Titan Souls: im Kurztest: QTE-Minispiel mit angeschlossenem Wandersimulator

Test Sven Huber
Titan Souls im Indie-Kurztest
Quelle: Devolver Digital

Titan Souls ist leider kein DLC für Dark Souls und Co. Stattdessen klaut dieser Indie-Titel dreist bei From Software, Nintendo und Team Ico. Ob das was werden kann?

Shadow of the Colossus. Ein Klassiker. Nicht zuletzt weil das Spiel von Team Ico es geschafft hat, durch einen eigenständigen Stil eine glaubwürdige Welt zu erschaffen. Diese war zwar, bis auf die namensgebenden Kolosse, leer, wirkte aber trotzdem echt und fesselte. Dabei gab es kaum Erzählelemente mit einer herzzerreißenden Tragik. Dann wäre da noch die Souls-Reihe von From Software. Knallhartes Action-RPG-Futter, das mit hohem Schwierigkeitsgrad den Casualgamer in den Wahnsinn treibt. Dazu kommt eine trostlose Welt, die aus beinah allen Ecken "Hoffnungslosigkeit" schreit.

Im krassen Kontrast dazu nehmen wir Wario Ware für den NDS. Eine Minispielsammlung, bei der jedes Spiel sich bei einer Spielzeit von wenigen Sekunden bewegt. Was diese drei Titel gemeinsam haben? Wir erklären es euch im Test.
Titan of the Colossus
Komplett leere Welt: Außer den Titanen gibt es in Titan Soul keine andere lebendige Seele - langweilig. Quelle: Devolver Digital Komplett leere Welt: Außer den Titanen gibt es in Titan Soul keine andere lebendige Seele - langweilig. Nun haben wir hier also Titan Souls in der Testmangel. Wer bei der Überschrift an neues Futter von From Software dachte, muss enttäuscht aufhören zu lesen. Titan Souls ist ein Indiegame im leider so typischen, mittlerweile ausgelutschten Pixellook. Die Grafik schwankt dabei zwischen nett und "schon zig mal gesehen". Wer keine Pastelltöne mag, sollte jedenfalls einen Bogen um das Teil machen. Wir wollen euch nun aber auch nicht länger auf die Folter spannen und euch verraten was die eingangs genannten Titel mit Titan Souls gemeinsam haben.

Im Endeffekt sind diese Klassiker die geistigen Väter von Titan Souls. Eine vorgekaute Story gibt es nicht, selbst nach einigen Stunden Spielzeit habe ich immer noch keine echte Ahnung warum ich eigentlich mache, was das Spiel von mir verlangt. Klarer Fall: Kopiert unter anderem von Team Ico und From Software, leider in schlecht. Auch bei den genannten Spielen wird mir die Handlung nicht auf dem Silbertablett präsentiert wie zum Beispiel in einem Call of Duty. Aber Shadow of the Colossus und die Souls-Reihe geben mir als Spieler wenigsten eine gewisse Startmotivation, die mich dazu anspornt mehr über die Welt und meine Figur erfahren zu wollen. Bei Titan Souls ist es mir schlicht egal, warum ich tue was ich tue. Das nagt an der Langzeitmotivation – obwohl, sonderlich lange braucht man im Prinzip sowieso nicht zum Durchspielen.

Lahmes Gameplay

Nur ein Pfeil und eine Ausweich-Rolle: Kompliziert ist Titan Souls ja nicht. Quelle: Play4 Nur ein Pfeil und eine Ausweich-Rolle: Kompliziert ist Titan Souls ja nicht. Halten wir also fest: Storytelling? Kopiert, aber leider in schlecht. Kommen wir zum Gameplay. Hier hat man sich auch offensichtlich bei bei den zwei vorher genannten Titeln bedient. Ihr tippelt mit eurer Spielfigur durch die Landschaft und alles was euch unterwegs begegnet, sind namensgebende Titanen. Das sind riesige, oft beinah bildschirmfüllende, Gegner die es mit eurem Pfeil zu erledigen gilt. Ja ihr lest richtig: Pfeil – Singular. Mehr Waffen gibt es nicht. Ihr habt einen Schuss, den ihr naturgemäß erst einmal "laden" bzw. spannen müsst. Danach muss der Pfeil wieder eingesammelt werden oder mittels Knopfdruck zurückgezogen werden. Mit etwas Geschick könnt ihr so auch bei der Retour noch einen Treffer landen. Der eine würde sagen "taktisches Element", der andere würde es eher als Gängelung betrachten. Denn genau wie in Dark Souls haltet ihr nicht viel aus. Genauer gesagt haltet ihr gar nichts aus. Erleidet ihr einen Treffer seid ihr Geschichte und startet vom letzten Spawnpunkt, inklusive nervigem Fußmarsch zurück zum Boss. Fairerweise muss man aber sagen, dass eure Gegner dieses Schicksal mit euch teilen – also den One-Hit-Tod, die Latscherei bleibt den Titanen erspart – lucky sons of bitches.

Um das Moverepertoire zu komplettieren, gibt es noch eine Ausweichrolle falls es mal knapp wird. In der Praxis sieht der Spielablauf also aus wie folgt: Rumlatschen und Gegner suchen, sterben, zurücklatschen, sterben, zurücklatschen, Bewegungsmuster erkannt, angreifen, sterben, zurücklatschen, Glückstreffer landen – zum nächsten Boss latschen – repeat.

Das Spiel lebt von einzig und allein von Bosskämpfen - hat man begriffen wie sie funktionieren, sind sie nach wenigen Sekunden vorbei. Quelle: Devolver Digital Das Spiel lebt von einzig und allein von Bosskämpfen - hat man begriffen wie sie funktionieren, sind sie nach wenigen Sekunden vorbei. Das klingt lahm – ist es auch. Gerade weil bei einigen Bossen der wunde Punkt nur in einem extrem kleinen Zeitfenster zu treffen ist. Oft braucht man mehr Glück als Verstand. Klar, auch bei Dark Souls konnte mich ein Boss mit einem Schlag zum nächsten Savepoint schicken, aber durch den Verlust der Seelen/XP war auch der Rückweg eine spannende Sache. Immerhin lauerten hier wieder normale Gegner auf mich um mir den Weg zu verkürzen und einen zusätzlichen Nervenkitzel zu verschaffen. Bei Titan Souls gibt es, so gesehen, keinen Grund wieso ich mir nach dem 20sten Anlauf die Lauferei durch ein leeres Levels antun sollte.

Last but not least Wario Ware. Im Endeffekt entspricht Titan Souls vom Spielprinzip her genau den alten Wario Ware Titeln. Auch hier gab es Minispiele die nur wenige Sekunden dauerten und oft nur die Eingabe eines Kommandos (ein Pfeilschuss) erforderten. Im Gegensatz zu Titan Souls war Wario Ware aber wenigstens lustig.

Meinung

Wertung zu Titan Souls (PC)

Wertung:

4.0 /10

Wertung zu Titan Souls (PS4)

Wertung:

4.0 /10
Pro & Contra
Herausfordernd, wenn auch mit Glückselement
keine wirkliche Story die einen fesseltTrial & Error Spielprinzipschon wieder Pixel-Look
Fazit

Kurzzeitig spaßig, aber ansonsten sein Geld nicht wert – außer ihr steht auf Pastelltöne.

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