Starship Troopers: Extermination im Test: Wir verkneifen uns jegliche Bugs-Wortspiele
Test
I'm doing my part! Mit Extermination erhält Starship Troopers endlich eine Koop-Shooter-Adaption. Ob das funktioniert, verraten wir euch in unserem Test.
Krieg den Maschinen! Und den Käfern, aber die sind nebensächlich
Von Verständigungsproblemen und repetitiven Aufgaben abgesehen, haben wir als Spieler leider ein viel größeres Problem mit der Technik, von denen die kleinkarierten Button-Prompts nur die Spitze des Eisbergs verkörpern.
Das Spiel läuft ungefähr so flüssig, wie ein Inlineskater über Kopfsteinpflaster, auch wenn wir die Grafikeinstellungen herunterschrauben. Apropos Grafik: Starship Troopers: Extermination sieht nicht grauenhaft aus, ganz im Gegenteil.
Der siebziger Science-Fiction-Flair des Films wird gut im minimalistischen Design der Models widergespiegelt. Auch kleine Details, wie Fußabdrücke, die Trooper nach einem Marsch durch Insektenblut hinterlassen, sind schön ausgearbeitet. Trotzdem machen einige Texturen den Eindruck, als würde irgendwo ein Shader fehlen und manche Effekte wirken sehr ungeschliffen.
Das Feuer des Flammenwerfers sieht beispielsweise aus, als wäre es mit der 2D-Sprite-Technik der Zweitausender ins Spiel eingefügt worden, und auch die Umwelt wirkt durch das Fehlen jeglicher Interaktionsmöglichkeit mehr wie eine Kulisse als ein lebendiger Planet.
Quelle: PC Games
Das Carnage-System, das die Leichen der Käfer und Trooper zum Teil des Spielfelds werden lässt, funktioniert gut, leider so gut, dass sich die NPCs im Einzelspielermodus regelmäßig mit ihren Beinchen verheddern und wir sie zurücklassen müssen.
Außerdem überlagern sich die Toten manchmal gegenseitig und sorgen für unterhaltsame Bugs, wenn wir nicht gerade zwischen ihnen steckenbleiben, und ohne Aussicht auf Erlösung ein Leben im Chitin-Limbo fristen müssen.
Quelle: PC Games
Auch sonst schreckt der monotone Missionsaufbau und die langweiligen Gegnertypen des PvE-Shooters viele Wehrpflichtige ab, die gerade durch die starke Konkurrenz von Helldivers 2 wohl nicht zum Lizenzspiel wechseln möchten.
Dafür leidet das Spiel aber gleichzeitig unter Reizüberflutung. Uns ging es nicht nur einmal so, dass wir vor lauter Explosionen und Käferbeine nicht verstanden, was da um uns herum passierte und wir nur lachend die Hände über dem Kopf zusammenschlagen konnten, um nicht zu weinen.
Quelle: PC Games
Allerdings ist das vielleicht genau das, was Starship Troopers: Extermination sein will: Eine Verspottung der bierernsten Kriegssimulationen, die realitätsferne Gegnerwellen auf uns hetzen. Und wenn ein Gegner realitätsferner ist, als ein fünf Meter großer, hochintelligenter und böser Käfer, dann will das was heißen.
Dienstaufwandsentschädigung, bitte!
Zwischen glitchenden Käfern und strohdummen Trooper-KIs haben wir in Starship Troopers: Extermination genug unausgereiftes Gameplay für ein Menschenleben gesehen. Untersuchen wir den Titel allerdings, wie auch seinen Lizenz-Vater mit einer auf Satire getrimmten Linse, fallen uns einige fehlerhafte Mechaniken auf, die egal ob zufällig oder absichtlich, auf Schwachstellen des Genres hinweisen.
Quelle: Offworld Industries
Die zähen Kämpfe und abwechslungsarmen Missionsabläufe simulieren gut, wie sich ein Kadett der Infanterie in so gut wie jedem Krieg fühlen muss. Ausgebrannt, frustriert und entbehrlich, weil die Drecksarbeit auch jede andere Nase in der Kompanie machen kann. Aber nur, weil es gute Satire ist, macht es noch kein gutes Spiel.
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Unserer Meinung nach hätte sich das Spiel mit dem 1.0 Update noch nicht aus der Early-Access-Puppe herauswagen sollen, denn durch technische Grobheit und eintöniges Gameplay hat sich Starship Troopers: Extermination noch nicht weit genug von seiner Raupenform wegentwickelt, auch wenn durch die Lizenz und die bereitwillige Spielerschaft durchaus Potenzial für einen guten PvE-Shooter gegeben ist. Transparenzhinweis: Für die Erstellung dieses Beitrags wurde die Release-Fassung von Starship Troopers: Extermination (PC) von Offworld Industries gestellt.
