Yaiba: Ninja Gaiden Z im Test: Das Z steht für Mittelmaß

Test Philipp Mentel
Die Kurzbeschreibung von Yaiba: Ninja Gaiden Z im Test auf einer Tafel: Zombies, Schwerter, Ninjakämpfe... Und Feuer! Und eine Rothaarige. Braucht man mehr für ein gutes Spiel? Leider ja, sagt unser Autor Philipp Mentel.
Quelle: Deep Silver

Fetzig-frisch soll die Neuauflage der Ninja Gaiden-Reihe mit Yaiba: Ninja Gaiden Z sein. Doch trotz Comic-Look und nettem Humor, fehlt es dem Spiel an einigen Stellen an Substanz. So wirkt die an den Haaren herbeigezogene Story um die Jagd auf Serienheld Ryu Hayabusa und das mit fortschreitender Spielzeit monotone Gameplay nicht wie ein Blockbuster im neuen Gewand. Da hilft es auch nicht, dass man sich die Allzweckwaffe aller Allzweckwaffen, Zombies, mit ins Boot geholt hat.

Auf einer Waldlichtung kommt es zum heißblütigen Duell zweier Erzfeinde: Yaiba und Ryu Hayabusa. Die beiden sind tadellos im Schwertkampf und nahezu ebenbürtig. Yaiba ist natürlich der Lässige in dieser Geschichte. Kein Wunder also, dass er nach einigem Klirren und Bersten der Klingen nicht nur die Spitze seines Katana verliert, sondern auch seinen linken Arm sowie sein Leben. Hätte er sich doch nicht mit Ryu angelegt. Doch wie der Zufall so will, hat sich eine Geheimorganisation gedacht Gott zu spielen und Yaiba kurzerhand wieder ins Leben gerufen. Makel: Er hat jetzt eine Armprothese und ist darüber hinaus noch von Del Gonzo, dem Boss dieser zwielichtigen Organisation, abhängig. Der nette Herr entscheidet per Knopfdruck, ob Yaiba leben darf. Nur schade, dass es dem Antihelden total egal ist. Aber das ist natürlich noch nicht alles. Eine Zombieplage ist ausgebrochen und irgendwie hat man Spitz gekriegt, dass Ryu Hayubasa mit diesen lebenden Toten zu tun hat. Und damit beginnt auch schon das Spiel.

Wohin ist Yaiba verschwunden?

Yaiba: Ninja Gaiden Z im Test (1) Quelle: Tecmo Koei Yaiba: Ninja Gaiden Z im Test (1) Diese Frage wird man sich an einigen Stellen im Spiel häufig stellen. Das eingängige Kampfsystem erlaubt es mit nur drei Tasten teilweise sehr schön anzusehende Kombos auszuführen. Wenn man dann zum Beispiel mit seinem "Flegel", so wie sich diese Peitsche nennt, zu einem Rundumschlag ausholt, wird es blutig. So blutig, dass man dann teilweise Yaiba aus den Augen verliert. Hinzu kommt, dass die ganzen visuellen Effekte aus dem Kombos noch eins draufsetzen. Kommt es dann zum Kampf gegen zahlreiche Zombies, so ist die Kombination aus diesen beiden Punkten schnell ausschlaggebend dafür, Yaiba in Mitten des Kampfgetümmels aus den Augen zu verlieren.

Katastrophal ist zudem auch noch die Kamera. Es gibt viele Spiele, grade im Adventure-Bereich, die mit schlechter Kameraführung dafür sorgen, dass die Übersicht flöten geht. Dann stirbt man aus irgendeinem Grund, weil man einen Gegner nicht sieht. Genau das Problem hat auch Yaiba: Ninja Gaiden Z. Weil es einfach an vielen Stellen zu ausufernden Kämpfen gegen die Zombiehorden kommt, wirkt sich das auf den Spielspaß teilweise ziemlich erheblich aus. So ist die Kamera mal viel zu nah dran oder viel zu weit weg, mal stimmt die Perspektive nicht – was grade in den schweren Kämpfen für viele Bildschirmtode sorgt. Wenn man nicht mal mehr die Gegner sehen kann, wird es schwer auf die Angriffe zu reagieren.

