ARA: History Untold im Test - wenn Civ und Sim City ein Kind hätten

Test Viktor Eippert
ARA: History Untold im Test - wenn Civ und Sim City ein Kind hätten
Quelle: PC Games

Während Civ 7 schon in ein paar Monaten nach der Genrekorne greifen will, zeigt ARA: History Untold schon jetzt, wie man 4X-Rundenstrategie anders angehen kann. Im Test erläutern wir, wodurch sich ARA abhebt.

Während ARA in manchen Bereichen sehr ins Kleinklein geht, bleibt es dafür an anderen Stellen recht oberflächlich. Vor allem die Interaktion mit anderen Spielern hält sich ziemlich in Grenzen. Über Diplomatie können wir zeitbegrenzte Verträge für offene Grenzen, Handel, Forschung und Bündnisse vereinbaren. Ansonsten Geschenke anbieten, unser Gegenüber schlechtreden oder gleich den Krieg erklären. Das war's dann auch. Interaktion aus den Schatten heraus über Spione oder Ähnliches gibt es nicht. Leider gibt es auch keinerlei Feedback, wieso unsere Beziehung zu den KI-Spielern gerade gut oder schlecht ist. Ob uns eine KI-Spieler einfach nur nicht ausstehen kann oder wir etwas getan haben, um ihn zu erzürnen, können wir nur erraten.

Eine coole Idee sind dafür die verschiedenen Kriegstypen im Spiel. Man muss einen Krieg nicht direkt mit dem Ziel der totalen Eroberung ausrufen. Will man sein Reich nur ein wenig erweitern, genügt auch ein Expansionskrieg. Da geben wir dann an, welche Stadt wir uns krallen wollen und wie lange wir uns dafür Zeit nehmen möchten. Je kürzer der Krieg angesetzt ist, desto weniger Prestige müssen wir dafür investieren.

Die Kampfzusammenfassung Quelle: PC Games Die Kampfzusammenfassung

Wenig Einfluss im Kampf

Um unsere Ansprüche im Krieg durchzusetzen, brauchen wir aber erstmal Truppen. Die werden in ARA in sogenannten Streitkräften zusammengebastelt. Da geben wir an, welche Formation unsere Armee haben soll und erhalten dadurch passive Boni - müssen im Gegenzug aber auch die passenden Einheitentypen parat haben. Zuvor gebaute Einheiten landen in unserer Landesreserve, mit denen wir diese Streitkräfte bilden. Die können dann in jeder unserer Städte gemustert werden.

Die Kämpfe selbst laufen dann maximal simpel ab: Stehen zwei verfeindete Trupps am Ende der Runde auf dem gleichen Gebiet, wird die Auseinandersetzung automatisch berechnet. Wer die Nase vorn hat, hängt von der reinen Kampfkraft ab, die teilweise noch durch Modifikatoren beeinflusst wird. Zum Beispiel, wenn wir Speerkämpfer in unserem Trupp haben und gegen berittene Einheiten kämpfen.

Ansonsten können wir mit Fernkämpfern Felder indirekt beschießen oder mit Fliegern Bombardieren, um gegnerische Verbände vorab zu schwächen. Wer möchte, kann sich noch eine animierte Zwischensequenz vom Schlachtgetümmel ansehen. Einen spielerischen Nutzen hat das aber nicht, da wir keine Befehle geben oder sonst wie eingreifen können. Schade.

Der Kölner Dom Quelle: PC Games Der Kölner Dom - eines der Wunder im Spiel

Schicke Optik, rasend schnelle Rundenberechnung

Ganz und gar nicht schade ist dagegen, wie hübsch ARA in jeder Hinsicht daherkommt. Wir können jederzeit komplett stufenlos aus einer Vogelperspektive bis ganz nah an die Städte heranzoomen. Jedes von uns errichtete Gebäude ist schön in der Spielwelt eingebettet und wir können den Leuten dort auch bei der Arbeit zusehen. Wenn wir ein großes Kunstwerk erschaffen, wird das in einer kleinen Animation erst enthüllt. Und auch sonst bietet ARA immer wieder Gelegenheit, sein eigens aufgebautes Reich zu bestaunen.

Super haben uns auch die sehr kurzen Berechnungszeiten der Runden gefallen. Im Vorfeld haben die Entwickler ihre Simultanrunden groß angepriesen. Im Klartext funktioniert das erstmal wie in anderen Spielen auch. Alle Spieler geben parallel Dinge in Auftrag und befehligen ihre Truppen. Der Unterschied ist aber, dass die Aktionen erst bei Rundenwechsel tatsächlich ausgeführt und berechnet werden - inklusive Einheitenbewegungen. Und das geschieht rasend schnell. Selbst bei den maximal möglichen 32 Spielern auf einer großen Karte kam es nie zu Wartezeiten beim Rundenwechsel. Und als kleinen Bonusvorteil können wir Befehle dadurch auch stets noch Rückgängig machen bis Rundenende. Hier können sich andere Titel gerne eine Scheibe abschneiden!

Eine Nahaufnahme einer Mine Quelle: PC Games Man kann bis an die einzelnen Gebäude heranzoomen.

Robuster Mehrspieler

Im Mehrspieler geht das dann nicht ganz so schnell, weil ARA auf dedizierte Server setzt und die Daten beim Rundenwechsel entsprechend hin und her geschickt werden. Doch dafür sollte das für stabilere Mehrspieler-Partien sorgen als bei Konkurrenten wie Civ 6. Ausführlich ausprobieren konnten wir das bisher aber nicht.

Überhaupt haben sich die Entwickler einige Gedanken zum Mehrspieler gemacht und bieten gute Einstellungsmöglichkeiten in der Lobby. Eine interessante Idee ist die AFK-Funktion. Mit der kann man für ein paar Spielrunden aussetzen und je nach Einstellung der Partie übernimmt die KI für uns, bis wir wieder da sind. Überschreiten Spieler die maximale Länge so einer AFK-Pause oder sind sie zu viele Runden am Stück inaktiv, fliegen sie dagegen aus der Partie, damit der Rest ordentlich weiterspielen kann.

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