Funktioniert Zelda auch auf Schienen oder hätte man dieses Element besser weggelassen?
The Legend of Zelda: Spirit Tracks
Nachdem die Gleise nun aktiviert sind geht erst der richtige Kampf los, denn nun befinden wir uns endlich im Dungeon. Hier gilt es sich durch Horden von Monstern zu kämpfen und das ein oder andere Rätsel zu lösen. Dabei kommen euren Waffen besondere Bedeutung zu. Mit der Luftkanone lassen sich Wirbelstürme erzeugen, die Gegner lähmen, Objekte durch die Lüfte tragen, Schalter aktivieren oder Geschosse zurückschleudern können. Das lässt sich auf vielfältige Weise ins Gameplay einbeziehen. Nicht kann ein Rätsel nur dann gelöst werden, wenn man die Luftkanone richtig einsetzt. Um einen Wirbelsturm auszulösen muss man ins Mikro pusten, was eine lustige Idee ist, aber im Eifer des Gefechts manchmal ein bisschen stressig werden kann. Manche Gegner werden von einem giftigen Nebel umgeben und manchmal versperrt derselbe Nebel auch den Weg, sodass man ihn kurzerhand wegpusten muss. Doch auch der Bumerang wird für das Lösen von Rätseln und das Besiegen von Monstern gebraucht. Da man seine Flugbahn bestimmen kann, ist er ein sehr praktisches und unverzichtbares Utensil auf eurer langen Reise. Auch in den spannenden und oftmals fordernden Bossfights am Ende eines jeden Dungeons, muss geschickt kombiniert und mitgedacht werden. Wenn der verwundbare Hinterleib eines gigantischen Käfers von giftigem Nebel geschützt wird, dann muss man auch diesen zunächst wegpusten. Daraufhin greift dieser mit explosiven Gegnern an, die ihr im richtigen Moment per Wirbelwind auf den Endboss zurückschleudert und schon wird er durch eine kraftvolle Explosion verletzt. Jetzt muss er nur noch einige Male mit dem Schwert bearbeitet werden und schon ist der Dungeon geschafft. Dann geht das gleiche Spiel wieder von vorne los und man muss im Turm der Götter die Gleistafel für den nächsten Bereich ergattern.
Zugfahren macht Spaß. Oder etwa nicht?
The Legend of Zelda: Spirit Tracks
In "Zelda: Phantom Hourglass", dem direkten Vorgänger zu "Zelda: Spirit Tracks" war Link auf den Weiten des Meeres unterwegs und durfte mit einem Schiff umher reisen. Dieses gibt es nicht mehr, aber dafür hat er nun eine kleine Lokomotive zur Verfügung. Das Problem an Zügen generell ist die Gebundenheit an die Gleise. Man kann sich nur auf vorgegebenen Pfaden bewegen und hat daher keine Möglichkeiten zur freien Erkundung der Umgebung. Das ist auf der einen Seite zwar schade, auf der anderen Seite gibt es einem auch eine Hilfe an die Hand und lässt einen nicht so orientierungslos im Blauen herumsuchen. Wer die Offenheit liebt und nicht gerne linearen Wegen folgt, der wird das Schiff sicherlich vermissen. Wer es hingegen genießt, dass man nicht jeden Weg selbst finden muss und sich auch gerne mal ein Stück weit leiten lässt, dem wird eher der Zug zusagen.
The Legend of Zelda: Spirit Tracks
Doch wie läuft so eine Zugfahrt von Punkt A nach Punkt B eigentlich genau ab? Zunächst zeichnet man auf seiner Karte die Route ein, die man gerne entlang fahren möchte. Entscheidet man sich unterwegs doch für einen anderen Weg, so ist das kein Problem, da man an jeder Weggabelung die Weichen neu stellen kann. Die Geschwindigkeit regelt man anhand eines Schalthebels, der ganz nach vorne bewegt werden kann (volle Geschwindigkeit) oder eine Stufe weiter nach unten (normale Geschwindigkeit). Zieht man diesen Hebel noch weiter nach unten, dann bleibt man stehen und auf der letzten Stufe legt man den Rückwärtsgang ein. Um Tiere zu vertreiben, die gelegentlich euren Weg kreuzen, kann man an einem Seil ziehen, das die Dampfpfeife aktiviert. Das Zugfahren ist anfangs ganz lustig, aber da auch die Höchstgeschwindigkeit ziemlich langsam ist, kommt hier und da Langeweile auf. Es passiert zwar allerhand während der Fahrt (Tiere rennen auf den Gleisen herum, Monster greifen an...), aber manchmal würde man sich wünschen, dass diese trotz allem nicht so lange dauert. Mit der Zeit kann man seine Lok ein wenig aufmotzen und erhält beispielsweise eine Kanone, mit der man auf Feinde schießen kann. Hier und da hoppelt am Wegerand auch ein Hase, den man einfangen sollte, um eine Belohnung einzustreichen. Außerdem gibt es auch noch böse Züge, die euch vernichten, wenn ihr ihnen zu nahe kommt. Auf der kleinen Karte auf dem oberen Bildschirm muss man diese also immer genau im Auge behalten und rechtzeitig die Weichen umstellen oder auch mal den Rückwärtsgang und die Bremse einlegen. Man hat also schon allerhand zu tun, aber alles spielt sich stets auf den vorgegebenen Gleisen ab, sodass man von vornherein in seiner Freiheit beschnitten wird.
