Das Spiel zu einem Film, der auf Spielzeug basiert - klingt fast ein wenig absurd. Wir haben das LEGO Movie Videogame trotzdem angespielt und herausgefunden, wo Neuigkeiten stecken und ob es große Veränderungen im Vergleich mit den Vorgängern gibt.
In Hamburg konnte Gamezone kürzlich im Privatkino von Warner Bros. Deutschland den LEGO Film sehen und das dazugehörige Spiel anspielen. Sozusagen Lego: The Movie: The Game. Absurder Name. Über den Film dürfen wir derzeit, obwohl er in Amerika bereits läuft, nicht berichten. So viel sei aber verraten: Er ist unterlegt von einem poppigen, treibenden Soundtrack. Gerade das Thema "Hier ist alles super" umschreibt auch die Qualität des Spiels. Denn TT Fusion, die bislang vor allem die Handheld- und Nintendo-Ableger von LEGO-Spielen gemacht haben, hält sich stark an die Filmvorgabe.
Quelle: PC Games
Kunterbunt und alles aus Lego: Auch Effekte wie Feuer und Wasser bestehen jetzt aus kleinen Legosteinen. Süß!
Optisch fällt das vor allem durch das angedeutete Stopmotion-Verfahren auf. Spiel und Film sollen so wirken, als wären sie durch tausende von Einzelbildern entstanden, die man hintereinander aufnahm. Tatsächlich gibt es schon seit Jahren eine fleißige Lego-Stopmotion-Szene, die vor allem im Internet floriert. Auf Youtube gibt es nichts, was man nicht in LEGO nachgebaut finden könnte – von LEGO GTA über Dark Knight Rises Trailer bis hin zu Counter-Strike. Zu Beginn macht das Videospiel noch den Eindruck, als würde es leicht stottern, doch das trügt – es handelt sich tatsächlich nur um den Stopmotion-Effekt. Hat man sich daran gewöhnt, bemerkt man schnell, dass The LEGO Movie Videogame auch mit einer Next-Gen-Version im Hinterkopf produziert wurde. Das Ergebnis sieht höher aufgelöst und viel detailreicher aus als LEGO Marvel Super Heroes. Dadurch, dass der komplette Film diesmal auf Lego-Effekten beruht, gibt es keine Feuer oder Wasserflächen mehr, die durch traditionelles Modelling entstanden sind. Selbst Feuer, Rauch und Wellen bestehen aus kleinen Legosteinen. Süß! Und ein Element, das in vielen Vorgängern eher negativ auffiel. Da war eine Flamme traditionell animiert und die nächste im Lego-Look – das unterbrach das einheitliche Bild der hübschen Lego-Optik.
Quelle: PC Games
Wenn die Cutscenes doch nur so knackscharf wären: Die Filmschnipsel sind stark komprimiert.
Eines haben die Macher aber gehörig versaut: Die Zwischensequenzen stammen tatsächlich aus dem Film und sind nicht neu für das Spiel aufgenommen worden, wie bei den anderen Filmadaptionen. Soweit eigentlich ein Pluspunkt. Doch die Filmstücke sind so stark komprimiert, dass es zu sichtbaren Bildartefakten, einem ewigen Nebelschleier und Fehlfarben kommt. Vor allem rote Elemente fransen wegen der Kompressionsrate aus. Das darf vielleicht bei der Last-Gen-Version passieren, bei der Speicherplatz auf der Disc begrenzt ist. Doch in Zeiten von Spiele-Blu-Rays und 13GB großen Patches hätte man eine hübschere Alternative für Xbox One und Playstation 4 finden müssen.
Vorzüge der neuen Lego-Generation – aber erneut wenig Neues
Quelle: PC Games
HIER IST ALLES SUPER! In 80er-Dico-Optik tanzt Emmet in einem Minispiel zum genialen Titensong.
The LEGO Movie Videogame hat einige Features, die auch im Hobbit zum Tragen kommen. So gibt es mehrere Minispiele, beispielsweise ein Tanzspiel. Ihr habt es erraten, ihr müsst im Takt zu "Hier ist alles super" Discotänze in 80er Optik hinlegen. Die Challange ist gewohnt easy, sie soll ja auch für Kinder machbar sein, im Gegensatz zum peinlichen Tellerwaschspiel in LEGO: Der Hobbit macht das Spielchen aber Spaß – einfach weil Tanz- und Rythmusspiele zur Szene besser passen als zu den Zwergen.
Auch das Baufeature aus dem Hobbit übernimmt das Filmspiel. An verschiedenen Stellen im Spiel baut Emmet, die Hauptfigur, wichtige Teile zusammen und muss nicht nur eine Taste gedrückt halten, sondern aktiv Teile raussuchen. Wer es schafft, in schnellster Zeit die richtigen Legosteine aus einem Kreismenü auszuwählen, bekommt Zusatzpunkte. Verlieren kann aber niemand, die Entwickler halten ihre LEGO-Spiele bewusst frustfrei. Erwachsenen Spielern stößt das natürlich sauer auf – die Rätsel sind wie immer viel zu einfach.
Auf weitere Neuerungen müssen Fans verzichten. Sogar ein bislang etabliertes Feature der TT-Games-Sparte bricht weg: The LEGO Movie Videogame enthält keine offene Spielwelt wie alle seine Vorgänger seit den Harry-Potter-Spielen. Stattdessen erkundet Emmet mit seinen Freunden ein Level nach dem anderen, die sind dazu auch noch von durchsichtigen Wänden durchzogen. Hier hätten die Leveldesigner ruhig etwas kreativer sein können – in anderen Teilen der Serie hat es ja auch geklappt!
