The Walking Dead: The Final Season im Test - Ein würdiger Abschluss (jetzt mit Testvideo!)

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The Walking Dead: The Final Season im Test - Ein würdiger Abschluss (jetzt mit Testvideo!)
Quelle: PC Games

Mit der vierten Episode zu The Walking, Dead: The Final Season wird die beliebte Adventure-Reihe nach einigen Querelen hinter den Kulissen endlich abgeschlossen. Wir haben das letzte Spiel von telltale Games gezockt und verraten euch in unserem Test, ob Protagonistin Clementine einen würdigen Abschied bekommt.

Das Drama um Telltale Games ist bekannt: Die letzte Staffel The Walking Dead startete mit zwei Folgen, das Studio musste dann jedoch seine Pforten schließen und sämtliche Projekte einstellen. Nach einigem Hin und Her entschied sich Skybound Entertainment, das Produktionsstudio von The Walking Dead-Erfinder Robert Kirkman, dazu, die beiden übrigen Episoden der Staffel mit ehemaligen Telltale-Entwicklern fertigzustellen, um die Geschichte von Protagonistin Clementine zu einem würdigen Ende zu bringen. Und so viel schon mal vorweg: Das ist auf jeden Fall gelungen!

Lest passend dazu: Farewell, Telltale Games: Ein persönlicher Rückblick auf die Spiele der Adventure-Schmiede

Viel Geflenne in der Penne

Die finale Staffel setzt einige Zeit nach den Geschehnissen in The Walking Dead: Season 3 - The New Frontier ein und präsentiert uns Clementine als noch mal reifere junge Frau. Doch auch Ziehsohn AJ ist ordentlich gewachsen und weiß trotz kindlicher Naivität mit einer Waffe umzugehen. Als bei dem Versuch, einen alten Bahnhofsposten zu plündern, etwas schief geht, werden die beiden von einer Gruppe Kinder und Jugendlicher gerettet, die sich in ihrer alten Schule vor den Zombiehorden verbarrikadiert haben. Die Lehrer sind schon lange gefressen worden oder abgehauen, sodass es keinen einzigen Erwachsenen mehr im Ericson Internat für Schwererziehbare gibt.

Die Schüler haben schon viel erlebt und einige von ihnen hüten auch interessante Geheimnisse. Quelle: PC Games Die Schüler haben schon viel erlebt und einige von ihnen hüten auch interessante Geheimnisse. Diese Gesellschaft von Überlebenden ist also ein bisschen anders als in den vorigen Teilen, obwohl hier natürlich der Kampf ums Überleben auch an erster Stelle steht. Obwohl Clem und AJ von den Kids aufgenommen werden, stellt sich jedoch bald heraus, dass auch hier einige Dinge im Argen liegen und so mancher ehemalige Ericson-Schüler einige Dinge aufzuarbeiten hat. Zudem wird die Gegend von einer gewalttätigen Gruppe heimgesucht, die die Jugendlichen für einen Krieg mit einer anderen Siedlung zwangsrekrutieren will.

Die erste Episode der Staffel zieht sich in der Mitte ein wenig, doch dann dreht The Final Season ziemlich auf. Die Geschichte wird gut, spannend sowie konsequent erzählt und bietet neben vielen Splatter-lastigen Action-Passagen auch wieder einige schöne ruhige Momente, in denen man die interessanten Charaktere kennenlernt. Zudem gibt es allerhand Anspielungen auf Dinge aus den vorigen Staffeln und euch erwarten einige Überraschungen. Vor allem die letzten beiden Episoden stechen hier hervor. Hier ist The Walking Dead wieder so wie die grandiose erste Staffel: Kompromisslos, dramatisch und hochemotional. Clementines Geschichte bekommt hier ein mehr als würdiges Ende.
Die meisten Action-Szenen meistert ihr wieder, indem ihr schnell die angezeigten Tasten drückt. Quelle: PC Games Die meisten Action-Szenen meistert ihr wieder, indem ihr schnell die angezeigten Tasten drückt.

Altes Gameplay mit frischen Ideen

Wer in den letzten Jahren mal ein Telltale-Spiel gezockt hat, weiß natürlich, dass man von The Final Season nicht viel Gameplay erwarten sollte. Auch Clementines letztes Abenteuer ist eher eine spielbare Serie als ein klassisches Spiel. Dementsprechend gibt es eher wenige Passagen, in denen ihr euch frei in einem (kleinen) Areal bewegen könnt und zumeist den Ausweg aus einer brenzligen Situation finden müsst. Echte Rätsel erwarten euch aber nicht. Wer die Augen halbwegs nach den wenigen gekennzeichneten Hotspots offen hält, kommt meist innerhalb von wenigen Sekunden weiter.

