Skylanders Battlecast im Test: Hat uns positiv überrascht

Test Alexander Winkel
Skylanders Battlecast (5)
Quelle: Activision

An all die Portalmeister da draußen, Oberschurke Kaos verbreitet wieder seine Quacksalbereien, bedroht die Skylands und ihr seid gefragt, ihm Einhalt zu gebieten. Aber nein, die gesammelten Figuren müsst ihr nicht überall hin mitschleppen, es reichen ein paar simple Karten, die von eurem Tablet oder Smartphone aus gescannt werden, um die zahlreichen beliebten Kreaturen auf dem Display zum Leben zu erwecken. Willkommen in Skylanders Battlecast, einer völlig neuen Variante, um in den Skylands für Recht und Ordnung zu sorgen.

Virtuelle Kartenspiele erfreuen sich seit einiger Zeit großer Beliebtheit. Der berühmteste Vertreter mittlerweile dürfte wohl Blizzards Hearthstone sein, aber auch als Spiel im Spiel wie Gwinth in The Witcher 3 finden sich ähnliche Variationen. Activision verbindet die Faszination von Sammelwut und Kartenspiel nun mit ihren bereits etablierten Skylandern und beliefert dabei auch den Handel mit realen Sammelkarten. Geschickter Schachzug und dennoch kann man nicht umhin kommen, dass neue Skylanders Battlecast als wirklich gelungen zu bezeichnen.

Skylanders Battlecast (14) Quelle: Activision Skylanders Battlecast (14) Das Spiel selber könnt ihr aus den jeweiligen Store für iOS, Android oder auch Kindle Fire vollkommen kostenlos herunterladen und damit bereits in das Abenteuer eintauchen. Mit der Basisversion erlernt man die Grundlagen des Arenakampfes und was es mit den vielen unterschiedlichen Karten auf sich hat. Anschließend geht es in der Story gegen Kaos, um seine erneuten Pläne einmal mehr zu durchkreuzten. Kenner werden wissen, wie dies abläuft.

Spielerisch ist es aber kein Plattformer, sondern ein Battle-Card Spiel. Charakter-Karten stellen eure Kämpfer dar. Zu Beginn wählt man derer drei, um diese Skylanders in die Schlacht zu schicken. Steht man den Schergen alsdann gegenüber, werden einmal ein Angriff verübt und, solange noch nötige Einsatzpunkte vorhanden sind, entsprechende Battle-Karten ausgespielt. Die Battlecaster, so der neue Begriff, können machtvolle Zauber sprechen, Ausrüstungen nutzen oder mit seltenen Relikten den Kampf beeinflussen. Ist das Repertoire an Möglichkeiten erschöpft, lässt sich letztendlich nur noch der aktive Skylanders tauschen und dann die Runde beenden. Anschließend verteilen Kaos Schergen ihre Ohrfeigen und man sitzt bibbernd vor dem Bildschirm in der Hoffnung, am Ende noch genug Lebenspunkte für einen weiteren Angriff zu haben.

Skylanders Battlecast (10) Quelle: Activision Skylanders Battlecast (10) Das Kartenspiel ist sehr leicht zu erlernen und doch lohnt es sich, ein erfahrener Portalmeister zu sein, welcher seine Kreaturen in und auswendig kennt und damit auch auf die spielerischen Gegebenheiten reagieren kann. Der Solomodus führt uns durch neun Regionen mit unterschiedlichen Anforderungen. Das kampferprobte Team sollte sich dementsprechend darauf vorbereiten. Wenn Eis und Schnee das Thema beherrschen, lohnt es sich Skylanders des Feuerelements im Team zu haben. Bestimmte weitere Skylanders liefern darüber hinaus weitere Statusboni und auch das Spieldeck kann vorab konfiguriert werden, damit man die knapp dreißig Karten auf der Hand den eigenen Bedürfnissen angepasst hat. Diese werden einem zwar noch immer per Zufall zugespielt, aber man hat sich mit Heilzauber, Angriffen und Möglichkeiten zur Verteidigung vorbereitet und ist nicht komplett dem Zufall ausgeliefert.

Skylanders Battlecast entpuppt sich als äußerst gewieftes und durchaus recht tiefgründiges Strategie-Kartenspiel, indem man logisch denken und seine möglichen Spielkarten taktisch anwenden muss, um auch gegen die stärkeren Gegner eine Chance zu haben. Im Besonderen gilt dies im Onlinekampf gegen menschliche Kontrahenten. Da kommt es stark darauf an, welches Kartendeck der Gegenüber einerseits im Besitz, andererseits für den Kampf ausgewählt hat. Wer eine seltene Karte besitzt, kann diesen Trumpf gegebenenfalls ausspielen und den Sieg überraschend doch noch holen. Bisher liefen die unsrigen PvP-Events, die wir bis dato in den letzten Tagen und Wochen hinter uns gebracht haben, recht ausgeglichen ab und ein jeder hatte die Chance auf den Triumph des Sieges. Ein weiterer Faktor spielt die Erfahrung. Je mehr ein Charakter zum Einsatz kommt, desto stärker wird dieser und erlangt neue Möglichkeiten.

