Während die anderen noch davon träumen, zeigen uns die Ubisoft Montreal Studios was mit NextGen wirklich gemeint ist.
Assassin's Creed
Ist es aber doch einmal soweit gekommen, und die halbe Stadt ist hinter uns her, sollte man schleunigst ein Versteck suchen. Die gibt es im Spiel beispielsweise als kleine Gärten auf den Dächern oder als schlichte Heuhaufen. Schaffen wir es unentdeckt so ein Versteck aufzusuchen, können wir beruhigt das Ende der Suche abwarten und uns sodann wieder unter die Leute mischen. Denn der konventionelle Weg aus Haken schlagen und versuchen dem Blickfeld der Verfolger zu entkommen, ist definitiv der schwerste. Viel zu schlau sind die NPCs als dass man einfach nur um eine Ecke laufen müsste um sie los zu werden. Und so passiert es, dass die Verfolgung nach einem Attentat oft die schwierigste Aufgabe ist, die sich auch mal hinziehen kann.
Assassin
Assassin's Creed
Was Assassin's Creed so unglaublich gut spielbar macht, ist die herrlich ausgearbeitete Steuerung. Zwar wirkt sie auf den ersten Blick durchaus etwas komplex, nicht umsonst bietet uns der Titel ein so ausführliches Tutorial, nach kurzer Spielzeit aber hat man das System verinnerlicht und ist in der Lage Altair ebenso unbemerkt durch die Menschenmassen zu bugsieren wie wir ihn über die Häuserdächer springen lassen können. Derweil ist es im Grunde doch recht einfach: Der Titel bedient sich der sogenannten Puppenspieler-Steuerung. Das bedeutet, jede der vier Aktionstasten ist für ein Körperteil zuständig. Die Dreieckstaste für den Kopf, die kreis- und Quadrattaste für die linke und die rechte Hand, und die Kreuz-Taste für die Füsse. Zwar ändern sich die Funktionen nach Situation, aber die vier Tasten sind immer diesen vier Körperteilen zugeordnet.
Bewegt wird Altair aber ganz klassisch mit dem linken Stick, wobei wir mit dem rechten die Kamera steuern. In die Egosicht wechseln wir natürlich mit der Kopf-Taste, wobei es sich aber um eine erweiterte Sicht handelt, dem Adlerauge. In dieser nämlich werden Missionsrelevante Personen farblich markiert, so dass wir schon von Weitem erkennen können wer Feind und wer Freund ist. Diese Sicht ist nur im Stillstand möglich und nicht während sich Altair bewegt.
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Der Dreh- und Angelpunkt am Gameplay ist unser eigenes Verhalten. Wir können uns leise und "sozial verträglich" durch die Menge bewegen, indem wir die Bürger Vorsichtig beiseite schieben, so dass sie ihre Ware die sie tragen nicht verlieren und wir keinen besonderen Lärm machen. Wir können aber auch schneller und resolut durch die Menge schreiten, Menschen wegstoßen die uns im Wege stehen, auf das sie ihre Ware verlieren und sich lautstark darüber ärgern. Das zieht natürlich neugierige Blicke auf uns, und sollten wir schon gesucht werden, was im weiteren Verlauf des Spiels unerlässlich ist, kann es schnell passieren, dass wir widererkannt werden, woraufhin Alarm ausgelöst wird und wir entweder den offenen Kampf aufnehmen müssen oder die Flucht antreten.
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Die Flucht ist dann auch die auffälligste Fortbewegungsart, denn unsere Schritte werden laut und schwer, und wer uns im Weg steht wird weggestoßen um uns nicht abzubremsen. Sieht man Altair das erste Mal wie er von Rittern verfolgt über die Dächer sprintet, fragt man sich zurecht wie so komplexe Bewegungsabläufe gesteuert werden sollen. In der Praxis, den Entwicklern sei dank, kann man Altair sehr schnell über die komplexesten Strukturen tanzen lassen, ohne dass er den Boden unter den Füssen verliert. Es genügt die R1-Taste gezocken zu halten, um Altair in den schnellen Mode zu versetzen, und gleichzeitig die X-Taste für die Füße zu drücken, schon bewegt sich unser mittelalterlicher Held wie ein Akrobat durch die Lüfte.
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Sicher für Diskussionen hingegen wird das Kampfsystem sorgen, welches recht langsam und taktisch daherkommt. Mit wildem Tastengedrücke kommt man nicht weit, stattdessen ist das Timing sehr wichtig. Doch bevor wir den ersten Schlag ausführen können, müssen wir Altair in den Kampf-Modus versetzen, wozu es genügt die L1-Taste zu drücken. Diese dient gleichzeitig dazu um einen der Gegner als Ziel auszuwählen. Nun heißt es den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, um die Deckung des Angreifers durchbrechen zu können. Schlagen für zum falschen Zeitpunkt zu, bekommt der Gegner die Chance zum Konterangriff. Umgekehrt verfügt auch unser Altair über diese Möglichkeit, sobald er ein bestimmtes Level erreicht hat. Zudem kann er den Gegner packen und zu Boden werfen, was umgekehrt auch ihm passieren kann, wogegen es das Mittel des Losreißens gibt. Doch auch hier ist das Timing essentiell. Wie schon gesagt, es wird Spieler geben, denen dieses Kampfsystem nicht gefällt, ich persönlich fand es aber nicht schlecht, eben weil es so taktisch und nur ganz wenig hektisch ausfiel.
Technisches
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Viele reden von NextGen, aber nur wenige werden dem Anspruch wirklich gerecht. Ganz ohne Zweifel gehört Assassin's Creed dazu, denn was sich da auf dem Screen manifestiert darf ungestraft als bisher einmalig bezeichnet werden. So viele Personen die alle ihrem Tagwerk nachgehen in einer so detailliert und aufwändig erstellten Umwelt, die wirklich voller Leben zu sein scheint, ist bis dato einmalig. Derweil erschließt sich einem erst im Laufe des Spiels was für ein gigantisches soziales Gefüge hinter dem ganzen System steckt, welches für den lebensechten Eindruck der virtuellen Vergangenheit sorgt.
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Nur ganz selten wird die hervorragende Grafik von PopUps in der Ferne gestört, und ebenfalls nur selten sieht man wie der Level of Detail etwas zu spät einsetzt. Auch die Framerate ist sehr stabil und nur wenn wir im vollen Galopp neue Gebiete erschließen passiert es in seltenen Fällen, dass das Game ein Frame verliert. Zwar nicht schlimm, aber trotzdem auffällig, ist der Umstand, dass Altairs Waffen und Arme gerne mal seinen Mantel unschön durchdringen. Das wirkt sich zwar nicht auf das Gameplay aus, fällt aber deswegen so stark auf, da man ihn praktisch die gesamte Spielzeit vor sich sieht. Und würde die Spielwelt nicht so unglaublich perfekt wirken, würde man das wahrscheinlich nicht mal bemerken.
