Steam Deck im Test - Seite 2

Test Matthias Dammes
Steam Deck im Test - Seite 2
Quelle: Valve

Das Steam Deck von Valve will nicht weniger sein als eine eierlegende Wollmilchsau. Ein mobiler PC, der als Handheld neue Maßstäbe setzt und als kleine PC-Alternative neue Möglichkeiten eröffnet. Was das Gerät von diesen Versprechungen alles halten kann, haben wir im zweiwöchigen Test ausführlichst auf die Probe gestellt.

Hand-Komfort, Externe Peripherie

Der Komfort bei der Bedienung des Steam Deck hängt maßgeblich von den persönlichen Vorlieben und der Handgröße des Spielers ab. Dadurch, dass die Aktionstasten und das D-Pad seitlich neben den Analogsticks angeordnet sind, ist der gesamte Haltebereich links und rechts vom Bildschirm deutlich größer als bei der Switch. Das kommt besonders Menschen mit größeren Händen zugute. Für sie liegt das Gerät sehr stabil in der Hand und die Tasten sind alle gut zu erreichen. Auch nach längerer Spielzeit sind uns da keine Ermüdungserscheinungen aufgefallen. Allerdings hängt das natürlich auch immer von der Haltung ab. Kollegen und Kolleginnen mit kleineren Händen berichten da jedoch von anderen Erfahrungen. Ihnen ist das Gerät zu klobig und die Wege vom Analogstick zu den Aktionstasten schon fast zu weit. Auch bei der Bedienung des Trackpads und gleichzeitiger Betätigung des rechten Triggers kann es für Menschen mit kleineren Händen schwierig werden. Für ausführliche Langzeittests mit verschiedenen Handtypen fehlte uns letztendlich aber die Zeit.

Alternativ lassen sich an das Steam Deck auch externe Eingabegeräte wie Maus, Tastatur und Controller anschließen. Mit einem entsprechenden Adapter/Verteiler für den USB-C-Port des Steam Deck konnten wir problemlos kabelgebundene Mäuse und Tastaturen anschließen. Nun ist so eine Kabelwirtschaft für die mobile Nutzung eher weniger geeignet. Daher empfiehlt sich die Verwendung von Bluetooth-Geräten. Diese lassen sich über die Einstellungen sehr einfach mit dem Steam Deck koppeln und in Betrieb nehmen.

Für einen Betrieb mit externer Peripherie fehlt es dem Steam Deck allerdings an einem wichtigen Feature: ein Standfuß. Einen ausklappbaren Ständer, wie bei der Switch, gibt es hier leider nicht. Zwar hat Hersteller Valve für die Zukunft ein eigenes Dock für das Steam Deck angekündigt. Wann dieses erhältlich sein wird, ist bisher aber nicht bekannt.

Der 7 Zoll Bildschirm hat eine Auflösung von 1280x800 und läuft mit 60 Hz. Quelle: PC Games Der 7 Zoll Bildschirm hat eine Auflösung von 1280x800 und läuft mit 60 Hz.

Display, Sound, Lüfter

Herzstück des Steam Deck ist natürlich der 7 Zoll Bildschirm, der damit die gleiche Bilddiagonale aufweist, wie die Switch-OLED. Allerdings verwendete Valve "nur" einen LCD-Screen mit 60 Hz und Umgebungslichtsensor, der die Helligkeit an die äußeren Umstände anpassen kann. Die Farben- und Schwarzwerte können mit dem OLED der Switch zwar nicht mithalten, aber das Bild auf dem Steam Deck ist trotzdem mehr als in Ordnung. Die maximale Auflösung liegt bei 1280x800 Pixel, was für die Größe des Displays aber völlig ausreichend ist. Je nach Lichteinfall kann es auch bei der entspiegelten Variante zu Spiegelungen kommen. Wenn zum Beispiel die Sonne direkt von hinten auf den Bildschirm scheint. Ob dies auf den günstigeren Varianten ohne Entspiegelung schlimmer ausfällt, können wir mangels Vergleichsgerät leider bisher nicht sagen.

Auf der oberen Seite des Decks ist der Luftauslass aus dem die Lüfter mit deutlicher Geräuschentwicklung die heiße Luft herausblasen. Quelle: PC Games Auf der oberen Seite des Decks ist der Luftauslass aus dem die Lüfter mit deutlicher Geräuschentwicklung die heiße Luft herausblasen. Keine Wunderdinge sollte man auch vom integrierten Sound erwarten. Immerhin verfügt das Steam Deck über zwei recht große Lautsprecher auf der recht und linken Vorderseite des Geräts, die deutlich mehr hermachen als die zwei kleinen Schlitze der Switch. Der hierdurch ausgegebene Sound klingt klar, ohne irgendwelche störenden Effekte. Mit ordentlichen Kopfhörern, die per Klinke oder Bluetooth angeschlossen werden können, lässt sich natürlich in der Regel ein noch besseres Hörerlebnis erreichen. Wir haben dabei verschiedene Geräte ausprobiert und konnten keine Kompatibilitätsprobleme feststellen. Bluetooth-Kopfhörer wurden umgehend erkannt und per Knopfdruck verbunden.

Bei Thema Sound müssen wir allerdings auch über die Lautstärke-Entwicklung des Geräts selbst sprechen. Natürlich sind im Steam Deck Lüfter verbaut, die für eine Kühlung der Hardware sorgen. Diese sind in Betrieb leider mehr als deutlich zu hören. So konnten die Kollegen von der PC Games Hardware schon im Idle-Betrieb, wenn das Gerät nur mit dem Download eines Spiels beschäftigt ist, im Abstand von 25 Zentimetern ein Lüftergeräusch in Höhe von rund einem Sone messen. Das ist eine Lautstärke, die in einer ruhigen Umgebung immerhin schon wahrnehmbar ist. Richtig laut wird es dann unter Volllast, wenn die Temperaturen des Hauptchips sich den 70 Grad nähern. Gemessen wurde dieser Fall mit The Witcher 3, wo die Lautstärke im Abstand von 25 Zentimetern Werte von bis zu 3,4 Sone erreichte. Das sind Lüftergeräusche, die selbst in einer lauteren Umgebung wie einem Großraumbüro als sehr störend wahrgenommen werden. Zum Vergleich: Die Nintendo Switch erreicht selbst mit The Witcher 3 unter voller Belastung maximal Werte von um die 0,3 Sone.

Der Akku

Eine der wichtigsten Komponenten bei einem mobilen Gerät ist natürlich der Akku. Die Hersteller von Valve haben im Steam Deck einen 40-Wattstunden-Akku verbaut, der nach eigenen Angaben zwei bis acht Stunden an Gameplay ermöglichen soll. Diese Werte basieren aber auf Der Akku ist fest im Gerät verbaut und mit einem eigenen Controller zur Schonung der Zellen versehen. Ein einfacher Austausch ist also nicht möglich. Quelle: PC Games Der Akku ist fest im Gerät verbaut und mit einem eigenen Controller zur Schonung der Zellen versehen. Ein einfacher Austausch ist also nicht möglich. Laboruntersuchungen mit vordefinierten Geräteeinstellungen. Bei unseren eigenen Tests haben wir unterschiedliche Erfahrungen gemacht. So war der Akku beim Spielen von The Witcher 3 unter Umständen auch schon mal nach 90 Minuten leergesaugt. Bei Indie-Spielen wie Stardew Valley hält der Stromspeicher entsprechend deutlich länger durch. Im Idle-Modus, also wenn das Gerät nur die Steam-Oberfläche anzeigt, sind auch gerne mal 8 bis 10 Stunden drin.

Wie lange der Akku bei welchen Spielen durchhält, hängt auch stark von verschiedenen Einstellungen ab. So wirken sich die Bildschirmhelligkeit und die Lautstärke der Soundausgabe auf den Stromverbrauch aus. Außerdem gibt es einen Framelimiter, der die Bildwiederholrate auf 30 FPS begrenzt, was ebenfalls hilft, die Akkulaufzeit zu schonen. In Zukunft soll es auch möglich sein, per Schieberegler eine maximale Framezahl einzustellen, um einen Kompromiss aus FPS und Akkuverbrauch zu ermöglichen.

Ist der Akku einmal leer, hilft nur der Anschluss an das Netzteil. Ein Stromspeicher mit noch rund zehn Prozent Restleistung braucht mit dem 45 Watt Netzteil rund zwei Stunden, um wieder vollständig geladen zu sein, wenn das Steam Deck dabei nicht weiter genutzt wird. Wenn weitergespielt wird, dauert der Ladevorgang natürlich entsprechend länger. Ein einfacher Wechsel des Akkus ist übrigens nicht möglich. Der Stromspeicher ist fest im Gerät verbaut und mit einem eigenen Controller gekoppelt. Dieser sorgt dafür, dass die Stromzufuhr so schonend wie möglich für die zwei Akkuzellen erfolgt.

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