Skylanders Battlecast (7) Quelle: Activision Skylanders Battlecast (7) Wie man sieht, spielt die virtuelle Kartensammlung auch in Skylanders Battlecast eine große Rolle. Täglich dreht ihr deswegen am Rad, um mit etwas Glück den nächsten Trumpf in den Händen zu halten. Mühsam durch Herausforderungen und erledigten Storyquests erarbeitete Münzen können zudem im Shop gegen neue Battle-Karten eingetauscht werden. Die Münzen erspielen sich aber nicht so leicht und es dauert, bis man sich wirklich etwas leisten kann. Dennoch kommt bei Skylanders Battlecast nicht gleich das Gefühl auf, dass man ohne Investition von realem Geld keine Chance hat - was man äußerst positiv werten muss.

Portalmeister und Battlecaster können ihre Kartensammlung aber auch mit mit insgesamt 270 realen Sammelkarten erweitern, die Activision als Battle Packs mit jeweils 22 Karten (9,99 Euro) oder Booster-Packs mit je 8 Karten (4,99 Euro) an den Handel ausgeliefert hat. Der Blick in die Packung bleibt wie so oft geschickt verwehrt, aber im Gegensatz zu Panini-Aufklebern oder NBA Starkarten ist es gar nicht mal schlimm, Doppelte zu ergattern. Jede Karte ist einzigartig und kann gescannt werden. Wer mehrere gleiche Karten besitzt, verstärkt den jeweiligen Charakter oder die Battle-Karte um einen weiteren Level.

Mit den Sammelkarten schaffen die Entwickler zudem die Brücke von den Toy-To-life Figuren zu Skylanders Battlecast. Die Karten werden mit der Kamera des jeweiligen Systems gescannt und dank Augmented Reality erwachen die jeweiligen Figuren auf den Karten zum Leben. Die putzigen, äußerst detailverliebten Animationen der 3D-Figuren sowie die herausragend umgesetzten Arenen sorgen auf jeden Fall für einen optischen Genuss, während die bekannten Synchronsprecher vor allem Fans begeistern werden. Wer seine Skylanders bis dato geliebt hat, fühlt sich auch mit diesem Kartenspiel pudelwohl.

Skylanders Battlecast (8) Quelle: Activision Skylanders Battlecast (8) Einen letzten konsequenten Schritt sind die Jung sind Mädels im Entwicklerteam aber leider nicht mehr gegangen. Die Sammelkarten dienen der Freischaltung der virtuellen Spielkarten in Skylanders Battlecast und sicherlich den Kids, um ihrer Sammelwut wie bei den Figuren zu frönen. Mit viel Phantasie lässt sich die virtuelle Spielmechanik sicherlich auch in die Realität übertragen. Die Entwickler hätten aber durchaus auch selber etwas mehr Finesse in die Karten stecken können, um einen solchen Rückweg zu schaffen. Es wäre ein wahrlich tolles Feature gewesen, wenn man abends auch gemütlich ohne Bildschirm auf dem Wohnzimmertisch hätte Skylanders spielen können. Es mangelt aber an zusätzlichen Werten und einer passender Spielmechanik mit Spielanleitung, die uns entsprechendes offenbart. Skylanders Battlecast hätte das Tor zur Brett-/Kartenspielwelt öffnen können, daher wäre noch viel, viel mehr möglich gewesen, doch die Chance hat sich Activision leider entgehen lassen.

Meinung

Wertung zu Skylanders Battlecast (iOS/Android)

Wertung:

8.2 /10
Pro & Contra
Detailverliebtes Kartenspiel mit tollen Animationen und anspruchsvoller OptikStrategischer Tiefgang durch viele Battle-Karten und LevelmöglichkeitenJeder Skylander offenbart wieder eigene Fähigkeiten, die man geschickt einsetzen mussAuch ohne Investition von realem Geld kann man eine Menge Spaß habenImmer für eine kleine Runde zwischendurch zu haben
Leider bringen die bisherigen Sammelfiguren in Battlecast nichtsDie realen Karten bieten nur bedingt eine Möglichkeit, ohne Bildschirm zu spielen

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