Yaibas witzige Seite und der knackige Schwierigkeitsgrad

Yaiba: Ninja Gaiden Z im Test (3) Quelle: Tecmo Koei Yaiba: Ninja Gaiden Z im Test (3) Gut, dass unser Protagonist nicht auf den Mund gefallen ist. Während wir uns durch die linear gestrickten Level bewegen und Zombies en masse zerschnibbeln, kommt einem der erfrischende Humor in den Zwischensequenzen grade recht. Klar: Humor ist Geschmackssache. Yaibas Humorschiene ist doch eher pubertär, stellenweise kann es einem doch das Grinsen auf dem Gesicht herbeizaubern. Beispiel gefällig? In einer Kanalisation erwarten uns schleimige, radioaktiv wirkende Zombies. Das Spiel an sich hat es so gemacht, jede Zombieart einmal vorzustellen. Taucht also zum ersten Mal dieser schleimige Zombietyp auf, übergibt er sich einmal..., und dann auch ein zweites Mal, wobei er uns da schon mit einem Handsignal zeigt, dass er noch einen Moment braucht. An anderer Stelle treffen wir auf Feuerzombies. Ein Zombie bittet mit einer klaren Handgeste und einer Fluppe in der Hand um Feuer. Kurzerhand grillt der Feuerzombie den anderen.
Grade diese Stellen machen deutlich, dass sich das Spiel nicht so ganz ernst nimmt. Vor allem durch die klischee-doofen Zombies wird das Spiel einfach wie eine Satire auf die Ninja Gaiden Serie.

Doch wo es den Zombies an Ernsthaftigkeit fehlt, fehlt es ihnen an anderer Stelle nicht an dem Drang zu Töten. Damit wären wir auch schon bei einem anderen Punkt, der das Spiel wirklich nicht für jedermann zugänglich macht: der Schwierigkeitsgrad. Dieser ist stellenweise ziemlich hoch und selbst auf Normal sollte man keine Geschenke erwarten. Die Zombiehorden teilen stark aus und grade die nach dem Prolog auftauchenden Elitegegner hauen schon ordentlich rein. Dadurch wird man nicht nur häufig sterben sondern auch ein wenig gefrustet. Hier spielen dann auch noch einige andere Faktoren eine Rolle, die die Schwierigkeit des Spiels nochmal erhöhen. Zum einen die Kamera und die fehlende Präzision bei Angriffen. Man schnetzelt sich so durch die Zombiehorden, kann aber leider nicht vereinzelte Gegner angreifen und anvisieren. Das ist grade in hektischen Situationen nervig. Des Weiteren muss man sich eingestehen müssen, dass Yaiba nicht viel aushält – hier sind also Künstler am Pad gefragt, die Schwierigkeitsstufen wie "Schwer" oder "Albtraum" meistern wollen.

Yaiba schnetzelt sich durch die Massen, und das weitere Gameplay?

Yaiba: Ninja Gaiden Z im Test (6) Quelle: Tecmo Koei Yaiba: Ninja Gaiden Z im Test (6) Um diesem Makel etwas entgegenzuwirken, gibt es ein paar Gameplay-Elemente, die den Spieler entlasten. Zum einen der Blutrausch-Modus. Diese Anzeige am linken oberen Rand füllt sich, je mehr Zombies wir getötet haben. Ist die Leiste voll, so aktiviert man sie durch Drücken der beiden Analogsticks und ist damit für kurze Zeit unverwundbar. So kann man dann auch prima nervige Passagen prima schaffen, je nachdem wie man sich anstellt. Außerdem gibt es sogenannte Kacheln, die im Spiel oft versteckt sind und die man mit Hilfe der Cyber-Sicht findet. Hat man so z.B. vier Lebenskacheln gefunden, verlängert sich die Lebensanzeige um einige Prozent. Was auch wichtig wird sind u.a. Gift- und Blitzabwehrkacheln. Es gibt nämlich viele Zombies, die Elementar-Schaden machen. Da ist es prima, wenn die Abwehr etwas erhöht ist und man sich nur kurz dem Schaden aussetzt.

