin möglich.
