Time Crisis: Razing Storm im Gamezone-Test

Test Michael Sosinka

Der Story-Mode konnte uns weniger begeistern, die drei Arcade-Games hingegen machen richtig Spaß.

Time Crisis erschien im Jahr 1995 erstmals als Arcade-Version, 1997 kam eine Fassung für die PlayStation auf den Markt. Danach folgte viele weitere Ableger auf der PlayStation 2 und der PlayStation 3. Man kann ruhig behaupten, dass Time Crisis neben SEGA's Virtua Cop oder The House of the Dead zu einer der bekanntesten Lighgun-Shooter-Reihen zählt. Da ist es umso erfreulicher, dass mit Time Crisis: Razing Storm eine Version für die neue Bewegungssteuerung Move erschienen ist.

Anders als erwartet

Time Crisis: Razing Storm Time Crisis: Razing Storm Wer jedoch einen Lightgun- bzw. Rail-Shooter erwartet, wird zu großen Teilen enttäuscht sein, denn Time Crisis: Razing Storm ist im Prinzip ein ganz normaler Ego-Shooter, zumindest im Story-Modus, der sich bei der Steuerung so einige Details von The Conduit auf der Wii abgeschaut hat. Hat man einen Move-Controller wird zusätzlich noch ein DualShock-Gamepad benötigt, den man auf unbequeme Weise einhändig halten muss, weil man sich frei durch die Level bewegen kann. Wahlweise darf natürlich auch der Navigation-Controller genutzt werden, der viel besser in der Hand liegt. Über die Story muss ich nicht viel erzählen. Als Spezialeinheit läuft man einem Bösewicht hinterher, welcher der USA droht. Sonderlich spannend geht es nicht zur Sache.

Time Crisis: Razing Storm Time Crisis: Razing Storm Aus diesem Grund kämpfen wir uns durch enge Häusergassen, Lagerhallen, einen Militärkomplex oder eine Festung. Hier werden fast alle nichtssagenden Szenarios der Videospielgeschichte verwurstet. Das Interessante dabei ist, dass alle Areale im Prinzip irgendwie fast gleich aussehen. Das Level-Design könnte nicht öder sein. Ab und zu gilt es jedoch haushohe Bossgegner zu erledigen. Time Crisis: Razing Storm verfolgt für ein Spiel aus der Ego-Perspektive ein ungewöhnliches Konzept. Schwenkt man den Move-Controller oder das Gamepad kurz nach oben, geht man hinter Kisten und Wänden in Deckung. Nun kann man aus der Deckung heraus die Feinde ins Visier nehmen. Hier spielt sich Time Crisis: Razing Storm tatsächlich wie ein klassischer Lightgun-Shooter, da man in diesem Modus, ich nenne es einfach mal so, zusätzlich die Energiebalken der Feinde angezeigt bekommt, die ansonsten nicht ersichtlich sind. Man ballert demnach ständig auftauchende Feinde ohne jegliche Intelligenz ab, die nur in ihrer schieren Masse gefährlich werden. Man darf übrigens nicht überall in Deckung gehen, nur an speziell dafür vorgesehen und markierten Punkten, die jedoch sehr zahlreich ausgefallen sind.

Time Crisis: Razing Storm Time Crisis: Razing Storm Ich bin ganz ehrlich, der Story-Modus von Time Crisis: Razing Storm ist schlicht und ergreifend gähnend langweilig und bietet absolut nichts, was auch nur im Ansatz für Motivation sorgen könnte. Hinzu kommt noch, dass die Move-Steuerung wenig gelungen ausgefallen ist. Das Zielen an sich ist im Prinzip ziemlich genau, doch um sich um die eigene Achse zu drehen, muss man mit dem Pointer an den Bildschirmrand gelangen. Dadurch spielt sich die zeitliche Krise extrem träge, weswegen man trotz Einstellungsmöglichkeiten nur langsam auf plötzliche Situationen reagieren kann. Denn ist man nicht in Deckung, haucht man sehr schnell sein Leben aus. Dumm ist hierbei jedoch, dass das Deckungssystem nicht immer so recht funktionieren will, weswegen man den Move-Controller kurz nach oben schwenkt, der Protagonist allerdings nicht in Deckung geht, sondern in den Himmel starrt. Es gilt sich wirklich punktgenau auf der Markierung zu positionieren.

Ein Story-Modus zum einschlafen

Time Crisis: Razing Storm Time Crisis: Razing Storm Zu weit auseinander liegende Checkpoints und eine Steuerung, in die man sich wirklich einarbeiten muss, sorgen für Frust. Zum Glück hat man den Story-Modus nach nur fünf bis sechs Stunden beendet. Richtig unterhalten wurde man bei dem 08/15 Gameplay nicht. Glücklicherweise kann man das Spiel wahlweise nur mit einem Gamepad in Angriff nehmen, was zu einem viel flüssigeren, schnelleren und weniger frustreichen Spiel führt. Dennoch merkt man an jeder Ecke, dass Time Crisis: Razing Storm eigentlich für die Bewegungssteuerung bzw. die G-con 3 Wumme ausgelegt wurde, die selbstverständlich unterstützt wird. Und auf diese Wiese verliert der Shooter im Story-Modus noch sein einziges Alleinstellungsmerkmal, die Bewegungssteuerung. Waffen und Feinde gehören übrigens zum Standard-Repertoire. Nur selten hatte Namco einige frische Ideen: So muss man sich zum Beispiel in einem Gefängnis Stück für Stück durch Mauern sprengen. Ein Koop-Modus entschädigt kaum für die vielen Unzulänglichkeiten.

Technisch wirkt der Story-Modus ebenfalls sehr antiquiert und kann keinesfalls überzeugen. Moderne Licht- und Schatteneffekte fehlen ebenso wie knackige Texturen. Abgesehen davon, dass optisch pure Langweile geboten wird, sind immerhin die Charakter-Modells nett anzusehen, ebenso wie die eine oder andere Videosequenz. Die Physik-Engine kommt kaum zum Einsatz, der Sound ist auf einem typischen Arcade-Niveau und kann nicht dafür sorgen, dass Stimmung etabliert wird. Immerhin sind Ruckler eher die Ausnahme.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk