Ein Multiplayer-Mode von gestern & Fazit

Test Peter Grubmair

Mit Test Drive: Ferrari Racing Legends offerieren uns die Slightly Mad Studios ein Rennspiel ganz in der Tradition eines Ferrari F355 Challenge, welches Sega vor geraumer Zeit für die Dreamcast veröffentlichte. Dabei ist das Fahrmodell durchaus anspruchsvoll ausgefallen und der Simulationsgrad gar nicht so niedrig, das Rundherum aber kommt eher spartanisch daher und erinnert stark an vergangene Arcade-Titel. Ob diese Kombination auch heute noch funktioniert oder ob der Titel ein Nischendasein fristen wird, lest ihr in unserem Test.

Test Drive: Ferrari Racing Legends (11) Quelle: Atari Test Drive: Ferrari Racing Legends (11) Der Multiplayer

Der Multiplayer-Modus fiel genau so spartanisch aus wie man erwarten kann. Es gibt einfach ein Rennen nach dem anderen, wobei die maximale Anzahl an Spielern auf 8 begrenzt ist, wohingegen man offline bis zu 16 Fahrzeuge auf der Piste hat. Verlässt der jeweilige Host die Session, fliegen auch alle anderen Spieler raus, was nicht mehr besonders zeitgemäß ist. Einen Splitscreen sucht man ebenfalls vergebens. Leider brachten wir während unserer gesamten Testzeit kein einziges mal ein komplettes Feld aus 8 Fahrern auf die Strecke, es gibt einfach nicht genug Spieler die mit dem Titel online zocken. Darum können wir auch nur sagen, dass bei weniger als acht Teilnehmern das Renngeschehen online flüssig und ohne bemerkbare Ruckler abläuft.

Bleibt uns zum Schluss noch die Achievements bzw. Trophies zu erwähnen, die so langweilig und uninspiriert vergeben wurden, dass man dahinter einen Buchmacher vermuten möchte. Es gib exakt für jede erfüllte Mission eine Belohnung, für das absolvieren der drei Ären, sowie für das erreichen bestimmter Fahrerlevel. Das wirkt so, als hätte man sich erst im letzten Augenblick daran erinnert, dass es auf den Konsolen ein spezielles Belohnungssystem gibt. Aber auch Ingame fragt man sich mitunter, weshalb diesbezüglich nichts eingebaut wurde. Schließlich bekommt man Hinweise eingeblendet, wenn man zum Beispiel eine Runde oder gar das ganze Rennen führte, doch daraus gemacht hat man nichts.

Meinung

Wertung zu Test Drive: Ferrari (X360)

Wertung:

6.5 /10
Pro & Contra
Über 50 echte Ferraris38 Streckenvarianten (mitunter gleiche Strecken aus verschiedenen Jahrzehnten)Über 200 Rennen umfassende Einzelspieler-KarriereGelungene und hochdetaillierte FahrzeugmodelleSchöne Cockpit-PerspektiveDiverse Tageszeiten, auch Nachtrennen
Kein Showroom, keine Infos zu den Supersportwagen oder der Marke FerrariLangweilige aufgebauter Karriere-Mode von gesternUnausgeglichener SchwierigkeitsgradKein Tuning oder Set-UpSchwierigkeitsgrad entscheidet über die FahrhilfenBesonders auf der PS3 starkes KantenflimmernOnline gibt’s nur Einzelrennen für 8 SpielerKein SplitscreenIm Grunde unnötige Tankanzeige, da keine Boxenstopps nötig
Fazit

In Test Drive: Ferrari Racing Legend steckt eine Menge Potenzial, welches man leider ungenutzt auf dem Asphalt liegen ließ. An die super direkte Steuerung kann man sich durchaus gewöhnen und in Verbindung mit dem hohen Geschwindigkeitseindruck machen die Rennen mitunter auch richtig Spaß, aber weshalb man am Drumherum so gespart hat, noch dazu mit einer Marke wie Ferrari im Gepäck, ist mehr als unverständlich. Wo ist der Showroom, warum gibt’s keine Zusatzinfos zu den legendären Sportwagen, weshalb hat man aufs Schadenssystem komplett verzichtet und wozu hat man eine Tankanzeige wenn man gar nicht tanken muss? Wieso bietet man dem Spieler über 200 Rennen in seiner Karriere an und macht dann aus den verschiedenen Streckenführungen der Jahrzehnte einfach gar nichts? Es ist einfach schade, aus dem Titel hätte man wirklich eine kleine Perle machen können, aber was uns das Slightly Mad Studio da abliefert, ist gerade mal Durchschnittskost bar jeglicher Highlights.

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