Während Civ 7 schon in ein paar Monaten nach der Genrekorne greifen will, zeigt ARA: History Untold schon jetzt, wie man 4X-Rundenstrategie anders angehen kann. Im Test erläutern wir, wodurch sich ARA abhebt.
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Flexible Staatsführung
Einen guten Eindruck hinterließen ansonsten ein paar kleinere Ideen bei Forschung, Regierung und Beratern. So muss man etwa nicht alle Technologien einer Ära erforschen und kann sich aktiv dafür entscheiden, schon früher voranzuschreiten. So ähnlich wie in Millennia also. Bei ARA kann man alte Technologien dann allerdings nicht mehr nachholen und verliert so den Zugang zu bestimmten Einheiten, Waren oder Gebäuden. Doch dafür kann man früher fortschrittlichere Dinge bauen, was ein Voranpreschen vor allem für offensive Spieler zu einer validen Strategie macht. Außerdem hat man für einige Dinge zumindest in späteren Äras noch weitere Chancen im Forschungsbaum.
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Unsere Regierungsform können wir dagegen jederzeit wechseln, sobald wir sie freigeschaltet haben. Teile davon können wir sogar aus einem Auswahlmenü an unsere Bedürfnisse anpassen. Und zusätzliche Vorteile verschaffen wir uns, wenn wir die verschiedenen Positionen unseres Kabinetts mit Vorbildern besetzen. Das sind berühmte Persönlichkeiten, die sich mit der Zeit unserem Reich anschließen und alternativ auch große Meisterwerke erschaffen.
All diese Mechaniken sorgen für Flexibilität in unserer Staatsführung, was wiederum gut zu der großen Freiheit passt, die uns das Prestigesystem ermöglicht.
Quelle: PC Games
Die Diplomatie ist recht eingeschränkt in ARA.
Nicht sehr einsteigerfreundlich
Allerdings könnte ARA an manchen Stellen einen besseren Job machen, Spieler an die vielen Mechaniken heranzuführen. Es gab immer wieder mal Dinge, die wir durch Ausprobieren selbst für uns erschließen mussten. Die Info, welche Vorteile Items genau bringen, wenn man sie in einem Gebäude einsetzt, ist etwa ziemlich versteckt. Das empfanden wir beim Testen zwar nicht weiter schlimm, doch es macht den Einstieg schwieriger für Spieler, die nicht so sattelfest im Genre sitzen.
Da hilft es auch nicht, dass in der deutschen Fassung noch diverse Übersetzungsfehler drin sind. An denen haben die Entwickler aber schon während unseres Testzeitraums gearbeitet und wir rechnen damit, dass sich hier mit einem Day-One-Patch noch mehr tun wird.
Guter Strategiemix, der Potenzial liegen lässt
Ihr habt beim Lesen unseres Tests sicher schon gemerkt, dass ARA in vielen Belangen ein Für und Wider bietet. Es erweitert das bekannte Spielprinzip um interessante Aspekte wie die tiefgehende Stadtverwaltung, die Warenketten oder die Aufteilung der Karte in dynamische Regionen. Doch gleichzeitig bleibt es in einigen Belangen hinter seinem großen Vorbild Civ zurück oder stolpert über seine eigene Komplexität und ausbaufähige Bedienfreundlichkeit.
Außerdem hatten wir beim Spielen immer mal das Gefühl, dass die Entwickler nicht das volle Potenzial ausschöpfen. Vielleicht hebt man sich das noch für spätere Erweiterungen auf - zumindest ist eine Weiterentwicklung nach dem Launch schon jetzt geplant.
Wenn ihr euch schon immer gewünscht habt, dass Civilization oder Humankind tiefer ins Detail gehen würden, dann dürfte ARA genau euer Ding sein. Wenn ihr bei zu viel Micromanagement aber allergisch reagiert, seid ihr bei anderen Genre-Vertretern besser aufgehoben. Und für alle anderen ist ARA ein guter Mix aus Rundenstrategie und Aufbauspiel, der eine schöne Abwechslung bietet, bis Civ 7 im Februar 2025 ansteht.
ARA: History Untold erscheint am 24. September 2024 für PC für ca. 60 Euro und ist auch im Gamepass enthalten. Es gibt es außerdem eine Deluxe Edition für ca. 70 Euro, die folgende fünf Anführer zusätzlich mitbringt: Karl der Große, Dschingis Khan, Yoo Gwan Soon, Hildegard und Boudicca. Wer dagegen die Steam-exklusive Premium Edition kauft, bekommt zusätzlich ein digitales Artbook und den Soundtrack zum Spiel. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde von Xbox zur Verfügung gestellt.
