Kann TP den Titel des besten Zelda-Spiels aller Zeiten für sich in Anspruch nehmen?
Der größte Kritikpunkt: Die Technik!
Quelle: Nintendo
The Legend of Zelda: Twilight Princess
Dass Nintendos Wii nicht mit der Grafik einer Xbox 360 oder Playstation 3 mithalten kann, das wissen wir alle. Dass allerdings sehr viel mehr möglich gewesen wäre, als uns in "Zelda TP" geboten wird, dürfte eigentlich auch klar sein. Inwieweit das nun den Spielspaß schmälert sei mal dahingestellt, aber Fakt ist, dass sich die Grafik in mancher Hinsicht nur auf besserem Gamecube-Niveau befindet. Viele Texturen sind sehr unscharf und häufig wünscht man sich einen höheren Detailgrad. Auf bombastische Effekte wartet man leider ebenfalls vergebens. Man merkt sehr deutlich, dass dieses Spiel ursprünglich ein Gamecube-Spiel hätte sein sollen. Doch nicht alles an der Grafik ist schlecht. Die Charaktere und ganz besonders deren Mimik und Gestik sind hervorragend gelungen. Sie sind außerdem sehr schön animiert und wirken dadurch einfach sympathischer und menschlicher. Dies trägt zur Atmosphäre soviel mehr bei, als es jede noch so tolle Textur jemals schaffen könnte. Natürlich ist es bedauerlich, dass die Grafik insgesamt nicht das hohe Niveau des Spiels halten kann, denn wer wünscht sich nicht eine tadellose Spielwelt, die in ihrer schönsten Pracht erstrahlt. Die Atmosphäre, die "Twilight Princess" versprüht, kann aber auch durch die verhaltene Technik nicht zerstört werden. So viele Kleinigkeiten, die man mit Liebe fürs Detail erschaffen hat, wiegen das locker wieder auf. Es lässt sich jedoch nicht abstreiten, dass ein leichter fader Beigeschmack bleibt.
Was die Bereich Sound und Musik angeht, könnte man sich streiten. Eins allerdings hätte man auf jeden Fall nicht tun sollen: Auf ein Orchester verzichten. Das hätte man sich nicht erlauben dürfen, denn mit einem richtigen Orchester würde die Musik sehr viel pompöser und erhabener aus den Boxen dröhnen. Gerade wenn man mit einer etwas besseren Anlage gesegnet ist, fällt dieser Qualitätsabfall auf. Davon abgesehen ist die musikalische Untermalung an sich aber wieder einmal erste Sahne. Idyllische Klänge, treibende Kompositionen und verträumte Melodien schmeicheln dem Ohr des Spielers aufs Neue. Auch die Soundeffekte klingen überzeugend und realistisch. Egal ob nun eine Katze miaut, euer Pferd über den Asphalt gallopiert oder die Schwerter klirren. Einige Töne, die aus der Wii Remote kommen, klingen aber teilweise etwas schräg, da dieser kleine Lautsprecher natürlich auch keine Wunder vollbringen kann. Doch was ist mit der Sprachausgabe? Das ewige Streitthema. Die eine Fraktion hält es heutzutage nicht mehr für zeitgemäß, komplett auf Sprachausgabe zu verzichten und die anderen wollen nicht, dass die Identifikation mit Link den Bach runter geht. Es ist ja auch so, dass man häufig von einer Buchverfilmung enttäuscht ist, weil die Schauspieler nicht genau dem entsprechen, was man sich beim Lesen vorgestellt hat. So ähnlich wäre es wohl auch mit Links Stimme. Jeder hat sein ganz eigenes Bild von der Person Link, welches durch eine Stimme, die man eventuell als unpassend wahrnimmt, zerstört wird. Wenn man diese Leerstelle selbst füllt, kann das nicht passieren. Leider gibt es dann aber auch keine Sprachausgabe. Warum man auch allen anderen Personen im Spiel keine Stimme verpasst hat, ist allerdings fragwürdig und schade. Doch wenigstens sind kleine Ausrufe vorhanden, die den Charakteren etwas mehr Leben einhauchen. Bevor man Zelda nicht mit Sprachausgabe gespielt hat, kann man allerdings auch nie mit Sicherheit sagen, welcher Weg nun der bessere ist. Eine Lösung zu finden, mit der alle zufrieden sind, ist hier nahezu unmöglich. Und so wird vermutlich noch öfter darüber gestritten.
