Stoked: Big Air Edition im Gamezone-Test

Test Michael Stadler

Dieser Titel wartet auf eine sehr spezielle Kundenklientel die nichts gegen den knackigen Schwierigkeitsgrad hat.

Während augenblicklich der Frühling auch am sonnigen Wetter ablesbar ist, können sich Videospieler noch ein letztes Mal in die verschneiten Berge dieser Welt stürzen. Mit Stoked in der Big Air Edition setzt Bandai Namco den Schlusspunkt unter die Wintersaison. Grandioses Finale oder offenes Ende?

Kreieren und einführen

Stoked: Big Air Edition Stoked: Big Air Edition Wird Stoked erstmals ins Laufwerk geschmissen, seid ihr ein unbeschriebenes Blatt. Damit sich überhaupt jemand vorstellen kann wer denn nun dieses Greenhorn ist, das in den nächsten Spielstunden die Berge unsicher macht, müsst ihr euch eine Spielfigur zusammenstellen. Gekleidet in Mütze, Brille, Jacke, Hose, Stiefel und passendem Board - alles natürlich von namhaften Herstellern der Szene - geht's dann auch schon ins Training. Man kommt sich wie ein direkter VIP vor wenn man selbst zum Training anstelle des Skilifts mit dem Helikopter kommt. Aber wer sich Wolle Nyvelt als Trainer leistet, dem sei ein solches Fluggefährt auch vergönnt. In mehreren Übungen des Tutorials werdet ihr behutsam an die Steuerung des Spiels herangeführt. Leider liegt der tote Hund hier schon begraben. Das Tutorial zeigt euch zu wenig um für spätere Aufgaben gewappnet zu sein. Werden in späteren Aufgaben spezielle Moves von euch abverlangt geht das lustige Rätselraten los bis ihr den gewünschten Trick vollführt. Ganz nebenbei fragt man sich welche Substanzen Lehrer Nyvelt zu sich nimmt. Nicht nur, dass seine Stimme schon nach den ersten zwei Worten von geistiger Umnachtung mit dichter Benebelung zeugt, sind seine Aussagen vollkommen frei von Raison. Aussagen wie "You are geil" ziehen das Spiel sowieso und den Sport auf den zweiten Blick ins Lächerliche.

Streng monoton fallend

Stoked: Big Air Edition Stoked: Big Air Edition Im Spiel dreht sich alles um Einflusspunkte. Diese schalten euch immer neue Events und Berge frei bei denen es wieder neue Punkte zu ergattern gilt. Leider sind die Events äußerst schnelllebig und zudem extrem monoton. Prinzipiell lässt sich das Angebot auf zwei Kategorien einschränken: Rennen und Tricks. Im Rennen geht es eigentlich selbsterklärend darum, die Bestzeit auf einer mit grünen, transparenten Toren gekennzeichneten Strecke zu schlagen. Und so variantenreich sich die Kategorie "Tricks" auch anhören mag, verblasst die Farbenpracht, die das Wort dank Genrevertretern wie SSX inne hat, ebenfalls nach wenigen Minuten Spielzeit. Eure Aufgaben reichen von "Schlage den Highscore" bis "Vollführe Trick XY, dann schießt der nette Fotograf auch ein Foto von dir". Der einzige Adrenalin-Kick, den das Spiel verschafft birgt sich in einem Spielmodus, der von euch verlangt in 30 Sekunden eine, sich wie in Tetris aufbauende, Liste abzubauen. Dort stapeln sich beispielsweise Flips auf Grabs, oder Spins und ihr müsst durch erfolgreiche Ausführung diesen Turm abbauen. Abseits dieser, im Vergleich gelungenen, Aufgabe stellt das Spiel jedoch erst dem Spieler ein Bein und damit folglich auch sich selbst. Denn wie oben schon thematisiert, weiß der Spieler meist überhaupt nicht, wie er die zumeist happigen Highscores knacken soll, weil er entweder den geforderten Trick nicht kennt oder nicht ausführen kann. Der Schwierigkeitsgrad zieht dabei zu brachial an und erzeugt mehr Frust als Spaß beim Spielen. Da hilft es auch nicht, dass das Spiel in seiner Neuauflage zwei neue Berge oder den Renn-Modus bietet, denn selbst das verliert nach kurzer Zeit die Magie.

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