Die neue Aufbaustrategie von Related Designs setzt spielerisch wie technisch die Messlatte hoch und ist der Traum aller Annoholics.
Vom Bauer zum König...
Anno 1404
Ähnlich wie noch im Vorgänger ist das Spiel in unterschiedliche Zivilisationsstufen unterteilt, bietet jedoch ungleich mehr an als noch in Anno 1701. Insgesamt kommt man so auf sechs normale Ebenen, die Bewohner unserer Städte erreichen können sowie einer zusätzlichen Schicht. Aufsteigen können die Bewohner des Okzidents vom Bauern zum Bürger, diese werden von den Patriziern, welche sich schließlich, passende Ressourcenverteilung vorausgesetzt, zu Adeligen weiterentwickeln. Der Orient wartet mit nur zwei Schichten auf, den Nomanden und den Gesandten, hält den Spieler aber in Atem, indem bestimmte Gebäudetypen erst nach eingehenden Kontakten zum örtlichen Großwesir stufenweise freigeschaltet werden.
Anno 1404
Jede Bürgerschicht hat dabei natürlich ganz eigene Bedürfnisse, die im besten Falle bedient werden, wenn es nicht zum Aufstand und zur Abwanderung der Bewohner kommen soll. Während der letzte Anno-Teil für Anfänger ziemlich kompliziert zu sein schien, weil so viele Ressourcen vollkommen ungeordnet abverlangt wurden, hat man sich in Anno 1404 auf Ressourcenkategorien geeinigt. Acht an der Zahl müssen erfüllt werden, so etwa der Wunsch nach Nahrung und Schutz, Glaube, Getränken, Kleidung, Wohlstand und nicht zuletzt Gemeinschaft. Im späteren Verlauf wird das ganze natürlich zunehmend schwieriger, reicht es beispielsweise anfangs noch aus, seine Bevölkerung mit Fisch und Most zu verköstigen, brauchen Patrizier schon Fisch, Gewürze und Brot sowie Most und Bier zum glücklich sein. Prinzipiell hat die orientalische Bevölkerung die gleichen Bedürfnisse, diese werden aber entsprechend der Position mit anderen Endwaren bedient (z.B. Datteln). Doch nicht alle Wünsche lassen sich auch mit Endwaren stillen, so sind vor allem die Rufe nach Gemeinschaft, Glauben und Schutz sogenannte Gebäudebedürfnisse, die in der unmittelbaren Nähe erbaut sein müssen und eine Straßenanbindung voraussetzen. Auch hier gibt es aber Subkategorien und Entwicklungsstufen, so beginnt man meist mit einer Kapelle, braucht später schon eine Kirche und kann letztlich sogar den Kaiserdom errichten lassen, um den Ruf nach Gottesfürchtigkeit gerecht zu werden. Der Orient besitzt auch dabei dasselbe Bedürfnis, bedarf aber anderer Gebäude (z.B. Moschee).
Anno 1404
Sind die Bedürfnisse zu genüge erfüllt erhält das Gebäude, in dem die Bürger leben ein Aufstiegsrecht und kann in die nächsthöhere Kaste aufsteigen. Zwar wurde das Mittelalter von einer starren Ständegesellschaft dominiert, die nur selten soziale Aufstiege zuließ, dennoch ist es den Bürgern unserer Anno-Stadt möglich. So erhalten immer nur eine begrenzte Anzahl an Gebäuden (und somit auch Bürgern) das Recht zum Aufstieg, die Zahl legt sich durch die Anzahl der gesamten Bevölkerung zusammen. Im Prinzip heißt dass: Je mehr Bauern es gibt, desto mehr Aufstiegsrechte zum Bürger gibt es auch und so weiter. Der Spieler kann Bürgerrechte, Handelsprivilegien und Adelstitel manuell verteilen oder den Aufstieg der Einwohner automatisch vonstatten gehen lassen. So kann der Spieler ganz gezielt vermeiden, dass beispielsweise eine Stadt nur noch aus einer sozialen Schicht besteht und so Arbeitsprozesse lahmgelegt werden. Auch ein authentisches und historisch korrektes Stadtbild wird so gewahrt.
Daneben gibt es noch Bettler, die zwar keine eigene Zivilisationsstufe darstellen sondern eher ein Zusatz sind, aber dennoch Aufstiegsrechte vergeben können. Der Preis hierfür ist jedoch hoch: Man muss die Vagabunden bei sich in Bettelheimen aufnehmen, bezahlen und ernähren. Verwehrt man den Bettlern jedoch den Eintritt in die Stadt können diese sich gruppieren und gegen uns verbünden, um dann unsere Wirtschaft lahmzulegen.
