Zombie Army Trilogy: Zombie Army Trilogy im Test: Stumpfe Zombiehatz im zerstörten Berlin

Test Philipp Mentel
Zombie Army Trilogy: Eine stumpfe Zombiehatz. (9)
Quelle: Rebellion

Vor etwas mehr als zwei Jahren ging die Zombiejagd in Sniper Elite: Zombie Army los. Nun bekommen Spieler das Gesamtpaket aus dem ersten, zweiten und dem ganz neuen dritten Ableger von Zombie Army. Dabei setzen die Entwickler von Rebellion auf gewohnte Sniper Elite Mechaniken und fangen schonungslos mit der alteingesessenen X-Ray-Cam die besten Hinrichtungen von Zombies ein. Ob das blutige Zombieschießen gefällt, lest ihr im Test.

Alles hat einen Anfang...
Wir schreiben das Jahr 1945. Der wahnsinnige Führer des Vaterlandes sitzt in seinem Bunker, umringt von seinen treuen Offizieren. Die Lage ist brisant, der Krieg so gut wie verloren. Da hilft nur eines – eine Armee von Zombies. Diese steigt aus den tiefsten Tiefen Berlins empor und wendet sich am Ende auch noch gegen den Führer selbst. Was bleibt? Eine Armee an Nazi-Zombies unter der eisernen Führung eines untoten Adolf Hitlers. Diese Geschichte soll als Aufhänger für die in drei Episoden unterteilte Kampagne von Zombie Army Trilogy dienen – viel gehaltvolles darf man nicht erwarten. Das Geschichte schreiben überlassen wir dann unseren Protagonisten.

Starten wir eine Kampagne, dann haben wir die Möglichkeit alle drei Episoden anzuwählen, die in jeweils fünf Kapitel unterteilt sind. Man kann bereits von Beginn an zwischen allen Kapiteln und Episoden frei wählen – warum, darüber kann man nur spekulieren. Vermutlich wollten die Entwickler auch den Spielern die Freiheit lassen, die neue dritte Episode anzuspielen. Man wird also nicht gezwungen direkt das erste Kapitel zu spielen, sondern hat viel Spielraum und kann sich direkt in die Action stürzen.

Charaktere bleiben blass wie Zombies
Zombie Army Trilogy: Eine stumpfe Zombiehatz. (2) Quelle: Rebellion Zombie Army Trilogy: Eine stumpfe Zombiehatz. (2) Mit welchem Charakter man dies tut, ist prinzipiell egal. Es stehen vier männliche und vier weibliche zur Auswahl. Besondere Fähigkeiten haben sie nicht, dienen also rein der Optik. Schade, dass man sich hier nicht mehr getraut hat, um etwa jedem Charakter individuelle Schusswaffen oder Fähigkeiten zu verpassen. Apropos Schusswaffen, davon gibt es so einige. Gut 25 Schießprügel sind im Sortiment, jeweils drei Waffen (Primär, Sekundär und Ersatz) können wir vor dem Kapitelstart auswählen und nutzen. Zudem stehen uns ein paar Punkte zur Verfügung, mit denen man auch noch Sprengstoffe aller Art auswählen kann.

Das Spielprinzip ist dann denkbar einfach: wir ballern uns Stück für Stück entweder alleine oder mit bis zu drei weiteren Spielern (im Online-Modus) durch das zerstörte Berlin und metzeln jeden sich regenden Zombie einfach nur nieder. Viele Gegnervariationen darf man nicht erwarten, hier und da gibt es aber auch gute Ausnahmen. Zum Beispiel Sniper Zombies, die fliegen können. Eine Gefahr, die man früh erkennen sollte. Auch schwerfällige, aber sehr viel aushaltende Zombie Eliten sind keine Seltenheit. Wir töten also alles, was geht und bekommen dafür Punkte gutgeschrieben, die sich mit steigender Kombozahl vervielfachen. Verfehlen wir mal ein Ziel, beginnt der Kombozähler bei null.

X-Ray-Cam sorgt für Aha-Momente
Zombie Army Trilogy: Eine stumpfe Zombiehatz. (5) Quelle: Rebellion Zombie Army Trilogy: Eine stumpfe Zombiehatz. (5) Das man mal verfehlt, ist keine Seltenheit. Da wir mit der Sniper-Elite-typischen Sniper unterwegs sind und kaum bis gar keine Ruhephasen zwischen den Zombiewellen eintreten, muss man teilweise recht schnell versuchen, Kopfschüsse zu verteilen. Das kann je nach Schwierigkeitsgrad noch realistischer gestaltet werden, primär ist das aber teilweise eine ätzende Angelegenheit. Schöner wird es erst, wenn man präzise Kopfschüsse erzielt. Die sogenannte X-Ray-Cam hält die Flugbahn des Projektils fest und zeigt in einer Röntgenaufnahme haargenau, wo die Kugel im Körper des Untoten eindringt. Wem das zu viel ist, der kann das auch in den Einstellungen ändern. Im Online-Modus werden entsprechende Treffer deutlich schneller gezeigt (sind aber in der Regel so oder so selten) als noch im Einzelspieler-Modus.