Einige spielerisch simple Stealth-Passagen lockern den Spielfluss etwas auf. Quelle: PC Games Einige spielerisch simple Stealth-Passagen lockern den Spielfluss etwas auf. Ansonsten erwarten euch natürlich wieder Action-Passagen, die ihr meistert, wenn ihr die angezeigten Tasten(-kombinationen) drückt. Allerdings gibt es nun aber auch häufiger Szenen, in denen ihr mit der Waffe frei zielt oder ihr müsst den richtigen Moment abpassen, um eine Falle auszulösen. Zudem gibt es auch kleinere (sehr einfache) Stealth-Einlagen, wo ihr beispielsweise dem Kegel eines Scheinwerfers ausweichen müsst. Das ist alles nicht der heilige Gameplay-Gral, wird aber von den Entwicklern passend genutzt und so klein die neuen Elemente auch sind, sie sorgen zumindest für ein bisschen Abwechslung. Spielerisch ist auch die letzte Staffel von The Walking Dead sehr simpel, langweilig wurde uns aber trotzdem nie.

Neben "Rätseln" und Action nehmen aber selbstverständlich auch wieder die Dialoge mit anderen Charakteren eine große Rolle ein. Hier entscheidet ihr euch wie gewohnt zwischen verschiedenen Antwortmöglichkeiten, die durchaus euer Verhältnis zu der jeweiligen Person oder auch den Spielablauf verändern können. So viele Optionen, Wege und Lösungsmöglichkeiten wie in einem Detroit: Become Human gibt es natürlich nicht, aber immerhin ein wenig mehr als in vorherigen Telltale-Spielen.

Besonders pikant ist zudem, dass ihr nun nicht nur für euch Entscheidungen fällt, sondern eure Worte und Taten eben auch den Charakter des kleinen AJ beeinflussen. Ihr könnt ihm immer wieder sagen, dass Töten schlecht ist, aber wenn ihr vor seinen Augen jeden abmurkst, der eure Vorräte nur anguckt, wird auch der Knirps immer skrupelloser und unberechenbarer. Dies sorgt dafür, dass man sich sein Verhalten nun genauer überlegt als in den letzten beiden Staffeln.
Mit euren Entscheidungen beeinflusst ihr nicht nur euer Verhältnis zur jeweiligen Person oder den Spielablauf, sondern auch AJs Charakter. Quelle: PC Games Mit euren Entscheidungen beeinflusst ihr nicht nur euer Verhältnis zur jeweiligen Person oder den Spielablauf, sondern auch AJs Charakter.

Schöner Comic-Look mit Macken

Grafikstil und Lichtstimmung sind wirklich cool, aber manchmal ruckelt es dann doch Telltale-typisch. Quelle: PC Games Grafikstil und Lichtstimmung sind wirklich cool, aber manchmal ruckelt es dann doch Telltale-typisch. Technisch ist auch die finale Staffel der Zombiegeschichte ein zweischneidiges Schwert. Der Titel sieht toll aus und glänzt mit kräftigen Farben sowie detailliert gestalteten Figurenmodellen, doch ab und an kommt es zwischendurch zu kleineren Rucklern und vor allem beim Nachladen zwischen zwei Szenen merkt man manchmal spürbar, wie die Framerate in die Knie geht. Abstürze gab es immerhin während unseres Tests keinen einzigen.

Im Gegensatz zu anderen Telltale-Spielen gibt es in The Final Season sogar eine deutsche Vertonung. Die Synchronsprecher wurden allerdings teilweise etwas unglücklich ausgewählt und betonen manchmal auch falsch, sodass wir relativ schnell wieder auf das englische Original wechselten. Hier sei jedoch gesagt, dass die Untertitel oftmals wieder arg fehlerhaft sind und neben vielen Rechtschreibfehlern auch schon mal den Sinn verfälschen.

Meinung

Wertung zu The Walking Dead: The Final Season (PC)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu The Walking Dead: The Final Season (PS4)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu The Walking Dead: The Final Season (XBO)

Wertung:

9.0 /10

Wertung zu The Walking Dead: The Final Season (NSW)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Toll geschriebene, interessante CharaktereSpannende Story mit einigen ÜberraschungenGrandioses FinaleMehr Auswirkungen auf EntscheidungenAJ als interessente Komponente bei EntscheidungenMehr Abwechslung durch neue Gameplay-ElementeStimmiger Comic-Stil
Teils lange LadezeitenAuffällige NachladerucklerEinige Entscheidungen ohne KonsequenzenMäßige deutsche Vertonung
Fazit

Telltale verabschiedet sich mit einem tollen Finale.

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