Casual- UND Hardcoregamer zufrieden stellen geht nicht? Zelda beweist euch das Gegenteil!
Massig Sidequests, riesige Welten, viele Charaktere - ähm Fehlanzeige!
The Legend of Zelda: Phantom Hourglass
Solche kleinen Beschäftigungen wie das Angeln oder Bergen von Schätzen ist man aus Zelda ja gewohnt. Neben der eigentlichen Geschichte muss man meist Unmengen von Aufgaben erledigen, die einem dann Rubine, Herzteile oder anderen nützlichen Kram bescheren. Es wäre daher anzunehmen, dass auch der DS-Ableger der Zelda-Serie massig solcher Sidequests zu bieten hat. Leider ist das aber nicht der Fall. Das Angeln und die Schatzsuche sind zwei der extrem seltenen Beispiele. Es gibt leider fast nichts, was parallel zur Story noch erledigt werden kann. Keine Dorfbewohner dessen Hund ihr finden müsst, keine Gegenstände die ihr für jemanden finden müsst oder dergleichen - nichts! Herzteile wurden gänzlich abgeschafft. Aber es kommt noch schlimmer. Auf der äußerst kleinen Oberwelt gibt es nur sehr wenige Bewohner. Einzigartige Charaktere, die man aufgrund ihrer besonderen Art auch noch lange nach dem Durchspielen im Gedächtnis behält, sind nicht vorhanden. Ihr müsst nur mit sehr wenig Leuten interagieren. Linebeck ist einer der wenigen, an die man sich noch erinnern wird. In mancher Zwischensequenz wird durch ihn eine gewisse Komik aufgebaut, was wirklich lustig sein kann. Ansonsten sieht es aber sehr mager aus. Auch der Umfang musste abspecken. Die Spielzeit kommt nicht an die Vorgänger heran und der Schwierigkeitsgrad ist durchgängig ziemlich einfach gehalten. Böse Zungen würden vielleicht sagen, dass dieser Teil der Serie ein Zelda für Casual-Gamer ist, aber auf der anderen Seite ist es dadurch als Abenteuer für unterwegs optimal geeignet. Keine ellenlangen Dialoge, keine verzweifelnd harten Kämpfe - man legt es ein und spielt ganz locker ein paar Busstationen lang. Den Tiefgang anderer Zelda-Titel muss es dadurch aber leider einbüßen.
Celshading vom Feinsten und altbekannte Klänge
The Legend of Zelda: Phantom Hourglass
Wie bereits erwähnt hält man sich in Sachen Grafik an Links GameCube-Abenteuer "Wind Waker". Das ist eine gute Entscheidung gewesen, denn mit einer realistischen Darstellung hätte die Hardware des DS sicherlich so seine Probleme gehabt. Außerdem steht ihm der Look ausgezeichnet. Die Charaktere sehen unheimlich putzig aus und die Gestik und Mimik sind sehr gut gelungen. Ebenso die Animationen der Charaktere. Die Oberwelt ist allerdings ein wenig langweilig designt. Außerdem gibt es öfters sehr grobpixelige Texturen zu sehen, aber die Charaktere machen das allemal wieder wett. Was die Soundkulisse angeht, fühlt man sich sofort wohl. Die Melodien sind im Grunde altbekannt und wurden nochmals hergenommen um auch Links neustes Abenteuer zu untermalen. Prinzipiell keine schlechte Idee, denn die Musik war schon immer sehr hörenswert, aber man hätte ein bisschen mehr Neues einbauen können. So wird einem etwas vorgesetzt, das man schon zu genüge kennt, was es aber nicht schlecht macht. Die altbekannten Klänge sind noch immer wunderschön, aber eben alt.
Die Touchscreensteuerung und der Mehrspieler
The Legend of Zelda: Phantom Hourglass
Wer Spiele wie etwa "Animal Crossing" kennt, der wird auch mit der Steuerung von Zelda sehr schnell vertraut sein. Auch hier müsst ihr auf eine Stelle auf dem Touchscreen tippen, damit Link in diese Richtung läuft. Tippt ihr in Links Nähe, so läuft er langsam. Wenn er schneller laufen soll, müsst ihr den Stylus weiter weg ansetzen. Um zu kämpfen könnt ihr die Gegner entweder direkt antippen (sofern sie nicht zu weit entfernt sind) oder selbst kleine Striche auf den Touchscreen zeichnen. Eine Wirbelattacke wird durch das Malen eines Kreises ausgelöst und mittels kleiner Kreisbewegungen am Bildschirmrand kann Link sich durch die Gegend rollen. Karten werden bekritzelt, Schiffsrouten eingezeichnet, Gegenstände eingesetzt und Personen angesprochen - und all das mittels Stylus und Touchscreen. Die Steuerung ist von vorne bis hinten gelungen. Alles geht total locker von der Hand und ist einfach nur komfortabel zu bedienen. Doch auch andere DS-Features finden ihren Einsatz. Es müssen Kerzen ausgeblasen werden, indem man kräftig ins Mikro pustet und durch Zuklappen des Nintendo DS wird eine Markierung vom oberen Screen direkt auf eure Karte auf dem unteren Bildschirm "gestempelt". Eine tolle Idee, die man auch schon im Point and Click Adventure "Another Code" finden konnte. Die Steuerung und Einbindung der DS-Features wird sowohl Einsteigern wie auch erfahrenen Spielern gerecht. Einfach klasse!
The Legend of Zelda: Phantom Hourglass
Dass ein Zelda auch im Mehrspieler-Modus interessant sein kann hat uns "Four Swords" bewiesen. Doch in "Phantom Hourglass" geht man andere Wege. Man tut im Grunde genau das, was man auch im Tempel des Meereskönigs erledigen muss, mit dem kleinen Unterschied, dass die Phantome dieses Mal von den Mitspielern gesteuert werden. Während Link versucht Triforce-Teile an eine bestimmte Stelle zu tragen, versuchen die anderen Mitspieler genau das zu verhindern. Dazu können sie die Laufwege der Phantome auf dem Touchscreen einzeichnen. Doch in den Schutzzonen ist Link sicher und kann nicht angegriffen werden. Eine interessante Idee, die aber erst mit mehreren richtig Spaß macht und auf Dauer etwas eintönig wird.
