Subnautica im Test: Crafting, Survival und alles, was das Überlebenden-Herz begehrt
Test
Die Menschheit hat es geschafft, 1961 das erste Mal in den Weltraum vorzustoßen. 1969 waren Neil Armstrong, Buzz Aldrin und der Dritte, an dessen Namen sich sowieso keiner mehr erinnert, sogar auf dem Mond. Unser nächstes Ziel ist der Mars. Aber was haben wir nicht geschafft? Unsere eigenen sieben Weltmeere gründlich zu erforschen! Da schafft das Survival-Spiel Subnautica jetzt, 57 Jahre nach dem ersten Ritt ins All, Abhilfe und verbindet Weltraum und Tiefsee gleich noch miteinander.
Seit 23. Januar 2018 kann das Spiel von Unknown Worlds Entertainment, das sich bereits drei Jahre lang in der Early-Access-Phase befand, auf dem PC gespielt werden. Die Konsolenversionen sollen folgen, auf der Xbox One befindet es sich immer noch im Early Access. Doch was ist Subnautica (jetzt kaufen ) denn eigentlich? Zu Anfang stürzt das große Raumschiff Aurora ab, über dem Wasserplaneten 4546B. Ihr rettet euch mit dem namenlosen Protagonisten, den ihr im weiteren Spielverlauf höchstens als Schatten auf dem Meeresboden oder als Spiegelung sehen könnt, in einer kleinen Rettungskapsel und landet im Meer. Ab da müsst ihr euch in der fremden Umgebung zurechtfinden, überleben, Ressourcen sammeln und die Welt erkunden. Ein wenig geleitet werdet ihr dabei durch Funksprüche, die ihr im sogenannten Lifepod, eurer Kapsel, von anderen Besatzungsmitgliedern bekommt, die auch gestrandet sind.
Inhaltsverzeichnis
Subnautica im Test: I will survive!
Durch diese erzählt Subnautica seine Geschichte, ohne sie tatsächlich zu erzählen. Ihr empfangt die Funksprüche ziemlich durcheinander und startet dann auf Erkundungstouren zu anderen Lifepods oder Absturzstellen, wo ihr weitere Daten und Informationen findet. Ob ihr vom Planeten fliehen könnt, lassen wir an dieser Stelle einmal offen. Es wäre ja langweilig, wenn wir euch das einfach so verraten würden. So viel sei aber gesagt: Auch wenn die Story sich zwar nicht chronologisch aufbaut, sondern ihr immer wieder Daten von abgestürzten Lifepods findet oder neue Informationen über den Planeten erlangt, ist die Geschichte überraschend gut und fügt sich passend in das Gesamtkonzept Subnautica ein. Also, Fans der guten Story, ihr kommt auf eure Kosten!
Quelle: PC Games
Schlingpflanzen sind wichtig für euer Crafting. Außerdem sind sie sehr hübsch im düsteren, grünen Wasser des Kelp Forest.
Die andere große Motivation - wohl eher die größte - ist das Überleben auf dem seltsamen Planeten, auf dem ihr gestrandet seid. Hunger, Durst, Sauerstoff und Gesundheit sind die vier Anzeigen, die ihr immer im Auge behalten solltet, wobei das nur in den Modi Überleben und Hardcore der Fall ist. Das kann zu Anfang auch schon mal frustrierend sein, wenn ihr ständig Erkundungen abbrechen müsst, weil eurer Charaktere mal wieder verdurstet. Die anderen zwei Spielmodi - Kreativ-Modus und freies Spiel - sind etwas lockerer, da hat euer namenloser Spielcharakter weder Hunger noch Durst und ihr könnt euch ganz auf das Erkunden der wunderschönen Unterwasserwelt konzentrieren. Im Kreativ-Modus sind euch sogar schon alle Baupläne gegeben, ihr könnt fröhlich drauf los bauen und gestorben wird hier auch nicht. Es geht lediglich darum, die Welt zu erforschen.
Subnautica im Test: Der Gameplay-Kreis schließt sich
Quelle: PC Games
Fabrikator, Kommunikator und MediKit-Fabrikator sind das Herz jeder guten Basis.
Aber gehen wir doch zurück zum Überlebensmodus, das ist nämlich der, den wir euch wärmstens ans Herz legen. Ihr landet zunächst in einem Gebiet, das sich Safe Shallows nennt. Das Wasser ist flach, der Lifepod ist in der Nähe und es gibt eine bunte Unterwasserwelt zu entdecken. Schnell lernt ihr, dass ihr die diversen Fische fangen könnt, um sie zu essen. Der Blasenfisch füllt außerdem euren Wasserhaushalt wieder auf und auf dem Boden liegen jede Menge Gesteinsbrocken, in denen ihr Titan, Blei und Kupfererz findet. In anderen Gebieten gibt es dann auch noch andere Rohstoffe. Aber was macht ihr mit dem ganzen Zeug? Im Lifepod habt ihr den sogenannten Fabrikator, eine Art futuristischen 3D-Drucker, mit dem ihr schnell und ohne viel Mühe (außer eben dem Sammeln) nützliche Gegenstände und Ressourcen herstellen könnt.