Im Grunde genommen arbeitet man sich von Zielpunkt zu Zielpunkt, tötet eine Welle von Zombies, und hofft, dass bald ein Checkpoint kommt. Alleine auf dem Schwierigkeitsgrad Normal sind die Levels schon relativ anspruchsvoll und es gibt Checkpoints, die weit voneinander entfernt liegen. Auch beim allerletzten Bossgegner (wer das wohl ist?) muss man mehrere Wellen an Zombies überstehen – alleine eine Qual. Aber auch zu viert können manche Stellen nervig werden. Vor allem dann, wenn andere Spieler nicht optimal spielen und die Gruppe gefährden – dann sind in Welle drei des Bosskampfs alle tot und man darf wieder bei Welle 1 beginnen.

Der Trumpf liegt im Mehrspielermodus
Zombie Army Trilogy: Eine stumpfe Zombiehatz. (1) Quelle: Rebellion Zombie Army Trilogy: Eine stumpfe Zombiehatz. (1) Dass die Stärken von Zombie Army Trilogy ganz klar beim Mehrspielerpart liegen, ist unumstritten. Dann sollte aber auch die Gruppe einigermaßen funktionieren und die Möglichkeit zum Absprechen bestehen. Ebenso ist es wichtig, dass zumindest der Host eine stabile Internetverbindung aufweist. Es ist keine Seltenheit, dass man wegen einer schlechten Verbindung mal auf Köpfe von Untoten schießt, diese aber erst nach einigen Sekunden umfallen. Durch das fehlende Trefferfeedback in solchen Momenten wird der schon ohnehin strapazierte Spielspaß weiter gefährdet. Wenn man aber eine gute Gruppe beisammen hat, können die teilweise recht langen Level (40 Minuten aufwärts sind keine Seltenheit) auch Spaß machen. Wer alleine spielt, der wird schnell angeödet – es passiert im Prinzip immer das gleiche und wenn man mal stirbt, kann man auch nicht von Teammitgliedern wiederbelebt werden.

Technisch ist Zombie Army Trilogy insgesamt ordentlich. Grafisch darf man keine Wunder erwarten, die Texturen sind einigermaßen scharf, die Zombie- und Charaktermodelle gehen voll in Ordnung. Aber dennoch sieht alles durch die grün-grauen, später dann rot-grauen Umgebungen gleich aus. Spektakuläre Momente darf man nicht erwarten, einzig Freunde von Splatter-Effekten kommen auf ihre Kosten. Soundtechnisch setzt das Spiel auf Synthesizer-Klänge und atmosphärisches Zombiestöhnen. Auch wenn letzteres später zur Gewohnheit wird, wenn man das Geräusch zum x-ten Mal hört. Groß auftrumpfen kann Zombie Army vor allem durch die Steuerung. Die Spielfigur steuert sich gut und präzise, alle Waffen lassen sich astrein spielen und grade die Gewehre (Sniper) fühlen sich immer beherrschbar an.

Meinung

Wertung zu Zombie Army Trilogy (XBO)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Zombie Army Trilogy (PS4)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
ZombiesVier-Spieler-KoopHorde-Modus für bis zu vier Spielerlange Level...X-Ray-Cam fängt gute Treffer sehenswert ein...Splatter-Effektegute, präzise Steuerungkeine Schnitte, was das Abtrennen von Gliedmaßen betrifftdrei verschiedene Episodenfordernder Schwierigkeitsgradsehr gut versteckte Collectibels (Goldbarren & Flaschen)
blasse Charakterekeine speziellen Fähigkeiten für einzelne Charakterenur wenige Storyschnippsel…, die allerdings keine, bis kaum, spielerische Freiheit bieten…, welche aber primär nur im Einzelspieler-Modus zum Einsatz kommtEinzelspielermodus reiz- und witzlosabwechslungsarmes Spieldesignteils nervig verteilte Checkpoints
Fazit

Zombie Army Trilogy vereint Sniper-Elite-Gameplay mit der Zombiejagd. Diese Mischung funktioniert allerdings nur im Mehrspielermodus einigermaßen gut, für Einzelspieler gibt es andere Alternativen.

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