Oh wie gern hätten wir einfach aufgelegt! Calling verspricht viel, ist aber nicht mehr als ein Experiment für absolute Genrefans.
Heute schon gegruselt? Nein, noch nicht?! Das ist aber schade, wo doch mit "Calling" ein netter Vertreter dieses Genres auf willige Opfer mit starken Nerven wartet. Dunkle Gänge, mysteriöse Vorfälle und der Tod von drei Schulmädchen verbreiten Angst und Schrecken. Wer kann dazu schon "nein" sagen?! Im Normalfall kein Spieler, der für ein derartiges, virtuelles Aufgebot auch nur ein bisschen was übrig hat. Ohne das Fazit vorne weg nehmen zu wollen, können wir euch schon jetzt versichern, dass ihr final wahrhaftiges Grauen empfinden werdet.
Von der Videokassette zum Chatroom
Gruselig: Graue Kinder im Hintergrund!
Ganz klar, technisch muss man auf der Höhe der Zeit sein und so wird aus einer Videokassette ein Chatroom. Der Vergleich bzw. die Assoziation ist nahe liegend, bedient sich "Calling" - zumindest in Teilen - am bekannten Filmerfolg "The Ring" und als Garnitur grüßt "The Grudge" (zu Deutsch "Der Fluch"). Inspiriert bei Genre-Kollegen wie "Silent Hill", "Project Zero", "Obscure" oder auch "Forbidden Siren" wird der Spieler dazu aufgefordert ein dunkles Geheimnis zu lüften. Dabei spielt besagter Chatroom eine ganz wesentliche Rolle. Dunkle, schwarz, düster - so präsentiert sich die Website - bekannt als die "schwarze Seite". Nichts ist zu erkennen, außer einem Besucherzähler. Gerüchten zufolge soll man über diese Seite zu dem besagten Chat-Raum gelangen. Voraussetzung ist, wie sollte es anderes sein, dass man dem Dunklen nicht abgeneigt sein darf. Doch so faszinierend die andere, die schwarze Seite auch ist, sie fordert einen hohen Preis.
Wo bin ich?
Noch gruseliger: Graue Kinderhände wollen uns in den Tod reißen... Oder so ähnlich
Auf ewig zwischen Leben und Tod bzw. in dem "Mnemonischen Abgrund" zu wandeln stellt sicherlich keine freudige Aussicht dar, wenngleich es wiederum Zeitgenossen der Gattung Homo Sapiens gibt, die darin einen persönlichen Vorteil wittern. Egal ob Kontakt zum verstorbenen Mann oder einfach nur als Schlagzeile für die Tageszeitung; Kein Grund kann banal genug sei, um sich mit der Materie des Dunklen auseinander zu setzen. Für den Anfang allerdings reicht es, wenn ihr euch zusammen mit der Studentin Rin Kagura als auch dem Studenten Shin Suzutani arrangiert und versucht einen Weg aus der Zwischenwelt zu finden. Im späteren Verlauf gesellen sich noch die alte Dame Chiyo Kishibe, jene Frau mit dem verstorbenen Ehemann, als auch der neugierige Journalist Makoto Shirae hinzu.
Wenn die fiesen Geister angreifen können wir vor Angst sterben - oder ist das links oben ein Langeweile-Meter?
Im steten Wechsel der Charaktere müsst ihr mit Hilfe eurer zur Verfügung stehenden Waffen, als da wären Verstand, Reaktion und manches Mal einer Taschenlampe, den Weg aus dem dunklem Schulgebäude finden. Dabei ist es wenig dienlich, dass sich die Gänge zumeist gleichen wie ein Ei dem anderen - Verlaufen oder sich im Kreis drehen wird euch dabei häufiger passieren. Jeder Gang bietet zahlreiche Türen, Vitrinen, Schränke und Abzweigungen, die von euch untersucht werden müssen. Manche lassen sich recht leicht öffnen und führen so zu weiteren neuen Erkenntnissen, welche euch aus dem Grauen vielleicht entlassen könnten. Andere wiederum führen in Sackgassen oder ziehen euch tiefer in die Dunkelheit. Bei euren Recherchen fallen euch dann und wann Gegenstände in die Hände, die an anderen, vorgegebenen Orten ihren Dienst verrichten werden. Um es euch nicht zu einfach zu machen, müssen verschiedene, meist aber doch recht einfache Rätsel gelöst werden. Knackt Zahlenschlösser, findet Passwörter für Laptops und Computer oder versucht doch einfach mal das Handy, ebenfalls ein wichtiger Begleiter, als Teleporter zu verwenden. Getreu dem Motto "Beam me up, Scotty" könnt ihr so vermeintlich dauerhaft verschlossene Türen ganz einfach überwinden; Mindestens jedoch zwei Mobiltelefone im Repertoire vorausgesetzt - aber das dürfte sich fast von selbst verstehen.
