Skylanders: Swap Force bringt Bewegung in die Milliarden-Dollar-Franchise. Zum einen, weil man nun im Spiel hüpfen kann. Zum anderen, weil man die Figuren nun in der Hälfte zerteilen kann, um sie mit anderen zu kombinieren. Das soll die Leute dazu bewegen, noch mehr von ihnen zu kaufen. Das klappt. Aber steckt dahinter auch ein richtiges Spiel? Wir haben es beim Hands-On-Termin getestet.
Es passiert nicht oft, dass ein gestandener Spieleredakteur mit sechs Jahren professioneller und 18 Jahren privater Erfahrung mit Videospielen in einer Spielepräsentation sitzt und kein Wort versteht. Ein Kollege, mit dem ich Skylanders: Swap Force im Koop anspiele, und der PR Manager unterhalten sich angeregt über die Plastikfiguren. Es fallen Sätzen wie "Kombinier Erdelement mit Feuer, um das Elementtor zu öffnen" und "Um den auszumaxen fehlt dir ein Flügelsaphir". Zum ersten Mal verstehe ich wie aufgeschmissen Leute sind, wenn sie zum ersten Mal MMO-Speak hören. Anscheinend sitze ich, der noch nie Skylanders gespielt hat, am Tisch mit Profis…
Quelle: Activision
Skylanders: Swap Force in der Vorschau (2)
Toll! Denn die können mir das Spielprinzip erklären. Und was den Titel so erforlgreich macht. Skylanders, das ist ein Mix aus Pokemon, Jump'n'Run und Hack and Slay. Das Herzstück bildet eine USB-Basisstation, auf die wir reale Plastikfiguren stellen. Die haben einen RFID-Chip eingepflanzt, der ihre Daten ausliest und ins Spiel katapultiert. Katsching – DLCs sind von gestern! Skylanders-Spieler kaufen sich jede Spielfigur einzeln im Handel. Die kosten zwischen zehn und 15 Euro. Dass Skylanders mittlerweile ein Milliardengeschäft ist und zu einer der besten Marken im Hause Activision gehört, ist kein großes Geheimnis. Weil man die Monster nicht im Spiel freischalten kann und möglichst viele braucht, greift man zu den teuren Alternativen.
Neu an Swap Force ist nun, der Name verrät es schon, dass man Figuren vermischen kann. Jede neue Spielfigur lässt sich in der Mitte auseinander nehmen und mit einem Magneten an ein anderes Unterteil anheften. So kombiniert man Elemente, etwa die flinken Beine eines Feuer-Elementars mit dem wuchtigen Oberkörper eines Hammerschwingenden Steinriesen. 16 Figuren gibt es und wer sie alle sammelt, kann daraus ganze 256 Kombinationen bauen. Den alten Krempel müssen Sammler natürlich nicht loswerden: Figuren aus Skylanders Giants und Skylanders: Spyros Adventure funktionieren auch und erweitern das Feld. Activision wäre ja doof, die Spiele nicht abwärtskompatibel zu machen. So kann jeder, der erst mit Swap Force anfängt, die alten Figuren nachkaufen.
Spaßiges Action-Adventure
Quelle: Activision
Skylanders: Swap Force in der Vorschau (6)
Teure Sammelfiguren sind jedoch nur die eine Seite der Medaille. Sie alle zusammen zu suchen und zu sammeln ist fast schon eine Metaebene. Denn eigentlich steckt in Skylanders ein ganz spaßiges Action-Adventure. Allein oder zu zweit im Koop erkunden wir eine verrückte Comic-Welt, in der Rätsel und eher seichte Gegner auf einen warten. Neu in Swap Force: Die Figuren können springen und damit höhere Plattformen erreichen. In den Vorgängern war dafür noch eine Plattform notwendig. Dadurch fühlte sich der Spielverlauf sehr geskriptet und vorgegeben an. Die Kämpfe bleiben lässig. Sie sind locker auch von Kindern schaffbar. Das Ziel von Swap Force: Eine primäre Aufgabe lösen, etwa eine Prinzessin befreien. Daneben gibt es noch dutzende optionale Ziele. Darin steckt der Spielspaß. Der ernsthafte Skylanders-Spieler versucht alle Aufgaben zu lösen. Schwierig ist das nicht, nur zeitaufwändig.
Die Figuren lernen mit der Zeit dazu. In einem an RPGs angelehnten Skillsystem erlernen sie mit der Zeit Fähigkeiten. Am Anfang ist das vielleicht noch ein etwas stärkerer Schlag, später werden daraus aber richtige Kombo-Angriffe. Die bezahlt man mit Münzen und seltenen Saphiren. Natürlich werden die Level-Informationen nicht auf der Konsole gespeichert. Per RFID wandern sie in die Spielfigur zurück. Wenn man sie dann zu einem Kumpel trägt, kann man genau da weitermachen, wo man aufgehört hat.
Quelle: Activision
Skylanders: Swap Force in der Vorschau (3)
Muss ich denn neue Figuren kaufen?
Gezwungen wird natürlich keiner, sich neue Figuren zu kaufen. Aber: Mit denen, die im Basisspiel dabei sind, kann man Skylanders: Swap Force durchspielen. Aber viele Seitenpfade abseits der Hauptstory bleiben einem verschlossen. Sie werden von Elementtoren beschützt, die man nur öffnen kann, wenn man zwei Klassen kombiniert. Da es die Figuren nicht zum Download gibt, müssen sie im Original her. 2011 ging Activision sogar gerichtlich gegen einen Hacker vor, der öffentlich gemacht hat, wie man die RFID-Basisstation austricksen kann.