Quelle: PC Games
Der Blasenfisch ist wichtig für die Trinkwassergewinnung. Ihn könnt ihr im Fabrikator in Gefiltertes Wasser umwandeln.
Fische können gekocht oder (mit Salzvorkommen) gepökelt werden, aus Blasenfischen stellt ihr gefiltertes Wasser her und mit den Materialien bastelt ihr euch eure erste Ausrüstung bestehend aus einer Taucherflasche, Schwimmflossen und bestenfalls einem Taucheranzug. So sind die Tauchgänge nicht mehr so kurz und das Grinden - das in Subnautica für ein Survival-Spiel sowieso nicht zu ausschweifend wird - fällt wesentlich leichter. Mit dem Scanner-Tool könnt ihr dann Fragmente scannen, die ihr meist in der Nähe von Schiffswrackteilen findet. Diese Fragmente braucht ihr, um Baupläne für technisch höher entwickelte Ausrüstung wie einen Seegleiter, einen Laserschneider oder auch einfach eine Tauchflasche mit mehr Kapazität freischalten zu können. Subnautica spart an dieser Stelle weder an Materialien noch an Bauplänen. Vom einfachen gepökelten Fisch bis zum U-Boot Zyklop könnt ihr alles mit den Ressourcen bauen, die ihr im Meer findet. Die "Rezepte" sind einfach und brauchen nicht viele Bauteile, manche findet ihr jedoch nur in speziellen Gebieten, die in der Tiefsee liegen. Das spornt wiederum dazu an, besseres Equipment herzustellen. Erkunden und Überleben beziehungsweise Bauen halten sich in Subnautica also ziemlich gut die Waage und ihr werdet immer wieder etwas finden, das ihr unbedingt bauen wollt, auch wenn ihr es gerade vielleicht nicht braucht. Die Belohnung folgt dann auf dem Fuße: Ihr könnt tiefer ins Meer hinein, haltet Hitze oder Kälte besser aus oder seid einfach wesentlich schneller unterwegs.
Subnautica im Test: Dichte Atmosphäre
Und das kann euch manchmal - auf gut Deutsch gesagt - den Arsch retten. Denn nicht alle Alien-Lebewesen in Subnautica sind euch freundlich gesonnen. Zwar sind die kleinen Fische, die ihr auch essen könnt, friedlich und schwimmen schlimmstenfalls weg, wenn ihr sie fangen wollt. Wenn ihr aber in die Nähe eines Pirschers, eines Sandhais oder - Gott bewahre! - eines Leviathans geratet: Schnell weg! Die fackeln nicht lange und dann gehen die Lichter eures Spielcharakters aus. Das ist zwar nicht weiter schlimm, ihr landet wieder in eurem Lifepod oder der Basis und verliert einen kleinen Teil eures Inventars (im Hardcore-Modus gibt's übrigens nur ein Leben!), aber es ist schon frustrierend, wenn ihr gerade so schön ein Gebiet erkunden wolltet, das ein bisschen weiter weg ist.
Also, wenn ihr lautes Grollen hört, macht euch lieber schnell vom Acker. Der Soundtrack ist übrigens einer der Punkte, die Subnautica noch einmal stark aufwerten. In den Untiefen des Alien-Meeres untermalt er die drückende Atmosphäre, das Alleinsein und die ständige Gefahr, von einem gigantischen Leviathan zerfetzt zu werden. Unterschiedliche Musik wurde an die verschiedenen Zonen angepasst und je tiefer und düsterer das Meer wird, desto eindringlicher wird auch das musikalische Erlebnis.
Quelle: PC Games
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Die Unterwasserwelt von Subnautica ist auch so verschieden, dass euch beim Erkunden selten langweilig wird. Die Welt erstreckt sich etwa zwei Kilometer um eure Absturzstelle herum. Wenn ihr den Rand erreicht, landet ihr im sogenannten Void. Dort könnt ihr so lange weiter schwimmen, wie ihr wollt, es ist nur noch schwarz und oft begegnen euch Geister-Leviathane. Dann merkt ihr, dass ihr zu weit geschwommen seid. Aber die wirklich interessanten Gebiete sind auch eher die Tiefseehöhlen. Dort findet ihr atemberaubende, gigantische Quallen und merkwürdige, durchsichtige Lebewesen. Ob es so etwas auch in unserer Tiefsee gibt? Wer weiß das schon so genau. Ansonsten wechseln sich dichte Algenwälder mit weitläufigen Sanddünen und Pilzwäldern ab. Es gibt immer etwas Neues zu sehen, ein neues Lebewesen zu scannen oder ein unbekanntes Material zu sammeln. Lediglich die Baupläne sind begrenzt. Wenn ihr alle gefunden habt, hat dieser Aspekt von Subnautica ein wenig seinen Reiz verloren. Trotzdem: Mit den vorhandenen Plänen, vor allem für die Basis, könnt ihr euch regelrechte Paläste bauen, denn an Material mangelt es in der Unterwasserwelt nicht.