Neben den Kämpfen versucht das Spiel mit Quick-Time-Event Sprungpassagen irgendwie die mit fortschreitender Spielzeit langweilig werdenden Kämpfe aufzulockern. So viel vorweg: es klappt nicht. Zwar kann es sein, dass es beim ersten Mal ganz nett rüberkommt, doch spätestens danach wirkt das Ganze doch ziemlich aufgesetzt und nicht dolle inszeniert. Gut, dass man Yaiba aufleveln kann. Kämpft man oder schließt Level mit hohen Rängen ab, gibt es entsprechend einige Punkte aufs Konto. Steigt man also ein Level auf, kann man in einem Skilltree (der eigentlich keiner ist) seine Punkte auf verschiedene Fertigkeiten verteilen. Hat man Bock auf mehr Kombos? Nur zu! Damit werden vor allem Genreliebhaber bei der Stange gehalten und müssen sich nicht an den immer gleichen Kombos satt sehen. So ringt man auch die stärksten Gegner vielleicht schneller nieder und kann sich an deren Innerein erfreuen, die man dann für kurze Zeit als effektive Waffe nutzen kann – aber nur für kurze Zeit!

Yaibas technische Seite

Nette Dreingabe: Yaiba: Ninja Gaiden Z liegt ein Arcade-Modus in SNES-Optik bei. Quelle: Deep Silver Nette Dreingabe: Yaiba: Ninja Gaiden Z liegt ein Arcade-Modus in SNES-Optik bei. Zum einen kann man Yaiba: Ninja Gaiden Z für seinen tollen Comic-Cel-Shading-Look loben. Dieser sieht ziemlich gut aus und passt auch prima zum Spiel. Grafische Höhenflüge braucht man aber selbst dann nicht erwarten. Zwar sieht es nett aus, wenn man die rote Suppe spritzt und man den Zombies mit Finishern beeindruckend den Garaus macht – die Detailverliebtheit der Spielwelt krankt aber. Man bewegt sich wahrlich nur linear durch die Abschnitte, trotzdem wirken z.B. Kanalisation oder diverse Fabriken etwas öde und man wird das Gefühl nicht los, so etwas schon x-mal gesehen zu haben. Zur Optik gesellt sich aber ein passender fetiger Elektro-Sound. Vor allem der Soundtrack im Startbildschirm unterstreicht das coole Flair des Spiels. In Sachen Steuerung und Bedienfreundlichkeit ist Yaiba ein zweischneidiges Schwert. Die Kamera krankt, dennoch sind zumindest die Kombos einfach zu erlernen. Ein etwas verstärkter fließender Übergang von Kombo zu Abwehr wäre gut gewesen. So führt Yaiba erst seine Kombos aus, ehe man Blocken kann und das ist in vielen Momenten dann auch schon zu spät – grade weil die Zombies (in den Massen) wenig Zeit zum Kontern oder Blocken bieten. Zu guter Letzt sind nur noch die Ladezeiten zu erwähnen. Diese sind schlicht und einfach zu lang. Wenn man häufig des Bildschirmtodes stirbt und dann fast 20 Sekunden einem Balken zugucken muss, nervt das auf Dauer.

Meinung

Wertung zu Yaiba: Ninja Gaiden Z (X360)

Wertung:

6.8 /10

Wertung zu Yaiba: Ninja Gaiden Z (PS3)

Wertung:

6.8 /10
Pro & Contra
schöner Comic-Look (vor allem in den Kämpfen)Zwischensequenzen im Comic-StilYaiba hat einige visuell ansprechende Kombos im Repertoirefetziger Soundtrack, der den Geist des Spiels voll trifftElementrätsel mit den Zombies sind ganz nettHumor (den man mögen muss)sehr fordernder Schwierigkeitsgrad (ab „Normal“) der Genre-Fans gefallen dürfte
uninspirierter Plotoft unvorteilhafte Kamerapositionman verliert Yaiba schnell im GetümmelQTE-Passagen sind keine Bereicherungoft fehlen die letzten Details in den Leveln, Tendenz geht zu 08/15 DesignHumor (den man mögen muss)lange Ladezeiten grade bei Bildschirmtoden nervigteilweise sehr knackiger Schwierigkeitsgrad
Fazit

Fetziges Ninja Gaiden im Comic-Look, welches allerdings nur Genre-Fans anspricht.

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