Kann TP den Titel des besten Zelda-Spiels aller Zeiten für sich in Anspruch nehmen?
Bombenpfeile und stürmischer Bumerang
The Legend of Zelda: Twilight Princess
In Sachen Items gibt es wieder ganz vieles im Repertoir, was in einem Zelda-Spiel auch einfach nicht fehlen darf: Bomben, Laterne, Pfeil und Bogen oder Bumerang. Doch Link kann sie teilweise auf eine neue Art und Weise nutzen. Der Bumerang ist nämlich nicht gleich Bumerang. Ihm wurde eine stürmische Zusatzfunktion spendiert. Sobald Link diesen wirft, entfacht sich um das Fluggeschoss herum ein tosender Wirbelwind. Was das bringt? Z.B. neue Möglichkeiten für Rätsel. So lassen sich Windräder drehen oder Lichter ausblasen. Auch die Bomben wurden einer kleinen Runderneuerung unterzogen. Jetzt gibt es sogar welche, die unter Wasser gezündet werden können oder andere, die durch die Gegend laufen, bevor sie schließlich explodieren. Doch das Beste: Bomben dürfen mit Pfeilen kombiniert werden. Was erhält man dann? Richtig: Bombenpfeile! So kann man quasi mit Bomben schießen. Hier und da äußerst praktisch. Doch das Recycling alter Gegenstände mit neuen Möglichkeiten ist selbstverständlich nicht alles, was den kreativen Köpfen bei Nintendo so eingefallen ist. Es gibt auch einige gänzlich neue Items. An dieser Stelle ist es natürlich blöd, diese zu enthüllen, doch ein paar Worte möchte ich dennoch dazu verlieren. Link darf dieses Mal auf einen Gleiter zurückgreifen und auch ein Morgenstern befindet sich in seinem Gepäck. Mehr wird aber nicht verraten. Welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben müsst ihr also schon selbst herausfinden. Und das sind noch längst nicht alle neuen Items gewesen.
Charaktere mit Charme
The Legend of Zelda: Twilight Princess
Wie schon kurz angeschnitten trifft man im Laufe des Spiels auf viele verschiedene Rassen, wie die Goronen, Zoras oder Gerudo die allesamt ihre Probleme haben. Ihr redet also mit sehr vielen Menschen oder besser Wesen und werdet immer weiter ins Geschehen verwickelt. Jeder Charakter hat dabei seinen festen Platz im Spiel, den er auf seine ganz eigene Art definiert. Selbst total unwichtige Personen, wie etwa der skurrile Briefträger, wachsen einem irgendwie ans Herz. Im Grunde ist er unnötig, denn man könnte seine Briefe auch einfach in einem Briefkasten abholen, aber dennoch will man ihn nicht missen. Doch gerade die wichtigeren Leute werden natürlich zunehmend interessanter. Wie genau ist Midna in die Geschichte verwickelt, was hat Zelda damit zu tun, wer genau ist dieser Schattenkönig Zanto und wo bleibt eigentlich Ganondorf? All dies wird natürlich erst im Laufe des Spiels beantwortet und verleiht den Figuren Charakter und Tiefe. Der unglaublich gelungene Einsatz der Gestik und Mimik trägt einen ganz großen Teil dazu bei. Ob das nun ein neckisches Zwinkern, ein erstarrter Blick oder ein freudiges Lächeln ist, ihr könnt so vieles aus den Gesichtern der Menschen lesen. Hier ist die Inszenierung rundum gelungen. Hinzu kommt der erwachsenere Stil. Durch die Thematik mit der Schattenwelt, sind auch viele Gegner düster gehalten. Außerdem sieht Link als Wolf nicht gerade zum Knuddeln aus und auch Midna ist keine zuckersüße Fee. Das zieht sich durch das ganze Spiel. Trotzdem wurde es nicht übertrieben. Man wird nie vor Angst hinters Sofa getrieben und hat auch nicht das Gefühl in einem Schauermärchen zu sein, aber alles ist ein wenig ernster und dadurch auch glaubwürdiger. Man kauft den Leuten das auch ab, was sie einem erzählen.
