Das erste Actiongame von Deck 13 wurde ordentlich auf der Xbox umgesetzt und lockt die Abenteurer unter euch!
Keinen weiteren Schiffsbruch für Wizarbox
Venetica
Trotz der typischen Merkmale eines Rollenspiels mit Fähigkeitsbäume, deren Weiterkommen von zahlreichen Lehrmeistern abhängt und den typischen Erfahrungspunkten, welche eine individuelle Charakterentwicklung ermöglichen, erinnert "Venetica" eher an Action-Adventures wie "Fable", ohne aber dessen Klasse zu erreichen. Deck 13 serviert ein unverbrauchtes Szenario mit tollen Ideen, schafft es aber nicht ganz, all dies auch ansprechend auf dem Bildschirm herüber zu bringen. Ganz klar, es macht unglaublich viel Laune, mit Scarlett auf den Rachefeldzug zu gehen - zumindest, sobald man sich in das Schema gefügt hat - doch fehlt dem Titel letztendlich noch der alles entscheidende feinschliff. Die Bosskämpfe gegen die Untoten Fünf zum Beispiel fallen vollkommen unspektakulär aus. An dieser Stelle hätte man schlicht etwas pompöseres und vor allem spielerisch aufwendigeres erwartet, was auch deutlicher verzahnt mit der Totenwelt wäre.
Venetica
Für die Umsetzung auf die Xbox 360 ist einmal mehr Wizarbox verantwortlich und allein die Erwähnung dieses Entwicklerstudios weckt bei zahlreichen Anhängern deutscher Softwarehits das erschreckende Szenario des "Risen"-Debakels. Die zusätzliche Bedenkzeit von etwa vier Monaten für die Portierung von "Venetica" tat dem Spiel aber definitiv gut! Noch einmal erleidet das in negative Presse geratene Entwicklerstudio nicht einen solchen Schiffsbruch und liefert nun ganz ordentliche Arbeit ab. Technisch besehen sieht die Xbox 360 Version zwar ein wenig schlechter als das PC-Pendant aus, hat aber nicht wirklich viel Federn lassen müssen! Ja ganz im Gegenteil, denn auf der Konsole tummeln sich bei weitem nicht mehr so viele Programmierfehler, wie es zum PC-Release im September noch der Fall war! Es tummeln sich zwar noch zahlreiche Clippingfehler und manch "fliegendes" Messer im Spiel und auch so manch NPC weiß nicht ganz, wo er seine Füße platzieren soll und wohin er sich eigentlich begeben möchte, insgesamt kann man bezogen auf die Häufigkeit und Spieldauer über solche minimale Mängel definitiv hinweg sehen.
Venetica
Die Umsetzung reizt die Hardware aber dennoch nicht aus, was aber auch auf dem Rechenknecht schon der Fall war. Die Grafik-Engine vermag wie auf dem PC zwar hübsche Effekte auf den Schirm zu zaubern, diese täuschen aber nicht darüber hinweg, dass solche Effekthascherei nur aus einiger Entfernung gut aussieht. Kommt man Objekten näher, offenbaren sich immer matschigere und schwammigere Texturen, Dungeons und vor allem die Innenausbauten der Häuser gleichen sich zum Teil wie ein Ei dem Anderen. Zudem hat man nach gefühlt einer halben Stunde im Spiel alle NPCs mindestens zwei mal gesehen, ein wenig mehr Abwechslung, und sei es nur bei der Kleidung, hätte gut getan. Gelungen ist den Machern von "Venetica" die Gestaltung der Protagonistin: Scarlett ist heiß! Und zwar nicht nur im rein sexuellen Sinne, sondern auch gestalterisch. Im Gegensatz zu vielen NPCs besitzt sie eine große Detailverliebtheit, ist flüssig animiert und sieht in fast allen Lebenslagen elegant aus (auch sie kann keine Treppen steigen). Aber auch die anderen Hauptdarsteller im Spiel können durchaus noch überzeugen. Ebenso der teils orchestrale Soundtrack, der bisweilen epische Größen annimmt und vor allem die Videosequenzen ohrenbetäubend untermauert, sich aber ansonsten eher aus dem Geschehen hält und typische Kost bietet.
