Unknown 9: Awakening angespielt: Bandai Namcos neues Spiel scheint jetzt schon alt
Special
Übernatürliche Kräfte, Verschwörungen und fremde Kulturen faszinieren uns immer wieder. Unknown 9: Awakening schnappt sich genau diese Ansätze und entführt uns nach Indien. Wir durften bereits 90 Minuten spielen und nehmen euch mit!
In unserer Spielsession haben wir unsere Unsichtbarkeit meist genutzt, um uns an einen Feind anzuschleichen. Mit einem Klick werden Körper und Geist des Gegners getrennt. Im Gegenzug wird man aber auch wieder sichtbar. Was einfach klingt, gestaltete sich gelegentlich als ziemliche Herausforderung. Immer wieder standen wir hinter oder neben unserem Widersacher, um ihm seine Seele zu rauben. Doch statt ihn zu exekutieren, standen wir nur herum und wurden irgendwann entdeckt.
Quelle: Bandai Namco
Mehr Spaß hatten wir mit den anderen Fähigkeiten, die wir ausprobieren und kombinieren durften. Im Laufe des Spiels schaltet man immer weitere Künste frei und kann einzelne Fähigkeiten in einem umfangreichen Skill-Tree erweitern. Der ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, sodass jeder Spieler seinen ganz eigenen Weg beschreiten kann.
Dein Körper ist nun mein!
Einige Fähigkeiten werden durch unsere Energieleiste oder Punkte beschränkt. Andere Skills können jederzeit genutzt werden. Gasbehälter können etwa immer ferngezündet werden, sobald Sichtkontakt besteht. Feinde in der Umgebung werden dann entweder abgelenkt oder erleiden Schaden.
Ist gerade keine Gasflasche in der Nähe, werden die Gegner mit dem Wellen-Skill abgelenkt. Hier wird ein kleines Energiebündel geworfen. Gegner in der Nähe versuchen das zu untersuchen und verlassen ihren Platz. In der Praxis war das für unsere Taktiken aber nicht allzu hilfreich.
Spannender ist da die Möglichkeit, die Kontrolle über die Feinde zu übernehmen. Auf Knopfdruck schnappen wir für einen kurzen Moment den feindlichen Körper und können tun und lassen, was wir wollen. Auch hier ist wieder gute Planung der Weg zum Erfolg. Natürlich kann man die Marionette auf die eigenen Kameraden schießen lassen, doch das macht im Endeffekt weniger Schaden, als man sich erhoffen mag.
Kombo ist König
Cleverer sind hier Kombos. So lassen wir beispielsweise einen Gegner gegen eine Gasflasche schlagen oder schießen. Dadurch zieht er nicht nur sich, sondern auch seine Konsorten in Mitleidenschaft. Wir können uns derweil wieder auf Distanz begeben und die nächsten Schritte planen.
Leider sind diese Übernahmen nur selten möglich, dafür aber sehr mächtig. Besonders in einem kleinen Bosskampf hat uns die Fähigkeit ziemlich den Allerwertesten gerettet. Als es nicht allzu gut um uns stand, konnten wir den mächtigen Gegner mit letzter Kraft übernehmen. Ein stumpfer Schlag in ein Sprengstofflager löste dann all unsere Probleme.
Viele Freiheiten, aber immer gleiches Schema
Eine lineare Story, die den Spielern in Kämpfen jegliche Möglichkeiten offen hält. Das klingt an sich nach einer guten Idee, doch leider kam unser Spielspaß schnell an seine Grenzen. Die semioffene Stadt Chamiri lud ein wenig zum Erkunden ein. Doch die umherstehenden NPCs waren nicht nur nervig, wenn sie im Weg standen. Schnell rissen die uns aus jeglicher Immersion. Denn auch im Jahr 1912 standen die Menschen nicht in absurden Positionen steif in der Gegend herum. Dazu kommen strohdumme KI-Gegner.
Quelle: Bandai Namco
Das wäre vielleicht gar nicht so dramatisch, wenn man nicht von einem Kampf in den nächsten laufen würde. Entsprechend schnell verflog dann auch die Freude an den kämpferischen Möglichkeiten. Rasch haben wir nur noch ein gewisses Kampfschema abgearbeitet und sind in den nächsten Gegnerposten gelaufen. Immer und immer wieder.
Jetzt schon altbacken
Gesichter und Haare sehen alles andere als zeitgemäß aus. Besonders Zwischensequenzen hatten dadurch immer wieder einen kleinen Gruselfaktor. Am auffälligsten waren die Probleme in der zweiten Location, die wir erkunden konnten. Hier verschlug es uns in einen Wald bei Nacht. Das Spiel zwischen Licht und Schatten gefiel nicht und Details sahen eher schlecht als recht aus. Gelegentlich brach dazu die Framerate ein.
Unknown 9: Awakening wird keinen einfachen Start haben. Die neue Bandai Namco IP versucht eine interessante Geschichte aus der indischen Mythologie aufzugreifen, könnte aber an enttäuschendem Gameplay und schwacher Optik scheitern. Unknown 9 fühlt sich an, als wäre das Spiel schon vor Release in die Jahre gekommen. Dass es sich um keinen Vollpreis-Titel handelt, ist da auch nur ein geringer Trost.
Transparenzhinweis: Bandai Namco zahlte die Anreise für den Besuch des Vorschau-Events.
