... bietet solides Niveau, grenzt sich aber nur selten mit guten Ideen und spektakulären Momenten von der Konkurrenz ab.
Prince of Tron
Tron: Evolution
In Tron Evolution herrscht jedoch noch ein anderes Gameplay-Element vor. Wie der Prinz von Persien laufen wir an Wänden entlang, springen über Abgründe, stoßen uns an Wänden ab und vieles mehr. Einige Sprungpassagen sind durchaus komplex und setzen ein exaktes Timing voraus. In dieser Hinsicht ist Tron Evolution zumindest teilweise durchaus schwerer zu meistern als ein Prince of Persia: Forgotten Sands, da uns weniger Automatismen zur Seite stehen. Manchmal muss man etwas überlegen, bis man einen Ansatz findet. Wahlweise darf man sich die Route jedoch auf Knopfdruck anzeigen lassen. Die etwas zu fummelige Kamera führt allerdings dazu, dass der Spieler oft in Abgründe springt, weil nicht ganz ersichtlich ist, was voraus ist. In Tron Evolution stirbt man ohnehin 1.000 Tode, da auch viel Trail & Error vorherrscht, während manchmal Millimeter den Ausschlag über Erfolg und tödlichen Abgrund geben.
Tron: Evolution
Die Sprungpassagen werden zwar immer komplexer, das Kerngameplay bietet jedoch weit weniger Abwechslung. Man kommt in einen Raum, dieser wird versperrt bis alle Gegner getötet werden, und schon geht es mit etwas Akrobatik in das nächste Areal. Etwas fordernder sind die sporadischen Bosskämpfe, die ein wenig Taktik und Geduld erfordern. In einem Tron-Spiel dürfen die Light Cycles natürlich nicht fehlen. Dieses Mal absolvieren wir jedoch keine Rennen, sondern sind grundsätzlich auf der Flucht. So kämpfen wir uns beispielsweise durch explodierende Straßenzüge, während um uns herum so gut wie alles zu Bruch geht. Dabei zerfallen die Straßen und das Light Cycle muss über die dadurch entstandenen Abgründe manövriert werden. Das sieht zwar spektakulär aus, doch die Steuerung ist etwas zu misslungen, weswegen man ständig gegen Hindernisse knallt oder von Wänden abprallt. Dennoch sind diese Abschnitte ein willkommene Abwechslung, ebenso die Szenen, in denen man sich in einen Panzer setzt und es ordentlich krachen lässt.
Tron: Evolution
Tron Evolution ist ein recht faires Spiel und sorgt mit vielen Savepoints und Hilfestellungen für kaum Frust. Tron Evolution ist allerdings auch ein sehr kurzes Spiel. Im leichtesten Schwierigkeitsgrad ist man nach vier bis fünf Stunden am Ende angekommen. Ansonsten dauert es ein wenig länger. Rechnet die eine oder andere Stunde hinzu. Dennoch ist der Umfang mehr als mäßig. Dafür darf man sich in den Online-Multiplayer und vier Spielmodi wie Team Deathmatch wagen, die sich zwar anders anhören, allerdings bekannten Varianten ähneln. Da man auch im Multiplayer akrobatisch zu Werke geht und der Levelfortschritt aus dem Singelplayer weiter ausgebaut werden darf, ist Tron Evolution für die eine oder andere Partie durchaus zu gebrauchen. Es macht Spaß, wenn die Disks durch die Luft wirbeln, vor allem weil auch die Arenen ordentlich aufgebaut sind.
Ein Rundgang durch Tron City
Tron: Evolution
Technisch macht Tron Evolution eigentlich wenig falsch und liefert uns leicht sterile und neonfarbende Welten, die zwar auf den ersten Blick ein wenig karg wirken, jedoch den typischen Stil von Tron einfangen, der nun mal klinisch sauber ist. Dennoch hätte Propaganda Games etwas an der Abwechslung schrauben müssen, da man sich durch sehr viele ähnliche Leveltrukturen kämpft, so dass man der Meinung ist, dass man an bestimmten Orten schon einmal war. Neben Tron City und den passenden Hochhäusern, die an Metropolen im realen Leben erinnern, kämpfen wir uns unter anderem durch einen vom Virus verseuchten Kernel oder felsige Landschaften. OK, der Regen in Tron Evolution sieht ganz gut aus, doch irgendwie weiß ich nicht, was er dort genau zu suchen hat, ohne dass ich jetzt jedes Detail des Tron-Universums kenne.
Tron: Evolution
Auch wenn Tron Evolution meist sehr unspektakulär wirkt, technisch darf man auf Ruckler oder Tearing weitestgehend verzichten, während es sogar auch diverse Eye Catcher gibt. Einige der Light Cycle Abschnitte verzücken das Auge mit ihren vielen bunten Neonfarben und den Energieleitern, welche die gesamte Welt durchziehen. Die deutsche Sprachausgabe kommt zum größten Teil mit bekannten Synchronstimmen aus. Disney hat sich genügend Mühe gegeben, während die elektronisch Musikuntermalung (u.a. von Daft Punk) wunderbar zu der Computer-Umgebung passt. Alleine der Titel-Track hat wahrlichen Ohrwurmcharakter. Und wenn ein Diskus auf den anderen prallt, fühlen sich Tron-Fans ohnehin gleich heimisch.
