Bekanntlich erblickte der zweite S.T.A.L.K.E.R. Teil niemals das Licht der Welt, nachdem GSC Gameworld aufgelöst wurde. Ehemalige Mitglieder des Entwicklerteams haben sich unter Vostok Games zusammen gefunden und arbeitet mit Survarium am geistigen Nachfolger des gestorbenen Projektes. Noch steckt der Online-Survial-Shooter in den Kinderschuhen, doch anhand der kurzen Demonstration auf der Gamescom konnte uns Oleg Yavorsky einen interessante ersten Einblick gewähren.
Survarium spielt in der nahen Zukunft im Jahre 2026, in der eine ökonomische Katastrophe die Weltbevölkerung stark dezimiert hat. Abgeschottet von der wild wuchernden Natur sehen sich ganze Städte abgeschnitten vom Rest der Welt. Bäume, Pflanzen und Tiere erobern das einstige Hoheitsgebiet der Menschen und tauchen Betonbunker, Fabrikhallen und Radarstationen in ein grünliches bzw. bräunliches Licht. Die Überlebenden der Vororte mussten zuerst erfahren, dass die Natur alles andere als friedlich die Herrschaft an sich reißt, denn mutierte Tiere werden zu furchteinflößenden Monstern und erschweren den ohnehin fast unerträglichen Alltag. Während die Wissenschaftler alles daran setzen, der Apokalypse zu entkommen, ist eines klar: Die Menschheit steht vor dem Verfall. Sämtliche Staaten der Welt sind gefallen und kleine Truppen kämpfen alleine ums nackte überleben.
Quelle: Vostok Games
Survarium in der Vorschau: Viele spannende Ideen, wenig Vorzeigbares. (3)
Oleg Yavorsky führte uns unter anderem durch die Vostok Radiostation, welche einem realen Ort nachempfunden sei und namensgebend für das Entwicklerteam ist. Bereits diese sehr sehr frühe Version, in der sich maximal sechs Spieler auf der Karte tummeln (am Ende soll es mit zehn gegen zehn zur Sache gehen), überzeugt der Detailreichtum der Naturlandschaft. Farne und Gräser wiegen sich im Wind, die Satellitenschüssel ist den Pflanzen zum Opfer gefallen und überall lauern Gefahren in Form von giftigen Pflanzen oder aber auch chemischen Tümpeln mit giftigen Gasen, welche uns sofort kontaminieren. Einmal verseucht, kann man sich nur noch mit speziellen Heilmitteln über Wasser halten. Sprich Spieler werden gezwungen, sich auf Fachgebiete zu spezialisieren oder aber Teammitglieder zu haben, die sich entsprechend auskennen. Dazu dient der Fähigkeitsbaum, der unter anderem in die Bereiche Elektronik, Medizinwissenschaften und Kampf eingeteilt ist. Mit jeweils fünf investierten Punkten erlernt man einen neuen Skill, muss sich aber für einen von Zweien unterscheiden. Ein Trick, wie Oleg Yavorsky betont, um individuelle Charaktere im Onlinespiel anzutreffen.
Quelle: Vostok Games
Survarium in der Vorschau: Viele spannende Ideen, wenig Vorzeigbares. (5)
Vostok Games möchte auch in Zukunft noch weiter an Survarium arbeiten und verspricht uns über mehr als 3-4 Jahre immerwährend neuen Content zu liefern. Unter anderen werden dies neue, erweiterte Karten aus aller Welt sein, da man zu Beginn wohl nur Bereiche in Ukraine, Russland und restlichem Osteuropa erleben wird, zum anderen soll es aber auch neue Skills geben, die das Geschehen wieder auffrischen und Spieler zum Umdenken anregen. Ziel im gezeigten Player vs. Player Modus ist es übrigens nicht etwa, alle Gegenspieler auszuschalten, sondern Lieferungen einzusammeln, die per Zufall auf der Karte erscheinen. Sobald man diese in den Händen hat, sollte man aber eine Eskorte haben, da man nicht mehr zur Waffe greifen kann. Die Kisten beinhalten überlebenswichtige Materialien, denn noch vor Ablauf der Spielzeit wird ein so genannter "Sturm" allen Teilnehmern das Leben schwer machen und diejenigen ausradieren, die sich auf die Apokalypse nicht vorbereitet haben. Dies könnte zum Beispiel ein Elektroschock sein, der jegliche Elektronik vernichtet, aber auch gefährlicher wie eine chemische Explosion mit giftigen Gasen oder ein Tornado, der alles wegfegt. Derzeit sind diese Elemente aber noch nicht implementiert. Vostok Games experimentiert diesbezüglich, daher solltet ihr obige Beschreibung nur als Beispiel von mir betrachten und nicht als implementierte Tatsache abstempeln!
