TDU2 kommt nur langsam in die Gänge, dann aber umso gewaltiger. Ein Fest für digitale Jäger und Sammler!
Test Drive Unlimited 2
Sound-technisch kann man sich an den schön unterschiedlichen Motorengeräuschen erfreuen und natürlich an den vielen Radiosendern. Doch auch hier greift das Sammler- und Entdeckerprinzip, anfangs verfügt man nur über zwei Radiosender, weitere kommen später dazu. Mit den Hintergrundgeräuschen geht TDU2 genau so sparsam um wie schon sein Vorgänger, aber wen interessiert schon das Meeresrauschen wenn gerade so gute Mucke im Radio läuft? Im wahrsten Sinne durchschlagend wirken die Kollisionsgeräusche, besonders wenn der Wagen nach einem Sprung wieder aufsetzt, meint man er fällt einem gleich auseinander, so krass hört sich das an. Was die Sprachkommunikation der Spieler untereinander betrifft, wird dasselbe System wie beim Vorgänger benutzt. Befindet man sich im Rennen hört man alle teilnehmenden Fahrer, im Freeride hingegen ist man nur mit denen in unmittelbarer Nähe verbunden. Auf der Xbox 360 hat man zudem die Möglichkeit das Party-Feature zu nutzen, so dass man immer mit seinen Freunden verbunden bleibt. Eine wirklich witzige Funktion hierbei ist, dass die Spieler vor einem Rennen, während die Autos auf der Startgerade stehen und noch warten, ihren Avatar zu einem anderen Spieler ins Auto setzen können, um ein Privatgespräch zu führen. Dabei kann man sich dann auch gleich mal den Konkurrenten genau ansehen, beispielsweise ob der Schönheitschirurg der Insel auch gute Arbeit geleistet hat. Als ich mich das erste Mal unter Messer legte und dann die nächsten Rennen mit verbundenem Gesicht absolvierte, konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen. Denn das ist eines dieser Details die einen an TDU2 wirklich faszinieren können.
Test Drive Unlimited 2
Genau einige dieser Details möchte ich nun noch aufzeigen, denn sie sind es, die einen ständig weiterspielen lassen und an denen man erkennt, was sich seit TDU alles getan hat und wie viele Gedanken sich die Entwickler machten. Kauft man im Autohaus ein neues Auto, erhält man gleichzeitig die Chance ein altes einzutauschen. Das ist praktisch wenn man keinen Garagenplatz mehr zur Verfügung hat oder man etwas knapp bei Kasse ist. Selbstverständlich können wir uns beim Kauf auch wieder die Lackierung, die Felgen und die Innenausstattung aussuchen. Um schnell zwischen allen für einen selbst wichtigen Orte navigieren zu können, lassen sich diese markieren und sind auf einer speziell dafür eingerichteten Karte übersichtlich aufgeführt.
Womit man ebenfalls viel Zeit verbringen kann, neben der Individualisierung des Charakters beim Frisör, in der Boutique oder beim Chirurgen, ist das Einrichten der eigenen Häuser. Nicht nur die Möbel lassen sich verändern, man kann sogar selbst geschossene Fotos in seinen Räumlichkeiten aufhängen.
Test Drive Unlimited 2
Was uns an TDU2 am wenigsten gefallen hat, ist neben den schon erwähnten Framerate-Einbrüchen das an mancher Stelle komische Deutsch. Warum wird die Wiederholung "Zeitlupe" genannt? Warum das knappe Vorbeifahren am Gegenverkehr "Überholen" und warum werden in manchen Bildschirmtexten die Worte falsch umgebrochen? Während unserer Testphase sind zudem ab und zu seltsame Dinge passiert, die hoffentlich noch gepatched werden. Beispielsweise starteten wir mit einer offenen Türe, da wir eben ein Gespräch mit einem anderen Spieler führten, und die blieb auch das gesamte Rennen über offen, ein Zuschlagen war nicht möglich, das Ding war hart wie Beton. Zwar nicht tragisch, aber bemerkenswert, der Ausfall der Hupe. Das Hupkonzert am Anfang eines TDU-Rennens gehört einfach zum Spiel, so wie es zum Autokino gehört, wenn einen dann aber das Horn versagt, ist das schon etwas unschön. Zuletzt möchte ich auch noch die Cutscenes kritisieren, an denen es doch eigentlich liegen sollte für die coole Atmosphäre im Spiel zu sorgen, die aber genau das Gegenteil erreichen. Sie wirken meist einfach kindisch und peinlich und sind weit davon entfernt Coolness zu transportieren. Ich behaupte, bei der erzählten Story haben sich die Entwickler einfach nicht getraut eine bestimmte Grenze zu überschreiten, um möglichst Familien-kompatibel zu bleiben. Wie genial wäre es gewesen, wenn man sich diesbezüglich an einem Vorbild wie Fast & Furious orientiert hätte, statt diese langweilige Geschichte um paar gesichtslose aber gesetzestreue Racer zu stricken.
