Die neue Aufbaustrategie von Related Designs setzt spielerisch wie technisch die Messlatte hoch und ist der Traum aller Annoholics.
Anno 1404
Gepatzt hat man ein wenig bei der Vertonung und den Intros, häufig hängen sich hier Satzbausteine auf oder werden wiederholt, man fühlt sich zwangsläufig an eine hängengebliebene Schallplatte erinnert, wenn einen der Sultan mit "Fremder, herzlich willkommen im Ori - Fremder - Fremder - Fremder" im Intro einer Mission anspricht. Ansonsten ist Related Designs aber ein wahres meisterwerk geglückt, die Sprecher passen perfekt in ihre Rollen und können ihre Charaktere bestens verkörpen, sodass man Forcas oder den bösen Kardinal, der ein wenig wie der Imperator wirkt, schon nach der ersten Silbe schon am liebsten über die Bord seines Schiffes werfen würde. Doch auch das Endlosspiel weiß mit passenden Klängen und einer tollen KI-Vertonung aufzutrumpfen, sodass allein deswegen schon das oben erwähnte "mitten-drin"-Gefühl aufkommt.
Etwas fummelig ist zu Beginn die Steuerung und Menüführung durch die verschiedenen Kontore, Häuser und Betriebe. Wer sich einmal verklickt, verliert so schnell den Überblick. Ansonsten ist Anno recht genretypisch aufgebaut: Mit linkem Mausklick markiert man Einheiten, Schiffe oder Gebäude, mit Rechtsklick werden Aktionen wie gehen oder angreifen ausgeführt. Vereinfacht wurde nun aber das Handelssystem. Während früher vieles noch manuell verwaltet werden musste, wird heute schon viel selbstverständliches von der KI übernommen, um dem Spieler seine Freiheiten zu geben.
Anno 1404
Einen Multiplayer hat man übrigens nicht mehr ins Spiel bekommen, obwohl dieser von vielen Spielern gefordert und erwünscht war. Stattdessen kann man seine Ergebnisse direkt aus dem Spiel, zusammen mit Screenshots und ähnlichem, direkt ins Netz schicken und sich so in einem international Ranking messen. Ein kleiner Trost bleibt dennoch, Christopher Schmitz von Related Designs sprach von einem möglichen Multiplayer-Addon, das angeblich realisierbar wäre.
