Das Spiel mit der Zeitmanipulation ist ein gelungener Zeitvertreib für den Sommer, aus dem man aber mehr hätte machen können.
Wenn es darum geht, die Zeit zu manipulieren, kann einiges schief gehen. Da tötet man eine Mücke und es regnet plötzlich Donuts. Oder wie wäre es, wenn man seinen eigenen Großvater um die Ecke bringt? Hört man auf zu existieren, oder wird man einfach wieder zurück in die eigene Zeit katapultiert? Man weiß es nicht. In TimeShift, ich mein Singularity, muss sich Nathaniel Renko mit der blöden Zeit herumärgern.
Kalter Krieg: The Next Level
Singularity
In den 50er Jahren finden die Sowjets auf einer kleinen Insel im Pazifik ein chemisches Element namens E99. Damit lassen sich unvorstellbare Energien freisetzen. Leider ist das Element auch extrem instabil, neigt zu Explosionen, Mutationen und doofen Zeitverschiebungen. Schnell wird das Experiment wieder aufgegeben. Im Jahr 2010 werden ungewöhnliche Radioaktivitäten auf der Insel gemessen, weswegen die Amerikaner ein Team auf die vermeintlich verlassene Insel schicken. Leider läuft die Operation nicht optimal: Der Held wird durch eine Zeitverzerrung zurück in Jahr 1955 geschickt und rettet dort einen Mann vor dem Feuer, der lieber gestorben wäre. Die Geschichte wurde umgekrempelt, die Rote Armee hat die Herrschaft über die gesamte Welt. Fortan muss man den eigenen Fehler wieder gerade biegen.
Mutationen und Zeitexperimente
Singularity
In der ersten Stunde müssen wir noch ohne das ZMG auskommen, auf das ich noch später zu sprechen komme. Hier wandern wir durch eine verfallene Insel, die im Stil der 50er Jahre eingerichtet wurde, während uns die ersten Mutationen und Soldaten angreifen. Um die düstere Stimmung noch weiter auszubauen, finden wir überall kleine Notizen und Tonbandaufnahmen aus der Vergangenheit, die uns die Geschichten der damals lebenden Menschen näher bringen. In diesen Momenten fühlt man sich stark an ein BioShock und die Unterwasserwelt Rapture erinnert. Ist aber erst das ZMG in unserem Besitz, das nach und nach mit weiteren Funktionen ausgestattet wird, wandelt sich Singularity mehr und mehr in Richtung eines TimeShift.
Singularity
Mit dem ZMG können witzige Dinge veranstaltet werden. So lassen sich Feinde beispielsweise zu Staub altern oder in Mutanten verwandeln. Das sieht nicht übel aus und lässt sich taktisch anwenden, da die Monster die anderen Soldaten angreifen, aber irgendwie ist es leichter den Russen einfach so umzuballern. Dennoch hat das ZMG noch mehr drauf. Praktischerweise ist es möglich, eine Zeitblase zu erschaffen, in der alles still steht. Damit kann man Feinde wunderbar einfrieren. Auf diese Weise lassen sich aber auch unüberwindliche Stellen meistern, zum Beispiel wenn man an einem Ventilator vorbei muss. Haben wir mal eine eingestürzte Treppe vor uns, lässt sich diese mit dem ZMG wieder verjüngen, und schwupps ist der Weg frei. Auch allerlei Kisten mit nützlicher Munition oder Healthpacks werden mit dieser Taktik wieder intakt gesetzt.
Singularity
Das Ganze legt natürlich auch kleinere Rätsel nahe. Ein kleines Beispiel: Ein Tor ist nur einen kleinen Spalt breit offen und obwohl unser Held kriechen kann, ist nicht genügend Platz vorhanden. Also schnappen wir uns eine größere Kisten, lassen sich altern, damit sie in sich zusammenbricht, legen sie unter das Tor und verjüngen sie wieder. Dadurch wird das Tor aufgestemmt und wir können durch. Insgesamt bleiben die Rätsel aber sehr simpel. Kopfnüsse sind nie vorhanden. Das ZMG lässt sich auch prima wie die Gravity Gun aus Half-Life 2 nutzen, da man mit dem Gerät Kisten durch die Gegend schweben lässt, um sie zu stapeln und an höher gelegene Stelle zu gelangen. Explosive Fässer können ebenfalls in Richtung des Feindes geworfen werden.