Quelle: Vostok Games
Survarium in der Vorschau: Viele spannende Ideen, wenig Vorzeigbares. (9)
Auch die zweite Karte mit einer riesigen Chemiefabrik hat den allgemein eher düsteren Stil, der bisweilen auch an vergangene S.T.A.L.K.E.R Zeiten erinnert. Die Arenen scheinen weitläufig, aufgrund der wenigen Teilnehmer in dieser Phase daher auch noch recht leer zu sein. Während dieser Player vs. Player Modus in der kommenden Beta-Phase, die auch öffentlich sein wird, bereits vorhanden sein soll, möchte Vostok Games anschließend eine umfangreiche Kampagne nachreichen. Diese kann und sollte aufgrund der zahlreichen Gefahren kooperativ bestritten werden. Es sind schließlich nicht nur die Gifte und Fallen, sämtliche Körperteile werden einen Einfluss auf den Spielverlauf haben. Fällt man zum Beispiel einige Meter tief und bricht sich die Haxen, so kann man kaum mehr weiterlaufen. Daher sind Kameraden mit entsprechenden Fähigkeiten gefragt, die einem Bandagen anlegen können. Dies dürfte dann auch im letzten Modus wichtig werden, in dem der Überlebenswille das eigentliche Ziel ausmacht. Hier spielt man gegen die Zeit. Wer kann in der unwirtlichen Welt am längsten überleben? Töte ich den anderen Spieler, den ich mit dem Fernglas aus sicherer Entfernung beobachte, oder kann ich mich mit ihm gegen die Natur verbünden? Kein leichtes Unterfangen, doch die Natur hetzt ihre eigene Gefahren in Form von böswilligen Tieren und giftigen Pflanzen auf die Spieler.
Quelle: Vostok Games
Survarium in der Vorschau: Viele spannende Ideen, wenig Vorzeigbares. (15)
Die Charaktere sehen im Moment noch recht stereotypisch aus, doch die gezeigte Basis in einem Bunker offenbarte schon viele Möglichkeiten, den Soldaten nach eigenem Gutdünken auszurüsten. Es gibt zum Beispiel unterschiedliche Hersteller für Rüstungen, Schutzwesten und Waffen. Neue Jacken versprechen mit mehr Taschen wiederum einen größeren Stauraum und so weiter und so fort. Auf die Frage, ob hier nicht für den Gelegenheitsspieler ein großer Nachteil entsteht, weil er sich keine bessere Ausrüstung leisten kann, erfuhren wir, dass man sich auch um ein ausgewogenes Matchmaking kümmern möchte. Es habe keinen Sinn, Anfänger gegen Profis auf eine Karte zu werfen. Auch habe es keinen Sinn, Spieler, die Geld für gewisse Items ausgeben, Survarium wird sich durch Microtransaktionen finanzieren und ist eigentlich ein Free2Play-MMOFPS, wirklich zu bevorzugen. In wie weit die Entwickler das Versprechen halten können und ob Gelegenheitsspieler eher abgeschreckt werden, wird sich in den nächsten Monaten bzw. im kommenden Jahr zeigen, wenn der Titel dann offiziell erhältlich ist. Vostok Games hat aber noch alle Hände voll zu tun, bis alles implementiert ist und seinen Lauf nimmt. Dann würde man sich evtl. Gedanken darüber machen, ob sich eine Umsetzung für die neue Konsolengeneration lohnen könnte.