Quelle: Nintendo
The Legend of Zelda: Twilight Princess
Die Sidequests sind meist ganz eng mit den verschiedensten Charakteren verbunden. Oft müsst ihr einem Wehwehchen von jemandem nachgehen und ihm auf irgendeine Weise helfen. Dies beeinflusst in den meisten Fällen zwar nicht die Story, doch da ihr nützliche Belohnungen bekommt, solltet ihr euch besser hin und wieder darauf einlassen. Es werden ganz unterschiedliche Dinge von euch verlangt. Ein Mann, der seine Seele verkauft hat, möchte diese gerne wieder haben. Findet 20 Geister, die irgendwo durch Hyrule schweben und nur als Wolf aufgespürt werden können und entreißt ihnen die Seelen. Nur so wird der arme Mann erlöst. Sammelt goldene Insekten, denn die Insektenkönigin Agnetha (nein, sie hat mit Abba nichts zu tun) hat diese zu einem Ball eingeladen, doch keiner ist gekommen. Bringt ihr Agnetha eines der Insekten, belohnt sie euch reichlich dafür. Es geht sogar so weit, dass ihr in der belebten Stadt in Hyrule im Zirkus auftreten dürft. In der Stadt ist generell immer was los. So viele Menschen hat man noch in keinem Zeldatitel auf einem Haufen gesehen. Überall drängen sich die Leute durch die Gassen oder tratschen miteinander und schauen sich das Angebot des Marktes an. Wird es dann Nacht, sind die meisten auch schon wieder verschwunden, während es sich zum Sonnenaufgang langsam wieder füllt. Die Tag- und Nachtwechsel vollziehen sich etwa im zehnminütigen Rhythmus. Einige Leute sind nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu finden. Auch so mancher Laden schließt, wenn die Sonne untergeht. Doch irgendeine Aufgabe findet sich eigentlich immer. Viele Sidequests sind mit kleinen Minigames verbunden, in denen ihr eure Geschicklichkeit unter Beweis stellen müsst. Unter Zeitdruck bestimmte Dinge einsammeln oder im Gleitflug an einem Huhn hängend Rubine aus der Luft ergattern... das sind nur zwei der unzähligen Beispiele. Selbst wenn sämtliche Sidequests außer Acht gelassen werden, ist man mit dem Hauptabenteuer gute 50 Stunden beschäftigt, um alleine den Abspann genießen zu können. Ein so umfangreiches Zelda gab es noch nie, denn wer auch fleißig nebenher Herzteile sucht, Insekten sammelt und andere Aufgaben erfüllt, der kann gut und gerne nochmals 20 Stunden anhängen. Einfach gigantisch, wie groß dieses Spiel geworden ist.
Wii man kämpft
The Legend of Zelda: Twilight Princess
Da "Twilight Princess" der erste Zelda-Titel auf Nintendos Wii ist, stellt sich natürlich die Frage nach der Steuerung. Was ist anders als bisher, wie wird gekämpft und machen die neuen Features überhaupt Sinn? Gekämpft wird nach dem alten System. Ein Gegner kann mittels Z-Taste (die sich nun unten am Nunchuk befindet) angepeilt und schließlich mit dem Schwert bearbeitet werden. Dazu drückt man jedoch nicht einfach nur einen Knopf. Allein um eure Waffe zu ziehen, müsst ihr die Wii-Remote schütteln. Um zu schlagen, müsst ihr das einfach in echt vormachen. Tut so, als hättet ihr das Schwer selbst in der Hand und fuchtelt wild mit der Wii-Fernbedienung durch die Gegend. Schade dabei ist, dass eure Bewegung nicht genau so ins Spiel übernommen wird. Ob ihr nun von rechts nach links oder von oben nach unten schwingt ist völlig egal, Link macht seine eigenen Bewegungen und achtet nicht darauf was ihr tut. Allein die Tatsache, dass ihr die Wii-Remote irgendwie in Schwingung versetzt, lässt ihn bereits reagieren. Einerseits natürlich sehr schade, aber auf der anderen Seite wäre es mit der Zeit unheimlich anstrengend, wenn man jeden einzelnen Schlag ganz genau vormachen müsste. Wenn man lange am Stück spielt, ist das also eine erhebliche Erleichterung, da man auch mal locker flockig aus dem Handgelenk die wildesten Moves ausführen kann. Dieses Feature ist ganz ok, aber keine Offenbarung. Dazu allein hätte es noch keinen Wii-Controller gebraucht.
Quelle: Nintendo
The Legend of Zelda: Twilight Princess
Sehr viel interessanter ist hingegen das Zielen. Mit Bumerang oder Pfeil und Bogen in der Hand, darf die Wii Remote wie ein Laserpointer geführt werden. Zielt damit direkt auf den Bildschirm und ihr werdet sehen, dass auch Link genau an diese Stelle zielt, die ihr gerade anpeilt. Das erinnert ein wenig an eine Lightgun und ist sehr gut umgesetzt worden. Das Zielen per Fernbedienung macht unheimlich Spaß. Sogar während ihr auf Epona reitet, könnt ihr Pfeile abschießen. Dazu muss euer treues Pferd aber erst gerufen werden. Das geschieht mittels Pflanzen, die hier und da am Wegrand wachsen. Pflückt sie und pfeift hinein und schon steht euer treues Pferd direkt vor euch. Als Wolf kann zwar nicht gepfiffen werden, aber dafür kann er heulen. Es gibt Steine, an denen ihr eine bestimmte Melodie vorgegeben bekommt, um sie dann selbst nachzuheulen. Dazu wird der Analog-Stick des Nunchuk in drei Stufen bewegt. Nach oben für hohe Töne, in der Mitte (also einfach nicht bewegen) für normale Töne und nach unten für tiefe Töne. Wenn ihr euch exakt an das Muster gehalten habt, dann sieht man Wolfs-Link auf dem Berg heulen. Ein weiterer Wolf stimmt mit ein und die beiden heulen gemeinsam. Nach der kleinen Gesangseinlage setzt sich der andere Wolf an irgendeinem Punkt in Hyrule nieder (wird auf der Karte eingezeichnet). Sucht ihn als menschlicher Link auf und er weist euch in eine der legendären okkulten Künste ein. Hierbei handelt es sich um ganz besonders ausgefeilte Attacken. Er bringt euch zum Beispiel bei, wie ihr durch einen kräftigen Hieb mit eurem Schild die Deckung des Feindes zunichte machen könnt.
